11.04.2011 (eh) Drucken
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Opentext ruft Web 3.0 aus

  • Opentext ruft Web 3.0 aus
  • Trend: ECM muss überall verfügbar sein
  • G20-Projekt wurde ein enormes Renomee-Projekt
  • »Wir sind jetzt das Facebook für Unternehmen«
  • Marketing-Abteilungen entscheiden ohne IT-Abteilungen

Tom Jenkins
Die IT-Branche im Allgemeinen und das ECM-Segment (Enterprise Content Management) im speziellen stehen vor allerhand Herausforderungen. »Cloud, soziale Netzwerke und mobile Endgeräte haben die IT in den letzten zwei Jahren stark verändert«, sagte Tom Jenkins, Executive Chairman und Chief Strategy Officer beim ECM-Spezialisten OpenText, letzte Woche auf den »Content Days«, dem Kunden- und Partnerevent des Unternehmens. »Und als ob das noch nicht genug gewesen wäre – die drei Sachen passierten auch noch zugleich.«

Jenkins umreißt damit die Tatsache, dass die IT gerade vor enorme Aufgaben zu meistern hat, vor allem, was Unternehmensdaten anbelangt. »In Unternehmen ist sehr viel Informationen angesammelt«, erläuterte Jenkins gegenüber ECMguide.de. »Viele wissen aber nicht, wo sich die Informationen befinden, wohin sie eigentlich hin gehörten, und was damit Sinnvolles zu tun ist.« Und dazu kommt, dass Wikileaks derzeit ebenfalls sehr vieles verändere. »Die Mitarbeiter in der Firma« seinen nun manchmal ein größeres Problem als Angreifer von außen.

Trend: ECM muss überall verfügbar sein

Wenn allerdings Social-Media und mobile Endgeräte in Unternehmen richtig genutzt werden, dann bewirke dies oft einen ungeahnten Produktivitätsschub. Wissensmanager in Unternehmen trauen oft ihren Augen nicht, dass Menschen freiwillig ihr Wissen untereinander austauschen. Oder sie treten freiwillig via soziale Netzwerke miteinander in Kontakt. Sehr oft kommt es nun auch vor, dass sie sich spontan zu Expertenteams zusammenfinden, um gemeinsam Probleme zu lösen und neue Ideen zu entwickeln.

Für Opentext lautet deshalb das Credo, ECM überall verfügbar zu machen. »Managing Content in the Cloud« ist deshalb eines der Schlagworte, das Jenkins gerne propagiert. Der Opentext-Vordenker führt als Beispiel für ein solches soziales Netzwerk die von Opentext gehostete G20-Gipfel-Website an. Das dazugehörige Interface ist auf allen Endgeräten gleich, die Bedienung erfolgt intuitive. »Was früher nur am PC verfügbar war, muss jetzt auf allen mobilen Geräten verfügbar sein.«

G20-Projekt wurde ein enormes Renomee-Projekt

Alleine in diesem Jahr werden voraussichtlich weltweit mehr als 50 Tablet-PCs und über 200 Smartphones angekündigt. Aus diesem Grund hat Opentext kürzlich weComm übernommen, mit dessen Technologie sich Inhalte – vor allem Multimedia- und Rich-Content-Inhalte – sehr schnell auf allen mobilen Plattformen verfügbar machen lassen (ECMguide.de berichtete).

Das G20-Projekt avancierte mittlerweile zu einem enormen Renomee-Projekt. Vor zwei Jahren startete es mit der G20-Konferenz in Kanada, letztes Jahr folgte Südkorea, und in diesem Frühjahr tagen die Politiker im französischen Nizza. Die Bedienung musste so einfach und intuitiv sein, dass es mit einer Minieinweisung sofort zu verstehen war. »Ein Referent aus China musste es genau so schnell bedienen können wie eine Präsidentensekretärin aus Indien«, meinte Jenkins.

»Wir sind jetzt das Facebook für Unternehmen«

Mit dem G20-Projekt habe Opentext so viel über Collaboration und Sicherheit gelernt, dass Jenkins selbstbewusst betont: »Wir sind jetzt das Facebook für Unternehmen.« Nach seiner Einschätzung greift einer von drei Internetnutzern beim Surfen auf Webseiten zu, deren Inhalte mit Opentext-Technologie optimiert wurden.

Jenkins denkt deshalb, dass es nun an der Zeit sei, das Web 3.0 zu proklamieren. Web 1.0 dauerte in etwa von Anfang der 90er bis ca. 1999. Die Web-2.0-Ära hätte demnach dann von 2000 bis ca. 2010 gedauert. Ab 2011 sei man nun im Web-3.0-Zeitalter. Markant dafür ist laut Jenkins die semantische Suche sowie hochpersonalisierte Webseiten, wie sie eben zum Beispiel Facebook anbietet.

Marketing-Abteilungen entscheiden ohne IT-Abteilungen

Für Jens Rabe, VP Business Strategy bei Opentext, heißt die neue Entwicklung, dass man mehr auf den Endkunden zugehen müsse: »Wir waren lange Zeit sehr technikorientiert, und wendeten uns nur an die IT-Abteilung.« Und die Marketing-Abteilungen in den Unternehmen gingen früher zu den IT-Abteilungen, um ihre Kampagnen umsetzen zu lassen. Das ändere sich laut Rabe jetzt: »Viele Marketing-Abteilungen kaufen in Eigenregie sehr viel Cloud-Services.«

Für Opentext heißt dies nach Meinung von Rabe, dass man sich deutlich stärker spezialisieren müsse, um mit den neuen Trends Schritt zu halten: »Wir erfinden uns derzeit teilweise komplett neu.« Anwender würden ihre bisherigen Lösungen sicherlich nicht wegwerfen, aber bei neuen Projekten durchaus neue Technologien einsetzen und so hybride Welten schaffen.


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