09.08.2010 (eh) Drucken
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»Auf Anbieter-Seite hat sich Konsolidierung vollzogen«

Peter Schnautz, Geschäftsführer, Inotec

Der Scannermarkt ist in Bewegung. Die 2008/09er Wirtschaftskrise wirbelt nicht nur die Anbieter durcheinander. Auch neue Technologien sorgen dafür, dass Hochleistungsscanner noch stärker in den gesamten Dokumenten-Workflow integriert werden und dabei Prozesse übernehmen, die bisher von nachgelagerter Software durchgeführt wurden. Die Einsparpotenziale für Anwender werden größer. Wir sprachen darüber mit Peter Schnautz, Geschäftsführer des Scanner-Herstellers Inotec.

Wie gestaltet sich derzeit der Scannermarkt? Wie sieht Inotec dabei seine Marktposition?

Peter Schnautz
Schnautz: Der Absatz von Dokumentenscannern für große und heterogene Belegmengen entwickelt sich positiv. Seit Jahresbeginn spüren wir ein deutliches Anziehen der Nachfrage speziell im Ausland. Dabei hilft uns besonders der Abbau der Überbewertung des Euro. Generell gehen wir davon aus, dass sich der Investitionsstau für ECM-Systeme in spätestens einem halben Jahr auflösen wird. Davon werden auch die Anbieter von Scanner und professioneller Erfassungs-Software profitieren.

Muss sich auch der Scannermarkt der Nachfrage nach Konsolidierung stellen und wenn ja, wie?

Schnautz: Auf der Anbieter-Seite hat sich eine Konsolidierung bereits letztes Jahr vollzogen. Sichtbarstes Zeichen hierfür war die Übernahme des Scanner-Geschäftsbereichs von Böwe Bell + Howell durch Kodak. Eine weitere Konsolidierungswelle könnte dieses Jahr auf der Distributions-Seite eintreten. Die ungünstige Margensituation hat bei einigen Distributoren von Scannern zu erheblichen wirtschaftlichen Problemen geführt. Anbieter, die stark auf die Zusammenarbeit mit Distributoren gesetzt haben, müssen jetzt verstärkt nach Alternativen suchen.
Vom Trend zur Marktkonsolidierung profitieren werden Anbieter wie Inotec, die auf eine enge und faire Zusammenarbeit mit VARs und Systemintegratoren zugunsten des Kunden gesetzt haben. Anstelle des Verkaufs einzelner Komponenten setzt das Inotec-Partnerkonzept konsequent auf Lösungsangebote.

Konnte man in den letzten zwei Jahren klare Trends oder gar eine Trendwende beobachten? Was ist den Kunden beim Scannerkauf wichtig?

Schnautz: Entsprechend der gestiegenen Bedeutung des ECM-Themas stellen Kunden höhere Ansprüche an ihre Lieferanten. Neben guten und soliden Produkten wird eine aktive Betreuung über den Produktverkauf hinaus sowie eine hohe Lösungskompetenz erwartet. Inotec stellt sich diesen Anforderungen mit dem Aufbau von Kompetenz-Pools, in denen das Know-how des Unternehmens und seiner Partner zum Thema »Input Management« gebündelt ist. Der Kunde kann dieses Wissen gewinnbringend für sein Projekt nutzen, muss es aber nicht. Inotec nimmt dadurch neben seiner Funktion als Produktanbieter auch die Rolle des Projektförderers ein.

Welche Produktentwicklungen sind absehbar?

Schnautz: Hochleistungsscanner werden noch stärker in den gesamten Dokumenten-Workflow integriert und übernehmen dabei Prozesse, die bisher von nachgelagerter Software durchgeführt wurden. Dazu gehören zum Beispiel die Bildoptimierung, die automatische Farberkennung oder die Ausrichtung der Dokumente anhand des Textflusses. Scanner-Operatoren erhalten eine noch effektivere Betriebsunterstützung beispielsweise beim Papierhandling. Damit lassen sich selbst schwierigste Papierbelege noch einfacher und schneller verarbeiten.
Ein weiteres Zukunftsthema ist »Green IT«. Die Umwelt wird durch einen niedrigeren Energiebedarf und durch die Verwendung wieder verwertbarer Materialien entlastet. So nutzen wir bei unserer »Scamax 4x2«-Serie jetzt LEDs zur Ausleuchtung der Belege. Dadurch konnten wir den Stromverbrauch des Beleuchtungssystems um 75 Prozent reduzieren und gleichzeitig seine Haltbarkeit deutlich erhöhen. Weiterhin lassen sich unsere Scanner am Ende des Gerätezyklus komplett in alle Einzelteile zerlegen und von autorisierten Unternehmen recyceln.

Was ist derzeit die wichtigste Herausforderung beim Kunden, die er mit soliden Inputlösungen überwinden will?

Schnautz: Inputlösungen sind die Grundlage für eine kontinuierliche Optimierung wichtiger Geschäftsprozesse. So führt die Digitalisierung des Posteingangs zu einer deutlichen Beschleunigung des Informationstransfers unter Mitarbeitern und zu Kunden. Wenn die eingehende Post schnellstmöglich in den Workflow integriert wird und tagesaktuell im elektronischen Archiv abrufbar ist, steigert das den Kundenservice enorm. Zudem bieten Inputlösungen große Einsparpotenziale bei den Betriebskosten. Denken Sie hierbei beispielsweise an die Rechnungs- und Formularverarbeitung, die heute mit Inputlösungen weitgehend automatisiert stattfinden kann.

Welchen Stellenwert hat das Thema Inputmanagement und Dokumentenerfassung in kleinen und mittelständischen Unternehmen?

Schnautz: Inputmanagement ist für kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) mehr und mehr ein Thema. Investitionen in diese Technologien werden aber nur dann getätigt, wenn die Gesamtkosten transparent und überschaubar sind und sich der Aufwand lohnt. Hier sind auch die Anbieter gefordert, mit dem Kunden gemeinsam einen Kosten-Nutzen-Vergleich zu erstellen, der die Wirtschaftlichkeit der Investitionen aufzeigt. Eine große Hürde stellt für viele KMUs fehlendes Fachpersonal für die Implementierung und Betreuung der Inputlösung dar. Auch in diesem Punkt können Anbieter zusammen mit ihren Partnern unterstützend tätig werden und dadurch wertvolle Überzeugungsarbeit für die Anschaffung einer Inputlösung leisten.
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