14.10.2013 (as) Drucken
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Sharepoint-Interview mit Stephan Fasshauer, Microsoft

Mit »SharePoint 2013« und kommenden Versionen will Microsoft laut Stephan Fasshauer, Produkt Marketing Manager Sharepoint von Microsoft, Unternehmen moderne IT an die Hand geben, die hilft, mobiler zu sein. Es soll möglich sein, Plattformen zu nutzen, die verschiedene Generationen in einem Unternehmen verstehen und nutzen können - sowohl aus der Cloud als auch On-Premise.

Wie viele Anwender nutzen Ihrer Meinung nach SharePoint 2013 aktiv und wie viele andere Versionen von Sharepoint auf Deutschland bezogen und international betrachtet?

Stephan Fasshauer, Microsoft (Bild: Microsoft)
Fasshauer: Die Verbreitung und das Deployment des neuesten Produktes geht natürlich nicht ganz so schnell. Selbstverständlich sind sehr viele Unternehmen noch auf den Versionen 2007 und vor allem 2010. Wir sind erst seit Ende 2012 mit dem neuen Produkt auf dem Markt. Prozentuale Angaben haben wir hier keine. Aber gerade auch die Online-Version über Office 365 zeigt ein sehr ordentliches Wachstum.

Können Sie kurz die Verkaufsstrategie von Sharepoint erklären? Gibt es Sharepoint überhaupt als Stand-alone-Produkt oder nur im Bundle mit anderen Produkten?

Fasshauer: Sharepoint gab und gibt es alleinstehend zu erwerben. Grundsätzlich bieten wir eine Server-Version: »SharePoint Server« als Kauflizenz und eine Cloud-Version: »SharePoint Online« als Service zur Miete, die pro Nutzer pro Monat abgerechnet wird. Die Online-Variante ist Teil von Office 365, kann aber auch einzeln erworben werden. Beim Sharepoint Server kaufen Sie eine Server-Lizenz und entsprechend der Anzahl der Benutzer, die auf den Server zugreifen eine sogenannte Client Access License (CAL).

Wie sieht in diesem Zusammenhang die Preisgestaltung für Sharepoint aus?

Fasshauer: Sharepoint Server verkaufen wir über Reseller. Preisauskünfte können wir entsprechend nicht geben. Die kann man aber bei jedem Reseller erfragen. Sharepoint Online verkaufen wir direkt ab 2,50 Euro pro Nutzer pro Monat einzeln oder als Teil von Office 365, Preise finden Sie aber auf unserer Webseite.

Welche hauptsächlichen Verbesserungen liefert Sharepoint 2013?

Fasshauer: Besonders möchte ich die Social-Enterprise-Funktionen und das App-Modell hervorheben: Mit den neuen Funktionen für soziale Netzwerke von Sharepoint können Anwender Ideen teilen, Antworten finden und sehen, woran ihre Kollegen gerade arbeiten. Inhalte lassen sich auch von unterwegs und aus jeder Office-Anwendung heraus in Sharepoint veröffentlichen und mit wenigen Klicks für Personen innerhalb und außerhalb einer Organisation freigeben. Mit dem neuen Cloud-Appmodell können Anwender Sharepoint Apps mit herkömmlichen Webtechnologien erstellen. Anschließend können sie diese Apps im Sharepoint-Store veröffentlichen und für jedermann zum Testen und zum Kauf zur Verfügung stellen.

Welche Funktionen von Sharepoint werden von den Anwendern am meisten genutzt, welche am wenigsten?

Fasshauer: Das lässt sich schwer zusammenfassen. Aktuell werden Social-Enterprise-Funktionen stark nachgefragt. Sie finden viele Intranet-Lösungen auf Sharepoint, bei denen Workflows - angefangen von einfachen Urlaubsanträgen - integriert sind. Team-Sites mit Dokumentenablage, File-Sharing und Collaboration sind ein Herzstück und viele neue Funktionen in Office sind ohne Sharepoint gar nicht sichtbar. Die unternehmensweite Suche ermöglicht das Wiederfinden von Informationen über alle Ablagen und Team-Sites hinweg. Aber auch öffentliche Webseiten werden auf und mit Sharepoint erstellt. Durch eine große Anzahl von Drittanbieter-Lösungen wird Sharepoint nicht selten durch unternehmenskritische Lösungen erweitert.

Wie finden Unternehmen einen guten Dienstleister, der sie bei der Sharepoint-Integration unterstützt?

Fasshauer: Unsere zertifizierten Partner finden Sie auf unserer Webseite. Dort sind unterschiedliche Partner aufgeführt, die dabei unterstützen, aus Sharepoint das gewünschte Resultat herauszuholen. Nützlich sind aber auch die Referenzseiten, auf denen die entsprechenden Lösungen der Partner beschrieben sind.

Wo sehen Sie immer noch Lücken bei Sharepoint, die in künftigen Versionen angegangen werden?

Fasshauer: Es geht bei der Weiterentwicklung nicht darum, Lücken zu schließen, sondern Unternehmen moderne IT an die Hand zu geben, die ihnen hilft, mobiler zu sein, dieselben Informationen mit unterschiedlichen Geräten von überall zu beziehen. Es soll möglich sein, Plattformen zu nutzen, die verschiedene Generationen in einem Unternehmen verstehen und nutzen können, sowohl aus der Cloud als auch On-Premise. Unsere Neuerungen und Innovationen gehen genau in diese Richtung. Die Akquisition von Yammer ist strategisch für uns ganz wichtig, um Social Enterprise weiter voranzutreiben. Das App-Modell wird es ermöglichen, noch mehr Funktionalität durch Drittanbieter für den Sharepoint über einen standardisierten Weg anzubieten und doch den Sharepoint schlanker zu halten und schneller auf neue Versionen mit neuen Funktionen gehen zu können. Wenn all diese Dinge auf zufriedene Nutzer treffen, dann hat Sharepoint noch eine lange Zukunft.

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