08.08.2012 (eh) Drucken
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Easy Software weist Allgeier-Übernahmeangebot zurück

  • Inhalt dieses Artikels
  • Laut Bank-M-Studie ist Easy 5,15 Euro je Aktie wert
  • Easy-Vorstände wurden auf Hauptversammlung nicht entlastet
Kurssprung Anfang Juli: Aktienkurs der Easy Software AG (Quelle: Yahoo.de)
Kurssprung Anfang Juli: Aktienkurs der Easy Software AG (Quelle: Yahoo.de)
Schwerer Rückschlag für die Münchner Allgeier SE, die Easy Software AG zu übernehmen. Allgeier hatte vor rund einem Monat ein öffentliches Übernahmeangebot unterbreitet. Geboten werden 4 Euro je Easy-Aktie bzw. rund 21,8 Millionen Euro. Jetzt haben sich Vorstand und Aufsichtsrat von Easy entschlossen, ihren Aktionären zu empfehlen, die Übernahmeofferte von Allgeier nicht anzunehmen. Das Easy-Management hält den Kaufpreis für »nicht angemessen«.

Das Allgeier-Angebot hatte den darbenden Easy-Kurs Anfang Juli um rund elf Prozent nach oben gehievt. Seither steht er knapp über der 4-Euro-Marke. Die Börse rechnet damit, dass der Deal eigentlich zustande kommt, bzw. dass es evtl. sogar noch einen Nachschlag gibt, da Allgeier die Offerte an das Erreichen von mindestens 75 Prozent Zustimmungsquote knüpft. Das Angebot läuft derzeit und endet am 21. August 2012 um 24:00 Uhr (Ortszeit Frankfurt am Main).

Laut Bank-M-Studie ist Easy 5,15 Euro je Aktie wert

Easy hat auf ihrer Homepage ein sehr ausführliches 40-seitiges Dokument als Stellungnahme veröfffentlicht. Das Gros befasst sich mit rechtlichen Regularien. Knackpunkt des »nicht angemessenen« Übernahmepreises ist eine Studie der Bank M vom 12. Juni 2012 – also vor der Angebotsabgabe durch Allgeier –, wonach Easy einen »fairen Wert« (Kurzziel) von 5,15 Euro je Aktie hätte.

Zwar führt Easy aus, dass Allgeier über ihre ECM-Tochter Allgeier IT Solutions mit »scanview« ein vergleichbares Konkurrenzprodukt wie die Easy-ECM-Lösung im Portfolio führe. Und das Easy-Management kann diesem Punkt sogar Positives abgewinnen: »Das Produkt der Bieterin und die Produkte der Easy Software richten sich nach überschlägiger Bewertung des Vorstands und des Aufsichtsrats im Wesentlichen jedoch aufgrund unterschiedlicher Ausgestaltung an unterschiedliche Kundengruppen. Während Scanview nach Einschätzung des Vorstands vor allem in großen Projekten mit hohem Dienstleistungsanteil verwendet wird, ist das Produktportfolio der Easy Software sehr viel stärker standardisiert und damit insbesondere für Mittelstandskunden attraktiv. Das Produkt Scanview der Bieterin steht damit nach Einschätzung von Vorstand und Aufsichtsrat nicht in direkter Konkurrenz zum Angebot der Easy Software.«

Easy-Vorstände wurden auf Hauptversammlung nicht entlastet

Trotzdem werde letztendlich das Angebot zurückgewiesen. Easy hatte zuletzt mit einer turbulenten Hauptversammlung zu kämpfen, auf der mit Gereon Neuhaus ein ehemaliger Vorstand und mit Großaktionär und Aufsichtsratsvorsitzender Manfred A. Wagner zwei Manager mit Betrugsvorwürfen und Mauscheleien große Teile der Diskussion einnahmen. Auf der Hauptversammlung vorletzte Woche wurde auch keiner der Vorstände entlastet.

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