28.09.2009 (ubr) Drucken
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Im Interview: Open Text

Detlev Legler, Vice President Sales EMEA Central Region, Open Text

Spätestens seit Web 2.0 und Social-Media werden immer mehr Inhalte in unterschiedlichsten Formaten verteilt, zusammen bearbeitet oder für Dritte zur Verfügung gestellt. Sei es im Internet oder im eigenen Unternehmen, eine solche Art der Zusammenarbeit sowie die schnell anwachsenden Inhalte benötigen gute Web- oder Content-Management-Systeme, damit der Verantwortliche Überblick und Kontrolle behält. Dabei muss er für die Integration auf viele Faktoren achten.
Wir sprachen mit Detlev Legler, Vice President Sales EMEA Central Region bei Open Text über Lösungsansätze und Trends bei Web/Content-Management-Systemen.

Was sind die größten Herausforderungen im Content/Web-Management?

 Detlev Legler 
Detlev Legler
Legler: Die größten Herausforderungen heißen Prozessorientierung und Compliance. Beides ist nur durch eine nahtlose Integration von Lösungen für Content/Web-Content-Management in die Unternehmens-IT zu erreichen. Denn nur so können Inhalte – insbesondere wenn sie mit den neuen Social-Media erstellt werden – über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg verwaltet werden. Gelingt dies, so winken Produktivitätssteigerungen, zuverlässige Compliance und Rechtssicherheit sowie eine höhere Prozessqualität als Lohn. Insgesamt werden die Unternehmen dadurch agiler.

Was müssen Unternehmen bei der Integration von Content/Web-Management-Systemen berücksichtigen?

Legler: Integration ist als umfassendes Konzept zu verstehen. Deshalb müssen nicht nur die verschiedenen Einzellösungen für Content/Web-Content-Management untereinander integriert sein. Vielmehr müssen sie sich auch einfach und nahtlos an Drittlösungen, zum Beispiel für ERP oder CRM, anbinden lassen. Und drittens darf sich die Integration nicht nur auf die Anbindung im Backend beschränken. Das heißt, dass die Funktionalitäten in den jeweiligen Arbeitsoberflächen der Anwender zur Verfügung stehen müssen – egal ob es sich dabei nun um ein Office-Programm oder die Oberfläche des ERP-Systems handelt.

Welche Kriterien bestimmen die Wahl des Content/Web-Management-Systems?

Legler: Die wichtigsten Kriterien lauten Prozessunterstützung, Integrationsfähigkeit, flexible Erweiterbarkeit und Konfigurierbarkeit sowie Skalierbarkeit. Denn Ausgangs- und Endpunkt eines jeden Content/Web-Content-Management-Projekts sollten immer die konkreten Prozesse sein – und die sprengen in der Regel Abteilungs-, Anwendungs- und System- sowie Unternehmens- und Ländergrenzen. Wenn die Prozesse und Wertschöpfungsketten bei der Planung im Mittelpunkt der Überlegungen stehen, wird sehr schnell klar, dass Lösungen, die den genannten Kriterien nicht genügen, zu einem Investitionsgrab werden können.

Es gibt dynamische oder statische Lösungen. Was muss der Kunde hier wissen?

Legler: Prozesse verändern sich, weil Kundenanforderungen und Märkte dynamisch sind. Dass eine Content/Web-Content-Management-Lösung zu 100 Prozent alle gegenwärtigen Prozessanforderungen erfüllt, reicht also nicht aus. Der Kunde muss sich vielmehr überlegen, wie seine Prozesse in ein oder zwei Jahren aussehen könnten, und daraufhin prüfen, mit welchem Aufwand sich solche Änderungen und Weiterentwicklungen auf Basis der zur Auswahl stehenden Lösungen vornehmen lassen.

Was zeichnet ein gutes Content-Management-System aus und welche Features sollten Unternehmen unbedingt erwarten?

Legler: Gute Content-Management-Systeme zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sich mit ihnen eine unternehmensweite und integrierte Infrastruktur für das Management von Inhalten aufbauen lässt. Daraus ergibt sich das zweite Kriterium, nämlich die Frage, ob ich als Kunde bereits beim ersten Projekt eine solche umfassende Content Management-Plattform implementieren muss oder mich diesem Ziel sukzessive annähern kann. Mit anderen Worten: eine gute Lösung wächst dynamisch mit den Kundenanforderungen mit. Bei Open Text verwenden wir das Bild der ECM-Reise, die sich in der Architektur unserer Lösungen widerspiegelt. Auf funktionaler Ebene kommt es darauf an, dass sich damit der gesamte Lebenszyklus von Inhalten rechtssicher abbilden lässt. Das erfordert Funktionalitäten wie Metadatenmanagement, Records-Management, Archivierung oder Business-Prozess-Management.

Welche Trends bewegen den CMS-Markt?

Legler: Im Wesentlichen sind das die Themen Produktivität, Prozessqualität und Rechtssicherheit oder Compliance. Die Anbieter müssen in der Lage sein, den Kunden mit ihren Lösungen die Erreichung aller drei Ziele gleichzeitig zu ermöglichen. Unter dem Druck der immer noch angespannten wirtschaftlichen Lage müssen Content/Web-Content-Management-Projekte zudem in immer kürzeren Zeiträumen ihre Wirtschaftlichkeit unter Beweis stellen, ohne dass dies zu Lasten des strategischen Nutzens dieser Projekte für den Kunden geht. Das heißt, ein Projekt muss sich schon nach kurzer Zeit rechnen und darüber hinaus die Wettbewerbsfähigkeit des Kunden langfristig stärken. Plattformanbieter mit einem umfangreichen und differenzierten Partner-Ecosystem wie Open Text haben hier die Nase vorn. Denn sie können komplette Infrastrukturen mit jeder Art von Speziallösung zum bestmöglichen Preis/Leistungs-Verhältnis bieten. Diese Aussage gilt insbesondere auch angesichts des Megatrends Social-Media. Kreatives Chaos durch Collaboration einerseits und Prozesskontrolle und Rechtssicherheit andererseits – gute Anbieter sind in der Lage, mit ihren Lösungen beides zu unterstützen.
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