27.08.2018 (as)
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Medienbruchfreie Erstellung von Wege- und Gewässerplänen

  • Inhalt dieses Artikels
  • Tests und Anwendung in der Praxis
  • Mitnahme digitaler Daten zur Kartenplanung

Medienbruchfreie Kartenerstellung bringt Zeit- und Kostenvorteile (Bild: Disy Informationssysteme)Medienbruchfreie Kartenerstellung bringt Zeit- und Kostenvorteile (Bild: Disy Informationssysteme)Das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (LGL) hat mit »MILAN« ein landesweites IT-Verfahren entwickelt, mit dem sich Wege- und Gewässerkarten medienbruchfrei erstellen lassen. Dies umfasst die Schritte von der Bereitstellung der benötigten Geodaten über die mobile Vor-Ort-Erkundung und Datenerfassung im Feld bis hin zur Ausarbeitung der Wege- und Gewässerkarte. Neben der Erstellung der Wege- und Gewässerkarte wird Milan auch für alle Arbeitsschritte im Zuge der Anordnung von Flurneuordnungsverfahren eingesetzt, beispielsweise für den Datenabgleich mit Informationen des Liegenschaftskatasters und für die Erstellung der Gebietskarte.

Milan basiert auf der Software-Plattform »Cadenza« von Disy Informationssysteme, die eine Desktop-Software als Terminalserverlösung und eine Mobilkomponente umfasst. Die Daten werden zwischen den Komponenten über den Mobile Server von Disy ausgetauscht, der bei der IT Baden-Württemberg (BITBW), dem IT-Dienstleister der Landesverwaltung, betrieben wird.

Tests und Anwendung in der Praxis

Da die mobile Mitnahme und Erfassung digitaler Daten für den Planungsprozess eine Neuerung ist, wurde die Mobilkomponente im Pilotbetrieb bei mehreren Flurneuordnungsdienststellen getestet. In der praktischen Anwendung sieht die Erstellung der Wege- und Gewässerkarte folgendermaßen aus:

Zuerst stellt der Mitarbeiter die vor Ort benötigten Geodaten für Kartierungs- und Ab-stimmungsaufgaben am Desktop über Cadenza zusammen und veröffentlicht sie auf dem Mobile Server. Dazu gehören beispielsweise die Geobasisdaten des Landes Baden-Württemberg, die Geodaten der Umweltverwaltung, die in regelmäßigen Abständen mittels Geodatendiensten aktualisiert werden, aber auch alle weiteren für die Bearbeitung von Flurneuordnungsverfahren benötigten Geofachdaten Dritter. Bei Bedarf lässt sich das Geodatenangebot über die Systemkonfiguration erweitern.

Mitnahme digitaler Daten zur Kartenplanung

Vom Mobile Server kann der Mitarbeiter die Daten auf sein handelsübliches Tablet übertragen. Mittels der App »Cadenza Mobile« lassen sich dann alle bei der Planung zu berücksichtigenden Besonderheiten im Verfahrensgebiet georeferenziert erfassen. Alle übertragenen Datenbestände stehen auch offline zur Verfügung und können mit Fingergesten ein- und ausgeblendet sowie vergrößert und verkleinert werden. Die vor Ort erhobenen Feldnotizen werden anschließend an den Mobile Server zurückgeschrieben. Der Anwender am Desktop kann sie sich dort abholen, in einer Datenbank abspeichern und für die nächsten Arbeitsschritte verwenden.

Vorgestellt wird die Lösung auf der 39. Bundestagung der Deutschen Landeskulturgesellschaft (DLGK) vom 26. bis 28. September 2018 in Bad Berleburg.