13.11.2012 (as) Drucken
(4.7 von 5, 6 Bewertungen)

Dynamische Trends im Web Content Management

  • Dynamische Trends im Web Content Management
  • Dynamische Inhalte zeigen Grenzen auf
  • Modernes Web-Design mit neuen Standards
  • WCM-Systeme sind nicht automatisch für alles bereit

Innerhalb weniger Jahre haben dynamische Web-Inhalte und speziell die mobile Internetnutzung sowie Web-2.0-Applikationen die Anforderungen an Web-Content-Management-Systeme stark verändert. Früher oder später müssen Webseiten-Betreiber daher alte WCM-Systeme ersetzen. Jedoch ist nicht jedes WCM-System automatisch für die modernen Herausforderungen gerüstet.

Die CMS-Lösung FirstSpirit integriert verschiedenste Anwendungen (Bild: e-Spirit)
Die CMS-Lösung FirstSpirit integriert verschiedenste Anwendungen (Bild: e-Spirit)
Die ursprüngliche Aufgabe von Web-Content-Management-Systemen (WCMS) bestand darin, Webseiten mit Inhalten zu füttern, die vom PC aus gelesen werden. Innerhalb weniger Jahre hat sich einiges verändert: Anwender nutzen Webseiten über unterschiedlichste Hardware wie Smartphones, Tablet-PCs, Spielkonsolen und Fernseher. Die konsumierten Inhalte stammen nicht mehr nur vom Webseitenbetreiber, sondern von weiteren Anbietern, automatisierten Diensten und Anwendern sowie aus sozialen Netzwerken. Gleichzeitig bedeutet dies, dass Inhalte nicht nur konsumiert werden, sondern ein bidirektionaler Datenaustausch stattfindet. Zudem müssen WCM-Produkte mit vielen Systemen wie Analyseprogrammen, E-Commerce-Systemen, Datenbanken und Dokumenten-Management-Systemen zusammen arbeiten. Anbieter von WCM-Systemen sind gefordert, sich auf diese Trends einzustellen und ihre Funktionen entsprechend zu trimmen. Die Konsequenz für die Anwender lautet, alte WCM-Systeme zu ersetzen.

Dynamische Inhalte zeigen Grenzen auf

Diese Entwicklung bestätigt auch das Marktforschungsunternehmen Forrester Research. Demnach sind traditionelle Webarchitekturen von Unternehmen vor allem nicht ausreichend auf die Herausforderungen ausgelegt, die dynamischer Web Content erzeugt. Dynamischer Web Content besteht aus kleinen Programmen beziehungsweise Applets wie Java- oder ActiveX-Plugins, die in HTML-Seiten eingebettet sind. Sie sorgen zum Beispiel dafür, dass Animationen, Videos und Tonwiedergaben erfolgen und Interaktivität möglich ist.  Generell sorgen die eingangs beschriebenen Entwicklungen wie die mobile Nutzung des Internets für einen deutlichen Anstieg bei dynamischen Webinhalten. Laut Forrester wird eine gigantische Welle dynamischer Inhalte entstehen, auf die sich Unternehmen vorbereiten sollten. »Die große Bandbreite an möglichen Dynamisierungsszenarien und die gleichzeitig steigenden Erwartungen an eine positive User Experience stellt Unternehmen vor komplexe Herausforderungen«, meint auch Andreas Knoor, Head of Product Management der e-Spirit AG. »Ein professionelles Content Management System kann Unternehmen dabei unterstützen, indem es eine flexible Infrastruktur zur Verfügung stellt, mit der sich auch scheinbar gegensätzliche Anforderungen erfüllen lassen: Hohe Dynamik der Inhalte bei gleichzeitig performanter Auslieferung der Website sowie eine stabile Systemarchitektur und Integration unterschiedlicher Webanwendungen für ein konsistentes Nutzererlebnis für den Besucher einer Website.«

Modernes Web-Design mit neuen Standards

Das gesamte Web-Design wird immer dynamischer, da beispielsweise Echtzeitinformationen und Inhalte aus sozialen Netzwerken verschiedenste Web-Applikationen durchwandern. Um sie zu verarbeiten und generell mehr Bedienkomfort zu gewährleisten, verwenden Web Entwickler verstärkt Rich Internet Applications (RIAs), die vielfältige Interaktionsmöglichkeiten mit ihrer Benutzeroberfläche bieten. Eine RIA ermöglicht dem Besucher einer Webseite zum Beispiel Drag and Drop, 3D-Effekte, Animationen und Unterstützung diverser Videoformate und anderer Medien. Hierzu werden beispielsweise HTML5-, CSS, XML- und XSL-Tools und -Schnittstellen eingebunden, die die WCM-Systeme heutzutage unterstützen müssen.

Der Customer-Experience-Management-Ansatz von Opentext (Bild: Opentext)
Der Customer-Experience-Management-Ansatz von Opentext (Bild: Opentext)
Um gerade der mobilen Entwicklung Rechnung zu tragen, müssen WCM-Systeme erheblich mehr leisten als in der Vergangenheit. Hierzu zählt auch, kürzere und modularere Inhaltstypen anzubieten, damit die Inhalte an die verschiedenen Hardwaretypen angepasst werden. Dafür muss das System zunächst in der Lage sein, zu erkennen mit welchem Gerät der Anwender auf die Webseite zugreift. Je nachdem welches Geräteformat der Benutzer verwendet, sollte er dann den dafür optimierten Inhalt zu Gesicht bekommen. Redaktions- und Autorenfunktionen sowie Freigabeprozeduren müssen die Hersteller ebenfalls auf die mobilen Herausforderungen zuschneiden und automatisieren. Egal wo und mit welchem Gerät Autoren auf das WCM-System zugreifen, sollten sie in der Lage sein, den Webseiten-Inhalt zu verändern und zu verwalten.

WCM-Systeme sind nicht automatisch für alles bereit

Diesen mobilen Anforderungen sind einige WCM-Systeme ebenso wenig gewachsen wie den Anforderungen, die sich durch Social Media ergeben. »Social Media bedeutet Interaktion«, erläutert Matthias Tausendpfund, Solutions Specialist Customer Experience Management von Opentext. Also müsse WCM heute den Dialog, die bidirektionale Kommunikation unterstützen. »Darüber hinaus aber hat eine WCM-Lösung Prozesse für Social-Media-Inhalte wie Suche, Filterung oder Analyse abzubilden. Die Analyse muss dabei übergreifend sein und neben sozialen Netzwerken auch die anderen Webinhalte einbeziehen. Außerdem müssen sich Redaktionsworkflows zur gleichzeitigen Auslieferung von Inhalten auf verschiedenen Plattformen, Portalen und soziale Netzwerken einrichten lassen und dazu bedarf es entsprechender Werkzeuge«, ergänzt Tausendpfund. WCM-Tools müssen hinsichtlich Social Media auch in der Lage sein, personenbezogene Profile anzulegen und Activity Streams zu führen. Sind die WCM-Systeme fähig, diese hohe Flexibilität zu bieten und den ständig wechselnden Inhalt zu gestatten, müssen sie trotzdem eine übersichtliche Navigation und Bedienung vorweisen, damit sich die Anwender zurecht finden.

Betreiber einer Webseite sollten sich aufgrund der neuen Möglichkeiten im Klaren sein, dass sie nicht mehr die allumfassende Hoheit über das haben, was über die Webseite veröffentlicht wird. Umso wichtiger ist es Kontroll-, Analyse- und Sicherheitswerkzeuge und – mechanismen zu installieren, damit kein Risiko aus dem modernen Webauftritt entsteht.

Kommentar schreiben