22.03.2011 (eh) Drucken
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De-Mail erhält grünes Licht vom Bundesrat

  • De-Mail erhält grünes Licht vom Bundesrat
  • De-Mail wird Spam im Keim ersticken
  • De-Mail sorgt aber auch für allerhand Kritik

De-Mail-Logo (Bild: Bundesministerium des Innern)
Das Projekt »De-Mail« lässt sich wohl nicht mehr aufhalten. Der Bundesrat machte kurz vorm vergangenen Wochenende den Weg frei für die Einrichtung der so genannten De-Mail-Dienste. Damit sollen die Internetnutzer künftig auch solche Geschäfts- und Behördenschreiben auf elektronischem Wege schicken und erhalten können, bei denen sie bisher auf die Post angewiesen waren. Der Bundestag hatte Ende Februar seine Zustimmung zur neuen Generation der elektronischen Post gegeben. Noch ist trotzdem nicht sicher, ob die De-Mail der Papierpost den Rang ablaufen kann.

Bildlich übertragen auf den Postverkehr ist die E-Mail die Postkarte – und die De-Mail der Brief. Auf dem Postweg vom Sender zum Empfänger können Unberechtigte die Postkarte lesen, der Brief hingegen ist verschlossen. Bestenfalls Geheimdienste können hier noch mitlesen.

De-Mail wird Spam im Keim ersticken

Ähnliches hatten die Initiatoren mit der De-Mail im Sinn, deren Inhalte verschlüsselt durch das Internet geschickt werden. Nutzer müssen sich beim Einrichten eines De-Mail-Postfachs außerdem identifizieren. Damit ist immer klar, wer Nachrichten schickt. Dies gilt als natürlicher Riegel für Spam-Mitteilungen. Zustellung und Empfang können außerdem nachgewiesen werden.

Provider, die De-Mail anbieten wollen, müssen bestimmte Sicherheitskriterien erfüllen. Sie lassen sich beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifizieren und werden von diesem überwacht. Der normale Verbraucher muss sich ein De-Mail-Postfach einrichten. Dabei muss eindeutig die Identität nachgewiesen werden, entweder mit dem neuen Personalausweis oder per Postident-Verfahren bei der Deutschen Post.

De-Mail sorgt aber auch für allerhand Kritik

Hier setzen freilich Kritiker an. Denn da der neue Personalausweis, der sich auch für sichere Internet-Transaktionen eignet, ohnehin kommt, erscheint mit der De-Mail alles doppelt gemoppelt. Jeder E-Mail-Provider kann schließlich auch mit dem neuen Personalausweis ein sicheres E-Mail-Konto a la De-Mail einrichten. Warum also ein erneuter Identitätsausweis? Auf netzpolitik.org wird sogar diskutiert, die De-Mail aus – kurioserweise nachvollziehbaren – Datenschutzgründen zu boykottieren.

Wie auch immer – die De-Mail soll nun kommen. Sie hat prinzipiell das Zeug, zumindest schneller und in breiterer Masse beim Anwender eingeführt zu werden als der neue Personausweis. Dann aber können aufgrund der Verschlüsselung per De-Mail behördliche wie geschäftliche Dokumente verschickt werden. Dazu zählen etwa amtliche, termingebundene Schreiben, bei denen beispielsweise das Datum des Poststempels relevant ist. Ebenso ist die Korrespondenz etwa mit Bank und Versicherung per De-Mail möglich.

In der Praxis eingeführt werden dürfte die De-Mail so im Laufe des zweiten Halbjahres 2011. Diverse Anbieter wie die Deutsche Telekom und T-Systems sowie die E-Mail-Dienstleister GMX und web.de ermöglichen es bereits jetzt schon, sich eine De-Mail-Adresse kostenlos zu reservieren.

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