25.07.2013 (as)
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Interview mit Andreas Duthel, Lexmark

Andreas Duthel, Director Global Services von Lexmark, sieht die größten Veränderungen im Output-Bereich verursacht durch die zunehmende Nutzung mobiler Endgeräte. Was innerhalb des Unternehmens im Bereich des mobilen Druckens schon reibungslos funktioniert, soll auch bald außerhalb möglich werden, meint Duthel im ECMguide.de-Interview.

Welche Trends bestimmen den Print-und Output-Bereich gegenwärtig am meisten?

Andreas Duthel, Lexmark (Bild: Lexmark)


Duthel: Wir sehen, dass die Bereiche Managed-Print-Services (MPS) und Business-Process-Optimization (BPO) in zunehmendem Maße verschmelzen. Kunden unterzeichnen heute bereits häufig den zweiten oder dritten MPS-Vertrag. Auf dieser Erfahrung aufbauend erwarten sie von ihrem MPS-Dienstleister nun auch, dass er Workflow Solutions sowie die Vereinfachung papierbasierender und digitaler Prozesse im Rahmen seines Leistungsspektrums mit abdecken kann. Die Differenzierungsmerkmale eines modernen MPS-Projektes sind nicht länger nur »Assess«, »Manage« und »Optimize«, vielmehr beschäftigen sich erfahrene Anbieter und Kunden mit den Themen Prozessoptimierungen und Document-Workflow. Insbesondere der Einsatz mobiler Endgeräte führt zu einem fundamentalen Wandel in den Disziplinen Print-Management und Document-Management - vor allem im Hinblick auf Sicherheitsanforderungen. Entwicklungen wie »Bring Your Own Device« (BYOD), Mobile-Printing und Cloud-Computing haben hier einen großen Einfluss und werden auch bei MPS-Projekten berücksichtigt. Es gibt demnach verschiedene Output-Trends, die sowohl einzeln als auch gemeinsam Geschäftsprozesse und Büros derzeit nachhaltig verändern.

Inwieweit sind Unternehmen aus Ihrer Sicht für die Multi-Channel-Entwicklung im Output-Bereich gerüstet, bei der neben klassischen Druckern digitale Ausgabekanäle wie Tablet-PCs, Smartphones und Social-Media-Seiten eine zunehmende Rolle spielen?

Duthel: In einer aktuellen Umfrage hat Lexmark herausgefunden, dass 55 Prozent der Befragten aus 13 europäischen Ländern persönliche mobile Geräte auch beruflich nutzen. 41 Prozent der Befragten finden es wichtig, mit diesen Geräten Geschäftsdokumente zu drucken. Allerdings nutzen 77 Prozent Smartphones nie zum Drucken. Wahrscheinlich liegt das auch daran, dass mobile Geräte noch nicht ausreichend in das Firmenumfeld integriert sind. 47 Prozent der Umfrageteilnehmer haben zudem erklärt, dass es in ihrem Unternehmen keine Vorgaben zum Gebrauch persönlicher mobiler Geräte gebe.

Sehen Sie durch die Zunahme der Ausgabekanäle einerseits und Output-Management- beziehungsweise Managed-Print-Services andererseits, eher eine Zu- oder Abnahme der Output-Kosten für Unternehmen?

Duthel: Ungemanagte Output-Umgebungen stellen einen erheblichen Kostenfaktor für Unternehmen dar. Die Big-Data-Diskussion zeigt das exponentielle Wachstum der digital verfügbaren Informationen. Einige Analysten nehmen das zum Anlass, einen weiteren Anstieg der Menge an bedrucktem Papier vorherzusagen, weil sie annehmen, dass jede digital verfügbare Information auch irgendwann zu Papier gebracht wird. Managed Print Services bieten ein erhebliches Einsparpotenzial der Outputkosten von bis zu 40 Prozent, indem sie Transparenz und Kontrolle über die finanziellen Ausgaben in diesem Bereich schaffen – unabhängig davon, ob die Mitarbeiter nun vom klassischen Arbeitsplatz-PC oder vom Smartphone drucken. Zum einen werden die vom Unterhalt kostenintensiven Arbeitsplatzdrucker durch moderne, energieeffiziente Abteilungsgeräte mit niedrigen Druckkosten ersetzt. Zum anderen entfällt die Vorfinanzierung und Einlagerung von Verbrauchsmaterialien. Wir erleben zum Beispiel oft, dass Kunden ihren über viele Jahre hinweg angesammelten Vorrat an Tonerkassetten nicht mehr verwenden können, da die dazu passenden Geräte bereits entsorgt wurden. Neben diesen harten Kosten bieten Prozessoptimierungen rund um das Thema unstrukturierter Daten eine erhebliches Einsparpotential.

Wie wirkt sich die zunehmende Bedeutung digitaler Ausgabekanäle wie Tablet-PCs, Smartphones und Social-Media-Seiten, die es neben klassischen Druckern gibt, auf das Geschäft von Lexmark aus?

Duthel: Digitale Ausgabegeräte schaffen viele neue Herausforderungen für Unternehmen. Durch den steigenden Einsatz mobiler Geräte nimmt das Datenvolumen im Unternehmen immer mehr zu. Unzählige mobile Anwendungen und unterschiedlichste Betriebssysteme sorgen dafür, dass immer mehr unternehmenskritische Daten in unstrukturierter Form auf mobilen Endgeräten verarbeitet oder sogar vorgehalten werden. Lexmark unterstützt seine Kunden beim Managen dieser Daten durch zahlreiche Software-Lösungen in den Bereichen, Document-Capture, ECM, Data Search, Document-Composition und BPM. Ein holistisches MPS-Konzept umfasst nach unserer Einschätzung deshalb nicht länger nur das Management der Output-Infrastruktur, sondern basiert vielmehr auf einer Lösung aus Hardware, Software sowie Dienstleistungskomponenten. Dieses Datenvolumen muss so gemanagt werden, dass der schnelle Zugriff auf wichtige Informationen und die Effizienz der dazugehörigen Prozesse sichergestellt ist. Lexmark unterstützt seine Kunden dabei, diesen neuen Anforderungen gerecht zu werden. Ein klarer Fokus von Lexmark liegt deshalb darauf, unstrukturierte, gedruckte oder digitale Informationen innerhalb eines Unternehmens mit den Prozessen, Anwendungen und Mitarbeitern zu verbinden, die diese Inhalte benötigen.

Ein weiterer Output-Trend ist das mobile Drucken. Wie beeinflusst dieser das Geschäft von Lexmark? Welchen Lösungsansatz verfolgt Lexmark in diesem Bereich?

Duthel: Mobiles Drucken ist ein Bestandteil des umfassenden und vielfältigen Lösungsangebots von Lexmark. Lexmark hat eine spezielle Printing App für das mobile Drucken mit dem Smartphone oder Tablet-PC entwickelt. Damit können Anwender von jedem beliebigen Ort drucken, wenn sich Smartphone und Drucker im gleichen WLAN-Netzwerk befinden. Darüber hinaus bietet Lexmark mit seiner Print-Release-Solution die Möglichkeit, Druckaufträge erst nach Authentifizierung am Drucker oder Multifunktionsgerät abzuholen. Das bietet Mitarbeitern, die ihre Druckaufträge von unterwegs starten, den Vorteil, dass ihre gedruckten Dokumente nicht tagelang im Drucker liegen und schließlich im Papierkorb landen. Zudem wird vermieden, dass wichtige Informationen in falsche Hände geraten.

Mobiles Drucken außerhalb des Unternehmens ist noch nicht so weit verbreitet wie innerhalb des Unternehmens. Was sind die Gründe dafür?

Duthel: Einhergehend mit den Veränderungen in der Arbeitswelt und dem Mobile-Knowledge-Worker, der überall und zu jeder Zeit arbeiten kann, gewinnt diese Anwendung an Bedeutung. Generell müssen wir zwischen privaten Anwendungen und geschäftlichen Anwendungen unterscheiden. Konzentrieren wir uns auf die geschäftlichen Anwendungen, dann sind hier in erster Linie sicherheitsrelevante Aspekte zu berücksichtigen. Es gilt in diesem Sinne sicherzustellen, dass eine unternehmenskritische Information, die an einer öffentlichen Stelle und einem firmenfremden Druckausgabegerät ausgedruckt wird, nicht repliziert werden kann. Zweitens stellt sich die Herausforderung der Abrechnung dieser Dienstleistung. Für beide Themen gibt es bereits erste Konzepte, und es ist zu erwarten, dass auch dieses Thema in zukünftigen MPS-Konzepten eine Rolle spielen wird.

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