06.04.2020 (pma)
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Zugferd 2.1 vereinfacht Austausch von Rechnungen mit Frankreich

  • Inhalt dieses Artikels
  • Zugferd 2.1 und Factur-X 1.0 frei verfügbar
  • Mehr Akzeptanz von E-Invoicing erwartet
  • Neues Format bereits in Standardsoftware integriert
Christian Seidl, Geschäftsführer von TIE Kinetix in Deutschland (Bild: TIE Kinetix)Christian Seidl, Geschäftsführer von TIE Kinetix in Deutschland, hofft, dass sich mit der Publikation von Zugferd 2.1 und Factur-X 1.0, als gemeinsamem internationalen E-Invoicing-Standard, die Akzeptanz von E-Invoicing bei öffentlichen Auftraggebern, Kommunen, Stadtwerken, und weiteren Einrichtungen auch in Deutschlanderhöht. (Bild: TIE Kinetix)

Das Forum elektronische Rechnung Deutschland (FeRD) und das französische Nationale Forum für elektronische Rechnungsstellung und öffentliche elektronische Beschaffung (FNFE-MPE) haben mit »ZUGFeRD 2.1« beziehungsweise »Factur-X 1.0« zur europäischen Norm EN 16931 konforme Formate veröffentlicht. EN 16931 gibt Normen und technischen Regeln für die elektronische Rechnungsstellung in Europa vor. Ziel ist es, Interoperabilität herzustellen und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften zu gewährleisten. Innerhalb von Deutschland dient »ZUGFeRD« dazu, Rechnungsdaten in strukturierter Weise in einer Datei (z.B. als PDF) zu übermitteln und diese ohne weitere Schritte, etwa durch eine Texterkennung, automatisch auszulesen und zu verarbeiten.

Zugferd 2.1 und Factur-X 1.0 frei verfügbar

Die neuen Versionen der jeweiligen Formate zum elektronischen Rechnungsaustausch sind vollständig kompatibel und technisch identisch. Damit ist nun endlich der einfache Austausch elektronischer Rechnungen zwischen Unternehmen und Behörden in Deutschland und Frankreich möglich. Beide Foren werden durch offizielle Stellen fachlich unterstützt und arbeiten bereits seit 2015 zusammen. 

Das Rechnungsformat Zugferd 2.1 / Factur-X 1.0 ist frei verfügbar und steht kostenlos zum Download bereit. Die technischen Spezifikationen basieren auf dem internationalen UN/CEFAC-Standard »Cross Industry Invoice (CII)« und dem ISO-Standard PDF/A-3.

Mehr Akzeptanz von E-Invoicing erwartet

»Wir sind sicher, dass die vollständige Abdeckung der Anforderungen der europäischen Norm EN 16931 und die grenzüberschreitende Kompatibilität der neuen Versionen mit Frankreich einen großen Vorteil bei internationalen Transaktionen bietet“, erklärt Ivo Moszynski, Vorsitzender des Ferd, anlässlich der Veröffentlichung von Zugferd 2.1

»Mit der Publikation der Versionen Zugferd 2.1 und Factur-X 1.0 freuen wir uns über die Zusammenarbeit von Ferd und FNFE-MPE, die damit einen gemeinsamen internationalen E-Invoicing-Standard erreicht haben. Wir hoffen, damit die Akzeptanz von E-Invoicing bei öffentlichen Auftraggebern, Kommunen, Stadtwerken, etc. auch in Deutschland weiter zu erhöhen«, kommentiert Christian Seidl, Geschäftsführer von TIE Kinetix in Deutschland. Das Unternehmen ist Mitglied des FeRD Competence Center »Standards, Formats & Integration« und des »Verband elektronischer Rechnungen« (VeR). Außerdem ist es seit 2016 zertifizierter PEPPOL Access Point Service Provider. PEPPOL ist ein Projekt der Europäischen Kommission zur Standardisierung grenzüberschreitender, elektronisch unterstützter öffentlicher Vergabeverfahren. Neben neun EU-Ländern, darunter Deutschland und Frankreich, haben bislang auch Norwegen und Russland die PEPPOL-Standards implementiert.

Neues Format bereits in Standardsoftware integriert

Elektronische Rechnungen im Zugferd- und Factur-X-Format sind bereits in Buchhaltungssoftware und Lösungen für ERP-Software integriert. Für Microsofts ERP-Lösung Microsoft Dynamics 365 Business Central etwa steht mit »connect.ZUGFeRD« eine von callas software, COI und Konica Minolta Business Solutions Deutschland entwickelte Schnittstelle zur Verfügung. Sie wird in Deutschland von Konica Minolta Business Solutions vermarktet.

Außerdem ist das Format in die französische Plattform ChorusPro integriert worden, über die in Frankreich alle Rechnungen von Firmen an Behörden und von Behörden untereinander laufen. In Deutschland sind alle Ebenen der öffentlichen Hand, inklusive der Bundesländer und Kommunen, dazu verpflichtet, spätestens ab 18. April 2020 elektronische Rechnungen empfangen und verarbeiten zu können.