19.04.2013 (as)
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Studie bewertet den digitalen Erlebnisansatz bei WCM

  • Inhalt dieses Artikels
  • Adobe
  • SDL
  • Sitecore
  • Opentext
  • Microsoft

Das Marktforschungsunternehmen Forrester sieht im Web-Content-Management-Bereich zunehmend den Trend, dass Anbieter die digitale Vermarktung beziehungsweise das digitale Erlebnis (digital experience, abgekürzt durch DX) auf breiter Front unterstützen. Vermarkter sollen so in der Lage sein, die digitale Welt mehrkanalig professionell zu bedienen und zu analysieren.

Ziel des mit sogenannte DX-Techniken angereicherten WCMs ist, Kunden, Partnern und Interessenten ein einheitliches Bild zu vermitteln, egal von welchem Endgerät, beispielsweise Smartphone, Tablet-PC oder Desktop-PC, sie auf den Webauftritt eines Unternehmens oder Organisation zugreifen.  

Um die gesamte digitale Erfahrung von Anwendern abzudecken, bieten immer mehr WCM-Anbieter Lösungen, die neben dem klassischen WCM unter anderem auch digitales Asset Management (DAM), Produktkatalog-, Kampagnen- und Marketingressourcen-Management sowie Test- und Analyse-Werkzeuge innerhalb einer Lösung offerieren. Forrester untersuchte die Ansätze von zehn verschiedenen WCM-Herstellern, die über Web Publishing hinaus eine interaktive Multikanal-Erfahrung unterstützen, eine relevante Umsatzgröße und Marktrelevanz besitzen sowie auf das Interesse der Forrester-Kunden stoßen. Europäische beziehungsweise deutsche WCM-Anbieter wie Coremedia und e-Spirit haben es somit schwer, Berücksichtigung zu finden. Jedoch bieten sie auch entsprechende Technologien innerhalb ihres Portfolios an.

Als einzigen »Leader« sieht das Marktforschungsunternehmen Adobe mit dem Produkt CQ 5.5. Zu den »Strong Performers« zählen HP Autonomy (Team Site/LiveSite 7.3.32), Opentext (Opentext Web Experience Management 8.1), Oracle (WebCenter Sites 11gR1), SDL (SDL Tridion 2011 SP1) und Sitecore (Sitecore CEP 6.5). Danach folgen als »Contenders« Acquia (Drupal 7), Ektron (Ektron 8.6), IBM (IBM Customer Experience Suite 8.0) und Microsoft (Sharepoint 2013). Einzelne Ergebnisse haben wir hier zusammengefasst.

Adobe

Laut Forrester integriert Adobes Plattform WCM mit DAM, sozialen Communities, analytischen, inhaltsorientierten und Optimierungs-Funktionen. Als großes Unterscheidungsmerkmal hebt das Marktforschungsunternehmen die intuitive Benutzerschnittstelle hervor, die hinsichtlich der Tablet-Bedienung weiter ausgebaut werden soll. Positiv bewertet Forrester auch die guten Beziehungen Adobes zu Implementierungspartnern. Nachteilig ist hingegen die fehlende eCommerce-Fähigkeit, die einen bedeutenden Anteil an der Bewertung des digitalen Gesamterlebnisses hat.

SDL

Der britische Hersteller SDL bietet eine hohe Funktionalität, um das digitale Kundenerlebnis insgesamt und besonders global und lokal beispielsweise durch integrierte Übersetzungswerkzeuge zu gestalten. Anwender können so unterschiedliche Marken- und Länderwebseiten übersichtlich managen. Gleichzeitig empfiehlt Forrester eine größere Hinwendung zu Drittanbietern von e-Commerce- und DX-Anbietern.

Sitecore

Dem dänischen Herstleller Sitecore bescheinigt Forrester ein gutes WCM-Angebot mit DX-Komponenten aus einem Guss. Im Gegensatz zu Adobe, IBM und Oracle hat Sitecore die  grundlegenden Technologien selbst entwickelt und nicht durch Firmenakquisitionen zugekauft. Anwender profitieren von einer guten Konsistenz und integrierten Workflows. Als Kehrseite der Medaille sieht Forrester eine geringere Funktionalität gegenüber Wettbewerbern, weshalb Sitecore sich stärker Drittanbietern besonders in den Bereichen E-Commerce und Analyse öffnen sollte.

Opentext

Opentext besticht durch sehr gute Content-Management-Funktionen. Der Hersteller hat große Fortschritte gemacht, um komplementäre DX-Technologien anderer Hersteller wie E-Commerce, CRM sowie Test- und Optimierungstools zu integrieren. Als interessante Ergänzungen sieht Forrester beispielsweise das Kampagnen-Management-Tool und die »Nstein Text Mining Engine«. Am attraktivsten betrachtet Forrester den Hersteller für Kunden, die bereits in Opentext-Produkte investiert haben und möglichst wenig verschiedene Produkte unterschiedlicher Anbieter pflegen wollen.

Microsoft

Microsoft fokussiert Sharepoint 2013 nicht so stark auf DX-Technologien. Schwächen bestehen besonders in der Multisite- und Multichannel-Fähigkeit, der Sprachunterstützung und am gravierendsten im Mess- und Analysebereich. Jedoch bietet Sharepoint eine robuste Möglichkeit, Inhalte zu integrieren, Daten zu importieren und eine interne Suchmaschine darüber zu legen. Die Lösung passt gut zu Unternehmen, die schnell einzelne Informationsseiten oder Microsites veröffentlichen beziehungsweise ein Intranet betreuen wollen.