30.04.2012 (eh)
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Acronis-Studie: E-Government auf Kriegsfuß mit Backup

  • Inhalt dieses Artikels
  • Kein hoher Stellenwert für Backup- und Disaster-Recovery-Maßnahmen
  • Auch Virtualisierung spielt bei E-Government noch keine große Rolle
  • Öffentlichen Sektor: hybride Umgebungen sind Herausforderung
Ein Drittel benutzt mindestens drei unterschiedliche Tools (Grafik: Acronis)
Ein Drittel benutzt mindestens drei unterschiedliche Tools (Grafik: Acronis)
In Sachen Backup und Disaster-Recovery gibt es eine relativ ähnlich hohe Verunsicherung querbeet in allen Branchen – aber im Öffentlichen Sektor scheint sie im Branchenvergleich noch etwas höher zu sein. Wie eine aktuelle Studie von Acronis zeigt, sehen die Befragten die größten Herausforderungen im Hinblick auf Budget und Ressourcen. Ein Drittel (33 Prozent) investiert nicht in den Bereich Backup und Disaster-Recovery, und 41 Prozent meinten, dass sie kein qualifiziertes IT-Personal für das Management ihrer Systeme haben.

Der »Acronis Global Disaster Recovery Index 2012«, so der Titel der Studie zum Einsatz von Backup- und Disaster-Recovery-Lösungen in kleinen und mittelständischen Unternehmen, wurde im September und Oktober 2011 in 18 Ländern durchgeführt. Befragt wurden dabei 6.000 IT-Manager aus unterschiedlichsten Bereichen und Branchen wie Öffentlicher Sektor, Handel, Banken, Energiewirtschaft oder Bildungs- und Gesundheitswesen.

Kein hoher Stellenwert für Backup- und Disaster-Recovery-Maßnahmen

Ein zentrales Ergebnis: Weit über die Hälfte (65 Prozent) der im Öffentlichen Sektor Befragten bestätigte, dass ein Disaster-Recovery-Fall zu gravierenden Ausfallzeiten führen würde. Zwei Drittel meinten zudem, dass ihr Disaster-Recovery-Management nicht effizient ist.

Nahezu die Hälfte (47 Prozent) erklärte, dass Backup- und Disaster-Recovery-Maßnahmen für die Führungsebene keine große Bedeutung haben. Dass die Naturkatastrophen des letzten Jahres zu Investitionen in den Bereich Datensicherung beigetragen haben, bestätigten nur 21 Prozent.

Auch Virtualisierung spielt bei E-Government noch keine große Rolle

Die Untersuchung zeigt auch, dass im Öffentlichen Sektor im Unterschied zu anderen Branchen das Thema Virtualisierung noch keine große Rolle spielt. 23 Prozent der Befragten haben bisher überhaupt keine Virtualisierungslösungen implementiert. Auf die Frage, ob sie bei virtuellen Servern Backups so häufig wie bei physischen Systemen durchführen, erklärten 70 Prozent, dass dies nicht der Fall ist bzw. dass sie dies nicht wissen.

Als interessante Alternative im Backup-Umfeld betrachtet der Öffentliche Sektor Cloud-Services. 92 Prozent wollen solche Angebote innerhalb der nächsten zwölf Monate nutzen. Über die Hälfte (55 Prozent) geht davon aus, dass Online-Backup-Lösungen zu reduzierten Betriebskosten beitragen. Alarmierend ist allerdings, dass 39 Prozent überhaupt keine Offsite-Backup-Strategie haben. Im Notfall können sie somit nicht auf eine externe Datensicherung zurückgreifen.

Öffentlichen Sektor: hybride Umgebungen sind Herausforderung

Im Hinblick auf hybride Umgebungen sieht die überwiegende Mehrheit der Befragten (76 Prozent) im Öffentlichen Sektor die größten Herausforderungen im Datentransfer zwischen physischen, virtuellen und Cloud-Umgebungen. Eine integrierte Backup- und Disaster-Recocery-Lösung nutzen trotzdem nur die Wenigsten. So setzt ein Drittel (32 Prozent) mindestens drei unterschiedliche Tools in den Bereichen Datensicherung und -wiederherstellung ein. Zwei Drittel (63 Prozent) verwenden außerdem verschiedene Lösungen für physische und virtuelle Umgebungen.

»Die IT-Budgets im Öffentlichen Sektor werden auf breiter Front zusammengestrichen. Dies trifft zunächst einmal jeden IT-Verantwortlichen sehr hart, ist aber andererseits auch eine Chance zur Veränderung«, erklärt Michael Hon-Mong, Geschäftsführer von Acronis in München.»Durch die Nutzung neuer Technologien und Services wie Virtualisierung und Cloud kann im Backup-Umfeld eine entscheidende Konsolidierung erreicht werden. Dies führt sowohl zu einer Optimierung der Disaster-Recovery-Prozesse als auch zu einer Kostensenkung.«

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