28.03.2019 (as)
5 von 5, (1 Bewertung)

Version 2.0 des E-Rechnungsformats Zugferd verfügbar

  • Inhalt dieses Artikels
  • Keine Kompatibilität zu XRechnung
  • Großes Interesse an Zugferd 2.0

Das vor kurzem veröffentlichte »ZUGFeRD 2.0« ist nun mit der europäischen Norm EN 16931 kompatibel, aber nicht mit dem im öffentlichen Bereich verwendeten Format »XRechnung«. Unter dem Namen »Factur-X Hybrid Invoice« wird das hybride Format in Frankreich und damit erstmals auch im Ausland unterstützt.

Eine ZUGFeRD-Rechnung ist von Mensch und Maschine lesbar (Bild: d.velop AG)ZUGFeRD-Rechnung: von Mensch und Maschine lesbar (Bild: d.velop AG) Am 11. März veröffentlichte das »Forum elektronische Rechnung Deutschland« (FeRD) die seit längerem erwartete Version 2.0 des Standards für elektronische Rechnungen ZUGFeRD (Zentraler User Guide des Ferd). Im Gegensatz zur Vorgängerversion ist »ZUGFeRD 2.0« nun kompatibel zur Europäischen Norm EN 16931, die einen europäischen Standard für die Struktur einer elektronischen Rechnung festlegt. Die ein Datenmodell für elektronische Rechnungen enthaltende Norm EN 16931 ist 2014 im Zusammenhang mit einer EU-Richtlinie erschienen, die beinhaltet, dass spätestens 2020 sämtliche Verwaltungen und auch verwaltungsähnliche Einrichtungen in den EU-Ländern in der Lage sein müssen, elektronische Rechnungen anzunehmen.

Für die Ausgestaltung und Umsetzung sind die einzelnen EU-Länder zuständig, weshalb in Deutschland unter anderem eine E-Rechnungsverordnung und der Standard »XRechnung« geschaffen wurde, der auf der Norm EN 16931 aufbaut. Seit Ende November sind die obersten Bundesbehörden imstande, elektronische Rechnungen auf Basis von XRechnung zu empfangen.

Keine Kompatibilität zu XRechnung

Nun ist Zugferd 2.0 nicht kompatibel zur XRechnung. Dies liegt weitestgehend daran, dass Zugferd zusätzlich zu einer XML-Datei auch einen bildhaften PDF-basierenden Teil enthält, den XRechnung nicht vorgesehen hat. Da Zugferd nicht nur für die Verwendung von öffentlichen Einrichtungen, sondern auch für den unternehmensweiten E-Rechnungsaustausch von kleinen und mittleren Unternehmen aufgesetzt wurde, ist dieser Bildteil enthalten. Aufgrund des PDF-Teils ist es nicht zwingend nötig, dass der Rechnungsempfänger ebenfalls Zugferd-kompatibel sein muss. Der Empfänger kann die Rechnung in jedem Fall als PDF-Datei lesen und verarbeiten. Für eine eventuelle Automatisierung sorgt der eingebettete XML-Teil, der die strukturierten Rechnungsdaten enthält.

Der Hybrid-Standard Zugferd 2.0 hat mehrere Profile, um auch spezielle Anforderungen an die  Inhalte  der  Rechnung  erfüllen  zu  können, wofür das Gremium erstmals auch eine grenzübergreifende Kooperation eingegangen ist. Gemeinsam mit dem  französischen »Forum National de la FactureElectronique et des Marchés Publics Electroniques«(FNFE-MPE) wurden fünf  Profile entwickelt,  die  unterschiedliche  Anforderungen  des  Anwenders  berücksichtigen. Drei dieser Profile sind in Deutschland als steuerrechtlich vollwertige Rechnungen anerkannt. Das  Profil  BASIC  stellt  die  grundlegenden  Informationen  einer  Rechnung  zur  Verfügung,  das Profil EN16931 enthält darüber hinaus alle Rechnungsinformationen, die von der EU-Richtlinie gefordert  werden,  das  erweiterbare  Profil  EXTENDED  ermöglicht  die  Integration  spezifischer Zusatzinformationen  in  die  elektronische  Rechnung.  Die  zusätzlichen  Profile  Minimum  und Basic WL stellen in Frankreich Buchungshilfen dar, in Deutschland sind sie nicht als vollwertige Rechnungen nutzbar.  In  Frankreich  wurde  das hybride  elektronische  Rechnungsformat  unter  dem  Namen »Factur-X Hybrid Invoice« veröffentlicht.

Großes Interesse an Zugferd 2.0

Zugferd  2.0  wurde im  Arbeitskreis »Forum elektronische Rechnung Deutschland« der Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung (AWV) von diversen Unternehmen, Software-Anbietern sowie dem öffentlichen Sektor erarbeitet. Wie ein Sprecher des AWV vermeldet, wurde Zugferd 2.0 in den ersten beiden Wochen seit seinem Erscheinen 1.500mal heruntergeladen.