13.12.2013 (eh)
4.6 von 5, (5 Bewertungen)

Experton: Social-Business-Markt wird Boom-Sektor

  • Inhalt dieses Artikels
  • Mehr als 300 deutsche Anwender wurden befragt
  • Große Softwarefirmen übernahmen »Social Talent Management«-Aufsteiger
  • Social-CRM: wird zum zentralen Datenspeicher für verschiedenste »Input-Trigger«
  • Sehr viele Anbieter von Social-Networking-Suites
Dynamisch: Social-Business-Markt in Deutschland in Mio. Euro (Quelle: Experton)
Dynamisch: Social-Business-Markt in Deutschland in Mio. Euro (Quelle: Experton)
Social-Business-Softwarepakete und -Services gibt es mittlersweile Hunderte auf dem Markt. Das Marktsegment explodiert gerade – rund 50 Prozent pro Jahr –, und dementsprechend verhält sich der Markt sehr dynamisch. Anlass genug für das Analystenhaus Experton Group, mit dem »Social Business Vendor Benchmark 2014« den Markt erstmals zu durchleuchten, und die Anbieter so einigermaßen zu vergleichen.

Aus der Sicht von Experton gibt es auch nicht den einen Social-Business-Markt. Da die Lösungen und Tools zu unterschiedlich sind, haben ihn die Experton-Analysten in neun Segmente eingeteilt: Social Enterprise Networking Suites, Social Collaboration Filesharing, Social Talent Management, Social Commerce, Social CRM, Social Media Marketing Management, Socialytics, Beratung und Integration.

Mehr als 300 deutsche Anwender wurden befragt

Die Benchmark-Studie basiert auf der Befragung von etwas über 300 deutschen Anwendern, die eine Social-Business-Lösung schon einsetzen. »Es gibt noch sehr viele Insellösungen draußen, es wird kaum unternehmensweit eingesetzt«, bekundet Frank Heuer, Senior Advisor bei Experton. »Bislang werden Social-Business-Lösung noch viel von Fachabteilungen angestoßen und umgesetzt.« Seiner Meinung sollte es zwar eher aus der Sicht »einer übergeordneten Unternehmensstrategie angesehen« werden. Aber bis dahin werden wohl noch ein paar Jahre vergehen.

Freilich gibt es Einzelfälle wie den IT-Dienstleister Atos, der derzeit dabei ist, eine Social-Business-Lösung unternehmensweit einzuführen. Das dreijährige Projekt soll nächstes Jahr fertig sein, aber es sieht wohl so aus, dass es mehr Zeit in Anspruch nehmen dürfte.

Aber auch wenn es überwiegend Insellösungen sind – erfreulich ist laut Heuer, dass man bereits in rund 40 Prozent der bundesdeutschen Unternehmen solche Lösungen derzeit vorfindet. Aufgrund des dynamischen Wachstums dürften bereits Ende nächsten Jahres 60 Prozent der Unternehmen auf diesen Trend aufsetzen.

Große Softwarefirmen übernahmen »Social Talent Management«-Aufsteiger

Social Talent Management: Markt-Leader verstärkten sich mit Übernahmen (Quelle: Experton)
Social Talent Management: Markt-Leader verstärkten sich mit Übernahmen (Quelle: Experton)
Die Anbieter rüsten sich bereits dafür. Das Beispiel des Experton-Quadranten »Social Talent Management« ist bezeichnend: Die definierten Market-Leader (Anbieter mit sowohl überdurchschnittlicher Portfolio-Attraktivität als auch überdurchschnittlicher Wettbewerbsstärke) haben sich erst jüngst mit Übernahmen dafür fit gemacht. IBM übernahm Kenexa, Oracle verleibte sich Taleo ein, und SAP akquirierte Successfactors. Denn im Zuge des Fachkräftemangels und der demographischen Entwicklung verschärft sich der Wettbewerb um die besten Mitarbeiter zum viel zitierten »War for Talents«.

Die »Generation Y« erwartet darüber hinaus, dass sie mit neuen Kommunikationstechniken adressiert wird, die sie aus ihrem alltäglichen Leben kennt, die auf den Mechanismen Sozialer Netzwerke basieren. Eine Social-Talent-Management-Lösung dient also zum einen dazu, interne Mitarbeiter hinsichtlich deren Skills zu managen bzw. zu entwickeln, aber vor allem auch dazu, den Recruiting-Prozess nach außen und innen zu unterstützen.

Social-CRM: wird zum zentralen Datenspeicher für verschiedenste »Input-Trigger«

Social CRM: könnte zentraler Datenspeicher für »Input-Trigger« werden (Quelle: Experton)
Social CRM: könnte zentraler Datenspeicher für »Input-Trigger« werden (Quelle: Experton)
Ähnlich ist auch der verschärfte Wettbewerb im Kampf um den Kunden, der bislang mit CRM (Customer Relationship Management) bearbeitet wurde, neuerdings eben mit Social-CRM. Damit kann der Kunde nicht mehr nur pauschal, sondern ganz zielgerichtet im Hinblick auf seine individuellen Bedürfnisse und Wünsche adressiert werden.

Social-CRM ist dementsprechend die Erweiterung des klassischen Kundenbeziehungsmanagements auf soziale Netzwerke bzw. Medien wie beispielsweise Xing, Facebook und Twitter, damit Kundenbeziehungen aufgebaut, gepflegt und verbessert werden können. Es erweitert das herkömmliche CRM, das vorwiegend auf quantitative Informationen ausgerichtet war, um qualitative Informationen. Wir werden von Experton als Market-Leader erneut IBM, Oracle und SAP sowie – wenig überraschend – Salesforce.com angesehen. »Das CRM wird zum zentralen Datenspeicher, in dem verschiedenste ‚Input-Trigger’ zusammenlaufen und gespeichert werden«, ist sich Experton-Berater Heiko Henkes sicher.

Sehr viele Anbieter von Social-Networking-Suites

Deutlich ausgefüllter ist der Quadrant der Social-Networking-Suites. Hier tummeln sich Unternehmen und Lösungen wie beispielsweise Microsoft Sharepoint und die von Microsoft übernommene Yammer, »IBM Connections«, Bitrix mit »Bitrix24«, Teambox, Jive, Live Ray oder Just Software sowie die von Atos übernommene BlueKiwi. Ähnlich ist es im Social-Collaboration-Filesharing-Segment, hier finden sich Unternehmen wie Dropbox oder Teamdrive.

Die vollständige Experton-Benchmark-Studie mit allen neun Quadranten und Einschätzungen ist kostenpflichtig erhältlich.

.