
Als neuen Umsatzlieferanten für die Zukunft hat Lexmark den ECM-Bereich auserkoren. Dafür hat der Druckerhersteller in den letzten 18 Monaten knapp 500 Millionen US-Dollar in den Kauf der ECM-Softwarefirmen Perceptive Software, Pallas Athena und Brainware investiert. Weitere Firmenakquisitionen sind für Lexmark in diesem Bereich durchaus vorstellbar.
»Bislang war die Lexmark-Strategie Papier-getrieben, doch nun beginnt eine neue Ära für Geschäftskunden, die Informations-getrieben ist«, erklärt Klinkhammer. Der Peak im Papierverbrauch in Unternehmen sei erreicht. Lexmark beobachtet eine komplette Verhaltensänderung mit dem Medium Papier. Daher will das Unternehmen ECM-Systeme aus einem Guss bieten, die vom Input über Dokumentenmanagement bis hin zum Output gehen und auch mit anderer Business-Software kompatibel sind.
Der Input geschieht per Scan über Multifunktionsgeräte. Klinkhammer kann sich vorstellen, dass der Anwender per Touch-Screen bereits eingeben kann, wo das Dokument gespeichert werden soll. Hochleistungsscanner bietet Lexmark nicht. »Jedoch sind die Scan-Eigenschaften unserer Multifunktionsgeräte sehr leistungsstark. Wo vor ein paar Jahren noch Hochleistungsscanner notwendig waren, wie beim Belegscannen im Bankensektor, können unsere Modelle heute schon die gleiche Arbeit leisten«, erläutert Michael Lang, Direktor Channel und Retail DACH bei Lexmark.
Perceptive Software soll als eigenständige Lexmark-Company agieren und das ECM-Geschäft repräsentieren. Pallas Athena und Brainware werden unter dem Perceptive-Dach angesiedelt. Die vor allem in den USA bestehende ECM-Kompetenz von Perceptive soll so erhalten bleiben. Daneben will man auch Nicht-Lexmark-Kunden den Perceptive-Zugang offen halten. Der großen ECM-Konkurrenz in Deutschland durch viele mittelständische ECM-Unternehmen wie Optimal Systems, SER, Docuware und ELO will Perceptive mit technisch überzeugenden Lösungen und großer finanzieller Potenz begegnen.