24.10.2018 (as)
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»Adress-Studie 2018«: Adressdaten-Qualität bei Unternehmen sinkt

  • Inhalt dieses Artikels
  • DSGVO fordert aktualisierte personenbezogene Daten
  • Adress-Qualität schwankt je nach Branche

Deutsche Post Direkt untersuchte Adressdaten-Qualität (Bild: Deutsche Post Direkt)Deutsche Post Direkt untersuchte Adressdaten-Qualität (Bild: Deutsche Post Direkt)Trotz Digitalisierung, Automatisierung, intelligenter Software und DSGVO steigt die Adressqualität von Unternehmen nicht, sondern sinkt sogar. Laut der »Adress-Studie 2018« von Deutsche Post Direkt sind im Durchschnitt 16,4 Prozent der Kundenadressen von Unternehmen veraltet oder schlicht falsch. Gegenüber 2015 sind dies 2,2 Prozentpunkte mehr. Die auf Adress- und Datenmanagement spezialisierte Tochtergesellschaft der Deutschen Post hat für die Studie eine Stichprobe der 2017 durchgeführten Adressbereinigungs-Projekte untersucht. Dafür wurden Ergebnisstatistiken von 200 Unternehmen in zehn Branchen anonymisiert und ausgewertet. Die Hauptursache für Unzustellbarkeit mit einem Anteil von 7,5 Prozent liegt darin, dass Anschriften nicht aktuell sind, kein Nachsendeantrag vorliegt oder die Person verstorben ist. Relativ hoch ist mit 6 Prozent der Anteil der Adressen, die bei Unternehmen nicht aktuell sind, für die aber eine Umzugsadresse vorliegt.

DSGVO fordert aktualisierte personenbezogene Daten

Bei durchschnittlich 6,8 Prozent der Adressen mussten Schreibfehler in der Anschrift korrigiert werden. Besonders auffällig waren fehlerhafte Adressen bei Einzelhändlern (12,7 Prozent), gemeinnützigen Unternehmen (11 Prozent), im Automotive- (10,8 Prozent) sowie im Touristik-Bereich (9,7 Prozent). Das verhindert zwar nicht die Zustellung, hat aber negativen Einfluss auf die wahrgenommene Wertschätzung. Ein weiteres Problem: Die Pflege und Aktualisierung der Adressbestände ist gemäß der neuen EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) nicht nur weiter rechtlich zulässig, sondern sogar geboten, denn personenbezogene Daten müssen korrekt und auf dem neuesten Stand sein.

»Unzustellbare Adressen sind für Unternehmen ein echtes Problem, weil sie unnötige Kosten verursachen. Im schlimmsten Falle riskieren sie einen Abbruch der Kundenbeziehung«, erläutert Petra Weber, Geschäftsführerin Deutsche Post Direkt, deren Unternehmen Adressbereinigung, Adressanreicherung, Adressanalyse und Adressvermietung anbietet. Zu den Kunden der Deutsche Post Direkt zählen beispielsweise Porsche, ING-DiBa, SOS-Kinderdorf und Procter & Gamble.

Adress-Qualität schwankt je nach Branche

Unterschiede in der Adressdatenqualität im Vergleich zu 2015 (Bild: Deutsche Post Direkt)Unterschiede in der Adressdatenqualität im Vergleich zu 2015 (Bild: Deutsche Post Direkt)Die Studie zeigt, dass jede Branche spezifische Probleme hat. Primus mit Blick auf die Adress-Qualität ist der Banken-Sektor, bei dem 7 Prozent der Adressen unzustellbar waren und 2,9 Prozent einer Fehler-Korrektur bedurften. Eklatante Probleme mit der Adress-Qualität haben dagegen der öffentliche Bereich, Verlage und der Einzelhandel. Im öffentlichen Sektor, zu dem zum Beispiel auch Strom-, Gas- und Wasser-Versorger zählen, sowie bei Verlagen ist mit 26,7 beziehungsweise 24,3 Prozent der Anteil unzustellbarer Adressen besonders hoch. Das gleiche gilt für den Einzelhandel: Auch hier ist jede fünfte Adresse veraltet.

Adressen unterliegen permanenten Änderungen wie ein Blick in die Statistik zeigt. 2017 haben sich in Deutschland 163 Ortsnamen geändert, rund 11.000 Straßen wurden neu angelegt, aufgeteilt oder umbenannt. Zudem veralten Adressen jedes Jahr durch rund 11 Millionen Umzüge, 900.000 Todesfälle sowie 400.000 Hochzeiten und 150.000 Scheidungen und die damit verbundenen Namensänderungen. Deshalb müssen sich Unternehmen kontinuierlich um die Bereinigung und Aktualisierung ihrer Kundenadressen kümmern.