20.02.2006 (eh) Drucken

NetApp punktet mit Midrange-Systemen im dritten Quartal

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Johannes Kunz
Vor allem aufgrund einer starken Nachfrage nach seinen Midrange-Produkten wie der neuen FAS3000-Linie hat Network Appliance im abgelaufenen dritten Fiskalquartal (27. Januar) sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis kräftig zulegen können. Der Umsatz kletterte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 30 Prozent auf 537 Millionen US-Dollar. Der Nettogewinn stieg um 27 Prozent auf 76,4 Millionen US-Dollar oder 20 Cent pro Aktie.


Insbesondere in Europa hat NetApp eine gute Performance hingelegt. »Das liegt daran, dass hier viele Firmen im Dezember ihre noch verbliebenen Budgets ausgeben«, erklärt Johannes Kunz, Marketing Director EMEA bei NetApp gegenüber speicherguide.de. Für das laufende Geschäftsjahr 2005/06 (30. April) rechnet der Speicherspezialist mit einem Umsatzplus von 28 bis 29 Prozent. Der Gewinn soll sich auf 73 bis 74 Cent pro Aktie belaufen.

Die guten Margen erklärt Kunz mit dem Absatzmix: 55 Prozent der Erlöse würden mit Hardware erzielt, 45 Prozent mit Software und Services. »Hier liegen die Margen bei über 60 Prozent«, so Kunz. Größter Konkurrent ist ganz klar ECM, »die spüren wir am stärksten«. Nach hausinternen Berechnungen und IDCZahlen habe man zuletzt im Storage-Geschäft IBM überrunden und auf Platz 3 vorrücken können. »Jetzt ist es unser Ziel, HP zu überholen«, sagt Kunz.

Gut im Rennen lagen im dritten Quartal die Verschlüsselungsprodukte, die man durch den Zukauf von Decru ins Haus bekam. »Das lief vor allem in den USA sehr gut, hier werden jetzt Tapes damit verschlüsselt«, erläutert Kunz. Datensicherheit spiele dagegen in Europa »noch nicht die gleiche Rolle wie in den USA«, hier verlagere sich das »in andere Bereiche«. Darüber hinaus haben auch iSCSI-Systeme kräftig gebommt, wenn auch »von einer niedrigeren Basis aus«. Generell fasse NetApp laut Kunz »im SAN-Bereich immer mehr Fuß«.

Seit einigen Wochen werden Archivierungs-, ECM- und Compliance-Produkte eingeführt, die auf einem OEM-Deal mit Kazeon Software basieren (speicherguide.de berichtete). Hier geht es im Prinzip um das Datenmanagement von unstrukturierten Daten. »Das läuft gerade sehr gut an«, so der NetApp-Marketier, »hier gibt es echten Bedarf«.

Wegen des generell starken Wachstums hat NetApp als Strategie ausgegeben, innerhalb eines Jahres 1.200 Mitarbeiter neu einzustellen. Im dritten Quartal blieb man dieser Vorgabe treu, es wurden 300 Jobs neu geschaffen. Auch in München/Grasbrunn suche man laut Kunz derzeit Leute, vor allem im Bereich Vertrieb und Service.

Ein Auge hat NetApp trotz des Erfolgs im Midrange-Segment aber auch auf den Markt für kleinere Unternehmen geworfen. »Wir werden im Lowend-Bereich demnächst nachziehen«, ließ Kunz durchblicken. Aber auch im Highend-Bereich werde man das Portfolio im Frühjahr erweitern. Kunz bestätigte, was auf diversen US-Websites bereits herumgeistert: Voraussichtlich im Mai komme eine Linie, die jetzt noch unter dem Codewort »Excelsior« gehandelt wird. Schließlich steht ja auch bei EMC ein Lineup an unter dem Codewort »Sledgehammer«.

Die gute Kursperformance von NetApp ist übrigens mitverantwortlich für das gute Abschneiden des Storage-Aktien-Zertifikats, das die Dresdner Bank in Zusammenarbeit mit dem Börsenbrief »Betafaktor« aufgelegt hat. In dem Basket des Zertifikats sind überdies noch die Unternehmen Adic, Plasmon, Seagate, EMC, Symantec, SanDisk, Imation, Singulus und Adaptec enthalten.

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