23.08.2013 (as)
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 DMS Expo:  Interview mit Ulrich Kromer von Baerle

Der Stuttgarter Messechef Ulrich Kromer von Baerle zeigt sich im Interview mit ECMguide.de erfreut über die neue Teilmesse CRM-expo und die Teilnahme von SAP, IBM und Microsoft am Messetrio. Außerdem nimmt er zu den teilweise kritisierten Messepreisen für Aussteller Stellung, und gibt Ausblick auf die Themen, die eventuell auch die NSA-Spähaffäre streifen werden.

Welche Synergieeffekte erhoffen Sie sich von der CRM-expo speziell für die DMS Expo, aber auch für die IT & Business?

Ulrich Kromer von Baerle (Bild: Messe Stuttgart)
Kromer von Baerle: Durch die enge Verzahnung der IT & Business, DMS EXPO und CRM-expo ermöglichen wir den Besuchern eine Rundumsicht auf alle Unternehmensbereiche. Die Synergieeffekte entstehen insbesondere durch das Zusammenspiel von CRM-Lösungen mit ECM- beziehungsweise ERP-Lösungen. So können Mitarbeiter aus ihrer CRM-Anwendung beispielsweise auf die im ECM-System abgelegte Kundenkorrespondenz oder auf die im ERP gespeicherten kaufmännischen Daten zugreifen.

Wie ist es der Messe Stuttgart gelungen, Microsoft, SAP und IBM für das Messetrio zu gewinnen?

Kromer von Baerle: Wir sind mit IT-Anbietern ständig im Dialog, um deren Wünsche nach einem für sie passenden Messekonzept bestmöglich zu erfüllen. Und so haben wir natürlich auch mit den Marketingverantwortlichen bei Microsoft, SAP und IBM viel diskutiert. Ich denke, dass die wachsende Bedeutung der IT-Messen am Standort Stuttgart sowie die Übernahme der CRM-expo in den Messeverbund ebenfalls dazu beigetragen haben, dass die von Ihnen genannten Unternehmen, aber auch weitere, in diesem Jahr dabei sind.

Was bedeutet die Messeteilnahme der drei IT-Schwergewichtler für die anderen Aussteller und die Messegesellschaft?

Kromer von Baerle: Sowohl für die anderen Aussteller als auch für uns ist dies eine absolute Bereicherung, denn die drei IT-Schwergewichtler werden sicherlich für ein noch größeres Besucherinteresse sorgen. Darüber können sich ausstellende Unternehmen und eine Messegesellschaft nur freuen. Zahlreiche IT-Anbieter haben Produkte, die auf einer Lösung von IBM, Microsoft beziehungsweise SAP aufsetzen und werden auf ein entsprechend breiteres Zielpublikum in Stuttgart treffen.

Warum hat sich der VDMA Fachverband Software, der bereits Träger der IT & Business war, entschlossen, nun auch Träger der DMS Expo zu werden?

Kromer von Baerle: Der VDMA hat aufgrund einer Mitgliederbefragung von 2012 sein Engagement rund um das Thema DMS intensiviert. Die Befragung ergab, dass in diesem und im nächsten Jahr mehr als zwei Drittel der befragten Unternehmen in Dokumentenmanagement- beziehungsweise Archivierungslösungen investieren wollen. Infolgedessen hat der Verband beispielsweise bereits während der DMS Expo 2012 einen Leitfaden »Einführung eines Dokumenten-Management-Systems« vorgestellt. Die Übernahme einer Trägerschaft der DMS Expo ist von daher nur konsequent.

Welche Auswirkungen hat dieser Schritt für die Messegesellschaft, die Besucher und die Aussteller?

Kromer von Baerle: Wir können nunmehr mit drei starken Verbänden, nämlich dem BITKOM, dem VDMA und dem VOI das Rahmenprogramm aktiv gestalten und aus unterschiedlichen Sichtweisen betrachten.

Einige Aussteller kritisieren die hohen Standpreise der DMS Expo, die sogar über den CeBIT-Preisen liegen sollen, bei vergleichsweise weniger Besuchern. Wie rechtfertigen Sie dieses Preisniveau?

Kromer von Baerle: Ein Preisvergleich ist immer schwierig und so sind die Flächenpreise der CeBIT und DMS Expo nicht direkt miteinander vergleichbar. So gibt es bei der CeBIT, neben der reinen Standmiete, weitere Kosten, die abhängig von den gebuchten Quadratmetern in Rechnung gestellt werden. Beispielsweise der Marketingbeitrag, den wir einmalig pauschal in Rechnung stellen. Ein anderes Beispiel sind in Hannover die Zuschläge auf den Grundmietpreis von bis zu 60 Prozent, abhängig von der Anzahl der offenen Seiten des Standes, die es in Stuttgart nicht gibt. Bezieht man diese und weitere Faktoren (technische Leistungen, Hotelkosten, etc.) in die Berechnung mit ein, ist eine Messebeteiligung in Stuttgart sicherlich nicht teurer als in Hannover. Last but not least sollte man nicht die Besucherzahlen einer allgemein auf IT-Themen ausgerichtete Messe mit denen einer auf ECM-fokussierte Messe vergleichen.

Welche fachlichen Themen bestimmen in diesem Jahr die DMS Expo?

Kromer von Baerle: Da sind zum einen die »Klassiker« wie Dokumenten- und Output-Management, E-Post und De-Mail, Business Process Management (BPM) sowie elektronische Archivierung zu nennen. Hinzu kommt das Thema Collaboration und hier insbesondere Sharepoint sowie Wissensmanagement.

Die ECM-/DMS-Industrie steht mit ihren Produkten für die Verwaltung, Organisation, Speicherung und Sicherheit von Unternehmensdaten und -dokumenten. Wird die Messeveranstaltung daher auch auf das aktuelle Thema rund um die NSA-Spähaffäre eingehen?

Kromer von Baerle: Es ist davon auszugehen, dass das Thema im Rahmen des Forenprogramms von den Referenten aufgegriffen wird. Da dazu aber die Planungen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht finalisiert sind, kann ich diese Frage nicht definitiv beantworten.

Mit wie vielen Ausstellern und Besuchern rechnen Sie in diesem Jahr für das Messetrio DMS Expo, IT & Business und CRM-expo?

Kromer von Baerle: Wir gehen davon aus, dass rund 450 Aussteller ihre Produkte und Services während des IT-Messetrios präsentieren und wir mehr als 10.000 Besucher begrüßen werden.

Wie lautet Ihre persönliche Empfehlung für den Messebesuch? Was sollte ein Besucher des Messetrios Ihrer Meinung nach auf keinen Fall verpassen?

Kromer von Baerle: Das ist eine schwierige Frage. Es finden zahlreiche spannende Expertenvorträge, Podiumsdiskussionen und Anwenderpräsentationen statt. Exemplarisch möchte ich für die DMS EXPO-Halle die Podiumsdiskussionen von Dr. Ulrich Kampffmeyer, den Collaboration Day von Zöller & Partner, die Verleihung des ECM-Awards initiiert von Pentadoc sowie die Sharepoint-Konferenz nennen. Aber auch auf den parallel stattfindenden IT & Business und CRM-expo gibt es viel Spannendes wie das Live-Hacking oder die CRM- beziehungsweise ERP-Live-Vergleiche.