08.02.2019 (as)
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Die Bedeutung digitaler Erlebnisse steigt auch im BtB-Umfeld

  • Inhalt dieses Artikels
  • Headless CMS für formatunabhängige Bereitstellung
  • Kanalisierung über Progressive Web Apps (PWAs)
  • Digital Experience benötigt verschiedene Mittel
  • Privates Digitalverhalten beeinflusst das berufliche

Das digitale Kundenerlebnis steht hoch im Kurs. Egal ob Nutzer über Smartphone, Smartwatch oder aus ihrem Social-Media-Account auf einen Service zugreifen oder noch besser proaktiv angesprochen werden, sollen sie ein positives Gefühl dabei haben. Dies gilt mehr und mehr auch im BtB-Bereich.

Ansprechende B2B-Commerce-Lösungen will Liferay seinen Kunden ermöglichen (Bild: Liferay)Ansprechende B2B-Commerce-Lösungen will Liferay seinen Kunden ermöglichen (Bild: Liferay)Es geht längst nicht mehr nur um einen simplen Webauftritt, den Unternehmen mit Web Content Management Systemen (WCMS) meistern müssen, vielmehr ist die Rede von digitalen Reisen und Erfahrungen, was sich auf Englisch mit digital journey oder digital experience noch besser anhört. Ziel ist, dem Nutzer für jede beliebige Plattform sei es Tablet, Smartphone, Wearable oder ein IoT-Device den passenden personalisierten Inhalt digital zur Verfügung zu stellen.

Aufgrund des wachsenden Aufgabengebiets wird der Begriff WCMS oder einfach CMS wohl in Zukunft etwas verdrängt und von Digital-Experience-Plattformen (DXP) Konkurrenz bekommen. Doch egal wie man die Lösung benennt, kann ein System – sei es WCM oder DXP - nicht alle Aufgaben alleine bewältigen. So blickt das IT-Marktforschungsunternehmen IDC im Bereich Digital Experience Management Software beispielsweise auf Softwarelösungen, die Inhalte planen, kreieren, kuratieren, managen, liefern und analysieren, um sie über das Web, mobile Applikationen, soziale Medien oder vernetzte Geräte für individuelle digitale Erfahrungen zur Verfügung zu stellen. Zu diesem Zweck betrachtet IDC neben WCMS unter anderem Digital Asset Management Software, Shop-Lösungen, Kreativ-Software sowie Videolösungen und entsprechende Analysesoftware.

Headless CMS für formatunabhängige Bereitstellung

Fragt man Mark Grannan, Senior Analyst des IT-Marktforschungsunternehmens Forrester, wie WCM- beziehungsweise CMS-Systeme es schaffen, Inhalte auf zunehmend mehr und höchst unterschiedlichsten Displays und digitalen Kanälen bereitzustellen, lautet seine Antwort: »In einem Wort: Headless.« Weiter erklärt er, dass API-basiertes Content Management Inhalte per API in einem agnostischen Format wie JSON liefert. »Die Anwendung, die den Inhalt benötigt, kann ihn in die App - beziehungsweise den Bildschirm – rendern.«

Um Kunden unabhängig von der Benutzerschnittstelle ein konsistentes Einkaufserlebnis zu bieten, bewegen sich Unternehmen und Händler auch laut dem Dortmunder Hersteller der Digital Experience Platform (DXP) »FirstSpirit« e-Spirit weg von monolithischen E-Commerce-Backend-Lösungen zu Headless CMS-Lösungen. Diese sind in der Lage, Inhalte nicht nur auf typischen Webseiten, sondern auch auf weiteren Plattformen darzustellen. Laut Udo Sträßer, Vorstand von E-Spirit, ist es unerlässlich, für jeden Touchpoint das beste Erlebnis zu bieten, egal ob online oder im Geschäft, ob digital oder physisch: »Mit einem skalierbaren Headless CMS können Marken inspirierende, personalisierte Inhalte für jedes Gerät erstellen und flexibel bereitstellen.«

Kanalisierung über Progressive Web Apps (PWAs)

Um die so bereitgestellten Inhalte dann zu kanalisieren und mobilen Web-Anwendungen zur Verfügung zu stellen, bedient man sich beispielsweise Progressive Web Apps (PWAs). Damit das reibungslos funktioniert, ist E-Spirit nun eine Kooperation mit dem kanadischen Unternehmen Mobify eingegangen. Mobify bezeichnet sich als Frontend-as-a-Service-Anbieter und ist Spezialist für Progressive Web Apps (PWAs), Accelerated Mobile Pages (AMPs) und Native Apps. »Die Zusammenarbeit mit Mobify bringt unseren Handelskunden ein leicht anpassbares Frontend, das heute beispielsweise in Form einer Progressive Web App, und auch in Zukunft die richtige Lösung bietet«, so Sträßer, der darin einen Vorteil für alle sieht, die eine schnelle Markteinführung anstreben.

Für Udo Sträßer, Vorstand von E-Spirit, ist es unerlässlich, für jeden Touchpoint das beste Erlebnis zu bieten (Bild: E-Spirit)Für Udo Sträßer, Vorstand von E-Spirit, ist es unerlässlich, für jeden Touchpoint das beste Erlebnis zu bieten (Bild: E-Spirit)Nach Ansicht von E-Spirit erleichtert eine Headless-Architektur, Frontends wie PWAs flexibel und schnell auf den Markt zu bringen. PWAs wiederum verbinden die Vorteile mobilfreundlicher Websites wie Reichweite, SEO und Geschwindigkeit mit denen nativer Apps wie hohe User Experience und Offlinefähigkeit. Durch die Verbindung des Firstspirit Headless CMS von E-Spirit mit dem Frontend als Service von Mobify sollen Händler zudem Content ohne IT-Beteiligung im Shop nutzen sowie SEO-relevante Inhalte schnell veröffentlichen können. Zudem lassen sich die Inhalte für Suchmaschinen schnell auffindbar machen, da PWAs App-ähnliche Websites sind und keinen Download erfordern.

Digital Experience benötigt verschiedene Mittel

Dass es mit einer Lösung alleine nicht getan sein wird, um individuelle Inhalte an unterschiedlichste Kanäle zu senden, bestätigt auch Grannan: »WebCMS-Lösungen werden bei der Personalisierung immer besser, aber sie werden mit dieser Aufgabe nicht alleine fertig.«. Typischerweise seien Web Content Management Systeme Teil einer breiteren Digital Experience Lösung, die Kundendaten, die Logik eines Kampagnenmanagements und vieles mehr berücksichtigen könne.

Wie wichtig das digitale Erlebnis nicht nur für Konsum-, sondern auch für Industriegüter ist, hat das Beratungsunternehmen Accenture kürzlich in einer Studie dargestellt. Demnach wird der BtB-Commerce-Markt 2021 allein in den USA ein Volumen von 1,2 Billionen US-Dollar aufweisen, wovon viele Unternehmen nach dem jetzigen Stand nicht profitieren können. Kunden erwarten im Unternehmensumfeld ähnlich komfortable digitale Plattformen wie sie sie aus dem privaten Bereich bei Einkaufs- und Filmportalen bereits kennen. Gemäß Accenture hat die Mehrheit der B2B-Unternehmen aber erst in den letzten drei Jahren mit der Umsetzung einer Digital-Strategie begonnen und digitale Kanäle wie Web und Mobile nur langsam als tragfähige Transaktionswerkzeuge akzeptiert. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Differenzierung für BtB-Unternehmen in erster Linie über digitale Kundenerfahrungen und Vertriebskanäle erfolgen wird.

Privates Digitalverhalten beeinflusst das berufliche

Um das digitale Erlebnis im BtB-Bereich zu  ermöglichen, hat der Anbieter von Digital Experience Software für Unternehmen, Liferay, seine Lösung »Liferay Commerce« darauf fokussiert. Liferay Commerce ist für die Nutzung mit der »Liferay Digital Experience Platform (DXP)« konzipiert, so dass Business-Anwender Möglichkeiten erhalten, personalisierte Inhalte und Workflows zu erstellen und zu implementieren sowie individuelle Steuer-, Rabatt- und Versandregeln anzuwenden. Funktionen gehen auf die Verwaltung abonnementbasierter Produkte ein und erleichtern die Wiederholung bereits getätigter Bestellungen. Vertriebsleiter können über die Benutzeroberfläche ihre Konten verwalten, Bestellungen für Kunden erzeugen und die Einkaufshistorie ihrer Kunden einsehen.

»BtB-Marken verstehen zunehmend die Bedeutung des Digital Commerce für ihr Geschäftsergebnis, aber ihre Aktivitäten zur Umsatzsteigerung werden durch Einkaufserlebnisse behindert, welche die Kunden umständlich oder nicht ansprechend finden«, meint Corbin Murakami, Produktmanager bei Liferay. Mit Liferay Commerce erhalten Unternehmen seiner Ansicht nach die Möglichkeit, ihre Digital-Commerce-Initiativen zu verbessern und dabei ihre vorhandenen Ressourcen, Daten und Inhalte zu nutzen, damit sie nicht bei Null anfangen müssen.