Bei der Glas-Disk werden die Daten nicht mittels Laserstrahl in eine DVD gebrannt. Vielmehr werden die Daten in einem fotolithografieähnlichen Prozess in die Oberfläche der Glasdisk geätzt. Dadurch weist die Glas-Disk konstruktionsbedingt bereits größte Widerstandsfähigkeit gegenüber allen denkbaren Umwelteinflüssen wie Feuchtigkeit, Temperatur, Strahlung, elektrischen und magnetischen Feldern sowie mechanischen (Kratzer) und chemischen (beispielsweise durch Reinigungsmittel) Beanspruchungen auf.
Heißt: In einem DVD-Brenner lässt sich die Glas-Disk nicht beschreiben. Aber sie lässt sich mit jedem DVD-Laufwerk auslesen. Daten, die auf der Glas-Disk archiviert werden sollen, müssen deshalb an Syylex angeliefert werden. Als Vertriebspartner sucht Syylex deshalb in erster Linie Digitalisierungs-, Scan- bzw. Archivierungsdienstleister, die ihren Kunden die Datenspeicherung auf einem wirklich sicheren Datenträger offerieren wollen. Zielkunden sind unter anderem Museen, Bibliotheken, Privatarchive, Behörden, Banken, Versicherungen, Pharma-Konzerne, Krankenhäuser, Ärzte, mittelständische Unternehmen, Architekturbüros, Anwaltskanzleien und Ingenieurs-Dienstleister.
Durch das Ätzverfahren sind die Daten nachträglich nicht mehr veränderbar. »Die Glas-Disk eignet sich bestens für jegliche Art von Compliance-Anforderungen«, erklärt Syylex-Technologieleiter Dr. Stephan Knappmann gegenüber speicherguide.de. »WORM-Funktionalität ist also im Produkt bereits eingebaut.«
Die Dienstleistung, eine komplette Glas-Disk mit rund 4,7 GByte zu beschreiben nebst der evtl. vorgelagerten Scan-Dienstleistung, dürfte laut Dr. Knappmann auf rund 150 Euro kommen. »Mit der Glas-Disk wollen wir ein digitales Speichermedium anbieten, das die Daten mindestens genauso lange hält wie Papier«, umschreibt Dr. Knappmann die Vorteile.
Archivdaten, in eine Glasdisk eingeätzt. Das hat was.
Es kostet leider was, aber die Idee ist nicht schlecht.
Ein Selbstläufer wirds allerdings nicht.