29.04.2019 (pma)
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ECM Technology Value Matrix 2019 vorgestellt

  • Inhalt dieses Artikels
  • KI und Maschinenlernen werden für ECM unverzichtbar
  • Führende Anbieter von Content Management und Collaboration
  • M-Files mit einheitlichem Lizenzmodell
  • Opentext mit guter Verknüpfung von Content Management und Geschäftsprozessen
2019 ECM Value Matrix von Nucleus Research2019 ECM Value Matrix von Nucleus Research

2018 lag der Schwerpunkt der Entwicklung und das Augenmerk der Anwender im Bereich Content Management den Anwenderbefragungen von Nucleus Research zufolge auf Sicherheitsaspekten. Grund dafür waren das Ende der Übergangsfrist für die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sowie die große Zahl bekanntgewordener Fälle von Datenverlusten. 2019 verliert der Sicherheitsaspekt an Bedeutung. Dafür werden Künstliche Intelligenz und Maschinenlernen (KI/ML), Automatisierung, Integration sowie Erfassung und Kollaboration wichtiger.

Obwohl Nutzer sich nach wie vor Gedanken um Sicherheit machen, gehen sie inzwischen jedoch davon aus, dass die Anbieter sichere Produkte ausliefern. Der Aspekt taugt daher nicht mehr als alleiniges Auswahlkriterium. Diese Rolle fällt wieder innovativen Funktionen zu. Das gilt umso mehr, als die Kernfunktionen aus Sicht der Nutzer und der Marktforscher inzwischen weitgehend ausgereift sind. Auch bei ihnen unterscheiden sich die relevanten Anbieter immer weniger.

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KI und Maschinenlernen werden für ECM unverzichtbar

Aufgrund seiner Nutzerbefragungen und Marktforschungen geht Nucleus Research davon aus, dass KI Kernbestandteil jeder modernen Lösung für Content Management und Collaboration wird. Es sei der nächste logische Schritt für Information Management, ermögliche einen höheren Automatisierungsgrad und eliminiere sich ständig wiederholende, bisher manuell zu erledigende Aufgaben. Damit ist es nur noch ein kleiner Schritt zu der derzeit viel Aufsehen erregenden Robotic Process Automation (RPA) – also Software, die dank KI und Maschinenlernen ein großes Volumen sich wiederholender Aufgaben abarbeiten kann, die bislang von Menschen übernommen wurden.

Im Bereich Datenerfassung geht der Weg von der inzwischen sehr zuverlässigen Erkennung von Buchstaben und Wörtern mittels Optical Character Recognition (OCR) in Dokumenten und deren Übertragung in die digitale Welt hin zur wesentlich komplexeren Handschriftenerkennung. Künftig wird OCR-Technologie dann auch weitere Texte zuverlässig erkennen können, die nicht ordentlich in Spalten und Zeilen angeordnet sind.

In Bezug auf die Integration suchen Anwender verstärkt nach Möglichkeiten, Daten aus unterschiedlichen Quellen in einzelnen, kohärenten und multifunktionalen Systemen zusammenzuführen. Über Software-Integration lassen sich komplexe Aktivitäten deutlich vereinfachen, über Programmierschnittstellen (APIs) als gängige Verbindungselemente wiederum komplexe Technologiegebilde kombinieren.

Beim Thema Collaboration stellt Nucleus Research eine Renaissance des Bedarfs an Fernzugriffsmöglichkeiten fest. Nachdem die erste Euphorie in dem Bereich abgeebbt sei, weil das Management befürchtet habe, dass es Mitarbeiter im Homeoffice nicht ausreichend kontrollieren kann, sehe eine neue Managergeneration das anders. Verteilt arbeitende Teams und Homeoffice werden wieder populärer. Dafür werden nun aber Tools zur unmittelbaren Kollaboration (Echtzeit-Collaboration) verlangt und sind effiziente Werkzeuge zur Weitergabe von Dokumenten und Wissen unverzichtbar. In dem Bereich rechnen die Marktforscher in den kommenden zwei Jahren verstärkt mit Übernahmen respektive engen Technologiepartnerschaften.

Führende Anbieter von Content Management und Collaboration

Derzeit am besten aufgestellt sind im Markt für Content Management und Collaboration nach Auffassung von Nucleus Research die Firmen Box, Laserfiche, M-Files, Nuxeo und OpenText. Laserfiche und Nuxeo sind in Deutschland nicht mit eigenen Niederlassungen vertreten.

Box hat sich von einer Sync- und Share-Anwendung zu einer umfassenden Content-Management-Plattform entwickelt. Bemerkenswert ist insbesondere das Netzwerk von über 1400 wichtigen Software-Anbieter, das das Unternehmen aufgebaut hat, sowie die geradlinige Integration in deren Produkte. Dadurch können Unternehmen Box nach Ansicht von Nucleus Research als zentrale Content-Verwaltung nutzen, während die Mitarbeiter mit den ihnen vertrauten Anwendungen weiterarbeiten.

Als Gründe, warum ihre Wahl auf Box gefallen ist, nannten die befragten Anwender gegenüber Nucleus vor allem Usability, den guten Support sowie die gelungene Integration mit bereits vom Unternehmen genutzten Systemen.

M-Files mit einheitlichem Lizenzmodell

Die Lösung von M-Files basiert auf der konsequenten Nutzung von Metadata, ist Repository-neutral, und bietet bereits jetzt KI-Unterstützung. Im Gegensatz zu traditionellen Suchmaschinen können Nutzer aufgrund des Metadaten-Layers nach Inhalten suchen, ohne wissen zu müssen, wo diese gespeichert sind. Ebenfalls positiv wertet Nucleus die Tatsache, dass Dokumente immer am Speicherort bearbeitet werden können und nicht lokal zum Nutzer übertragen und dort erneut abgespeichert werden müssen.

Weitere Besonderheit bei M-Files ist das einheitliche Lizenzmodell für die Nutzung On-premise und in der Cloud, durch das finanzielle Hürden beim Umstieg in die Cloud ausgeräumt werden. Dank der starken Ausrichtung auf Forschung und Entwicklung erwartet Nucleus dass M-Files den Markt auch in den kommenden Jahren noch wesentlich mitbestimmen wird. Als einen Beleg dafür führen die Marktforscher die cloud-basierende Suche in In-Memory-Datenbanken an, die im Lauf des Jahres verfügbar werden soll.

Opentext mit guter Verknüpfung von Content Management und Geschäftsprozessen

Bei Opentext ECM hebt Nucleus Research die enge Verknüpfung von Content Management und Geschäftsprozessen sowie die durch Künstliche Intelligenz unterstützten Analytics- und Reporting-Funktionen hervor. Für die von Nucleus Research befragten Opentext-Anwender waren für ihre Entscheidung vielfach die umfassenden Collaboration-Funktionen ausschlaggebend.

Die komplexen Deployment-Prozesse und die teilweise durch mehrere, sich gegenseitig überlappende Angebote entstehende Verwirrung auf Seiten der Nutzer sind ein Nachteil. Er wurde aber nach Ansicht der meisten befragten Anwender durch den guten Support durch die Opentext-Mitarbeiter wieder ausgeglichen.

Den vollständigen Analystenreport 2019 Nucleus Research Value Matrix for Enterprise Content Management können Interessierte nach Angabe einiger weniger Daten und einer E-Mail-Adresse hier erhalten.