23.02.2010 (eh) Drucken
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BPM Report 2010: Hemmschuh Unternehmensstukturen

Zielsetzungen der Unternehmen (Quelle: Ramco)
Zielsetzungen der Unternehmen (Quelle: Ramco)
BPM ist eigentlich keine Hexerei. Und deshalb gibt es für große Unternehmen eigentlich auch keine Alternative zum geschäftsprozessorientierten Management (Business Process Management/BPM). Entsprechend wollen die Unternehmen in Zukunft ihre Prozesse definieren, optimieren und messen können, über eine prozessorientierte IT-Unterstützung und leistungsfähige Steuerungs- und Auswertungsmöglichkeiten verfügen. Jedoch steckt die Beschreibung der eigenen Abläufe – grundlegend für ein professionelles BPM – bei einem Großteil der Unternehmen immer noch in den Kinderschuhen. Das zeigt der aktuelle »BPM Trend Report 2010« von Ramco Systems, der in Zusammenarbeit mit der Hamburger Unternehmensberatung SoftSelect erstellt wurde. Befragt wurden dazu bis Ende 2009 insgesamt 100 Konzerne und große Mittelständler in der gesamten DACH-Region.

Der Report zeigt auf, dass zwischen Wunsch und Wirklichkeit in Sachen BPM noch größere Lücken klaffen. Bisher haben fast alle Befragten prinzipiell schon BPM-Grundlagen geschaffen, indem sie Prozessverantwortliche und Prozessteams bestimmt haben. Ursache war aber wohl öfters nur eine ISO-Zertifizierung im Rahmen des Qualitätsmanagements, denn etwa jedes fünfte Unternehmen hat seine Abläufe bisher nur einmal definiert und visualisiert. Zum professionellen BPM gehört aber nach Meinung von Ramco die regelmäßige automatisierte Gestaltung und notfalls Anpassung bzw. Änderung der Geschäftsprozesse, abhängig von der Gesetzes- oder Marktlage oder der eigenen Strategie. Das machen aber laut Studie erst gut zwei Drittel der Unternehmen, die überhaupt Prozesse beschrieben haben.

Auf unterster der fünf Ebenen zur BPM-Reifegrad-Messung
38 Prozent haben ihre Abläufe allerdings bisher noch gar nicht dargestellt. Damit befinden sich die meisten Umfrageteilnehmer hinsichtlich Management, Verfahren, Strategie und Prozessänderung noch auf den unteren der fünf Ebenen des »Business Process Maturity Models«, dem internationalen Standard zur BPM-Reifegrad-Messung. Dennoch sehen die Unternehmen sich in Zukunft prozessorientiert. Langfristig wollen fast alle Befragten vor allem die Prozesseffizienz steigern (90 Prozent)

Ein größerer Schwachpunkt ist offenbar die Anpassungsfähigkeit der Systeme, die von einem guten Drittel für nur zufriedenstellend bis suboptimal gehalten wird. Erst 41 Prozent der Teilnehmer verfügen bisher über servicebasierte Unternehmenssoftware. 60 Prozent nutzen Webdienste zur partiellen Überbrückung starrer IT-Systeme. Von künftigen Systemen erwarten die Unternehmen vor allem, dass sie die Prozesseffizienz verbessern (96 Prozent), deutlich weniger Wartungs- und Pflegekosten verursachen (94 Prozent), flexible Anpassungen erlauben (93 Prozent) und weitere Geschäftsanwendungen integrieren können (91 Prozent). Auch die Unterstützung von Web-Services, integrierte Prozessoptimierungswerkzeuge, Skalierbarkeit, Webzugriff auf die Anwendungen und Plattformunabhängigkeit finden etwa zwei Drittel zukunftswichtig.

»Der ‚BPM Trend Report 2010’ zeigt, dass der Bedarf nach ganzheitlichen BPM-Konzepten und integrierten Plattformen weiter steigt«, resümiert Lars Frutig, Geschäftsführer Marketing & Vertrieb von Ramco Systems in der Schweiz. Alle Ergebnisse des Reports können kostenfrei angefordert werden.

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