14.09.2017 (as)
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Rückblick auf die erste »Digital Office Conference«

  • Inhalt dieses Artikels
  • Weniger Teilnehmer als erhofft
  • Eine Fortsetzung ist für 2018 vorgesehen
  • 21 Anbieter präsentierten sich im Bereich der Themeninseln
  • Die Keynote - ein echtes Highlight

Vortrag auf der HauptbühneVortrag auf der Hauptbühne (Bild: A Stadler)Veranstaltet durch den Kompetenzbereich ECM des IT-Branchenverbands Bitkom fand am 12 September in München die erste »Digital Office Conference« statt. Thematisch standen digitale Prozesse in Unternehmen und der Arbeitsplatz von Morgen im Mittelpunkt. Nach dem Wegfall der ECM-affinen Messe »IT & Business« in Stuttgart, bot sich ECM-Herstellern durch diese Veranstaltung eine neue Bühne im Herbst. Frische ECM-Veranstaltungsformate sind gefragt, da sich 2018 auch die Cebit neu ausrichtet und erst beweisen muss, dass sie sich in diesem Gewand für ECM-Anbieter eignet. Doch einfach haben es ECM-Veranstaltungen allgemein nicht, obwohl es der Branche insgesamt gut geht. Auch eine 2014 und 2015 veranstaltete »ECM World« konnte nicht die gewünschte Resonanz erzielen und wurde gleichfalls fallen gelassen.

Weniger Teilnehmer als erhofft

Beispiel für WorkshopsIn Workshops wurden Teilnehmern verschiedene Themen nahe gebracht (Bild: A. Stadler)Nun war die Teilnehmerzahl bei der Digital Office Conference mit rund 200 wieder nicht so wie sich das mancher Aussteller gewünscht hätte. Zum Vergleich: Als die IT & Business 2016 bei rund 4.000 Fachbesuchern angelangt war, zeigte sich die ECM-Branche tief enttäuscht und die Messe Stuttgart strich die IT & Business komplett. Rund 600 Teilnehmer bei der ECM World 2015 waren ebenfalls zu wenig und führten zum Aus.

Eine Fortsetzung ist für 2018 vorgesehen

Trotzdem zeigten sich die Veranstalter der Digital Office Conference erst einmal optimistisch und gehen von einer Fortsetzung im kommenden Jahr aus. »Geplant ist, die Konferenz dann im Raum Köln/Düsseldorf durchzuführen«, wie Frank Früh, ECM-Bereichsleiter beim Bitkom und Programmverantwortlicher der Veranstaltung gegenüber ECMguide.de äußerte. Ob das Konzept dann so beibehalten oder abgeändert wird, will man nach der Analyse dieser Veranstaltung entscheiden. Dem ersten Eindruck nach, schien es den Teilnehmern zu gefallen.

21 Anbieter präsentierten sich im Bereich der Themeninseln

AusstellerIm Bereich der Themeninseln waren auch Aussteller angesiedelt (Bild: A. Stadler)Neben einer Hauptbühne gab es auf der Digital Office Conference vier Themeninseln zu den Bereichen Arbeitsplatz von Morgen, Kundenkommunikation, Verwaltungs- und Finanzprozesse und Distributions- und QM-Prozesse. Im Bereich der Themeninseln konnten sich Aussteller an einheitlichen Tischen platzieren und Auskunft geben, während im gleichen Raum Workshops zu den jeweiligen Themen stattfanden. Zusätzlich gab es genügend Platz, um Networking zu betreiben. Auf der Vortragsbühne fanden blockweise jeweils drei Vorträge mit anschließender Podiumsdiskussion zu den vier Hauptbereichen der Themeninseln statt. Die Vorträge durch Hersteller waren kostenfrei und wurden aus 50 Vorschlägen von einem Programmbeirat ausgewählt. Insgesamt nahmen 21 Aussteller an der Veranstaltung teil, darunter Cortado, DocuWare, ELO, JobRouter, Kyocera, OPTIMAL SYSTEMS und windream.

Die Keynote - ein echtes Highlight

Prof. Dr. Sascha FriesikeProf. Dr. Sascha Friesike erzählt in seiner Keynote von digitalen Mythen (Bild: A. Stadler)Highlight des Vortragsprogramms war die Keynote des erst 33-jährigen Prof. Dr. Sascha Friesike, der an der Freien Universität (VU) Amsterdam lehrt und am Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) in Berlin den Einfluss des Internets auf die Gesellschaft erforscht. Auf unterhaltsame Art stellte er dar, warum Innovationen und Trends überschätzt werden und populäre Aussagen wie »Wissen ist überall verfügbar«, »Durch die Digitalisierung erleben wir eine drastische Beschleunigung« und »Die Digitalisierung verändert die Gesellschaft« nicht wirklich zutreffen. Beispielsweise berichtete er dabei unter anderem aus seinem eigenen Leben, wie derzeit im Trend liegende »intelligente« Großraumbüros mit  »Clean Desk Policy« im Allgemeinen und Speziellen die Konzentration und Kreativität mindern. Er erzählte, dass zu viele Entscheidungsmöglichkeiten bei der Farbnuancenauswahl einer grauen Beton-Arbeitsplatte dauerhafte Unzufriedenheit auslösen können und technologische Hype-Themen wie 3D-Drucker eher selten eine industrieelle Revolution auslösen.