KI-gestütztes Input- und Dokumentenmanagement
IDP-Plattformen ermöglichen es, KI-Modelle wie ChatGPT oder Google Gemini direkt in Dokumentenprozesse einzubinden. So kann auch die neue Version 7.5 der Info Input Solution von Kodak Alaris neue Automatisierungs- und Analysepotenziale erschließen.
Vom Capturing zu IDP
Inhalt dieses Artikels
Nach wie vor bildet die zuverlässige Digitalisierung die Grundlage bei digitalen Erfassungslösungen. Hochwertige Bildverarbeitung, konsistente Datenerfassung und sichere Übergabe an Zielsysteme sind essenziell. Doch nun ermöglichen KI-gestützte Verfahren den Intelligent Document Procesing (IDP) Lösungen eine flexiblere Klassifikation und Inhaltserschließung. Dokumente können zunehmend über natürlichsprachliche Anweisungen kategorisiert und verarbeitet werden. Dies reduziert den Bedarf an regelbasierten Konfigurationen und aufwendigen Trainingsprozessen.
Besonders relevant ist dieser Ansatz in Umgebungen mit heterogenen Dokumententypen, etwa im Personalwesen, in der öffentlichen Verwaltung oder in zentralen Posteingangsstellen. Hier kann KI dazu beitragen, die Effizienz der Verarbeitung zu steigern und Automatisierungsgrade zu erhöhen.
IDC-Markteinschätzung im IDP-Bereich
In der aktuellen IDP-Marktbetrachtung von IDC »Worldwide Intelligent Document Processing Software 2025–2026« weisen die Analysten darauf hin, dass GenAI es Anwendern bereits ermöglicht, immer komplexere Dokumententypen und Anwendungsfälle mit bisher schwierigen Elementen wie umfangreichen Textabschnitten, Tabellen und Diagrammen zu bewältigen. IDC hat eine Beschleunigung bei der Abstimmung zwischen diesen komplexen Anwendungsfällen und den IDP-Fähigkeiten der Anbieter beobachtet, die durch Fortschritte bei der KI zum Dokumentenverständnis vorangetrieben wird.
Allerdings ist der Weg von der Digitalisierung von Dokumenten über das Dokumentenmanagement-System bis zur fachlichen Entscheidung häufig nicht durchgängig automatisiert. Hier will Kodak Alaris mit Kodak Info Input Solution 7.5 Abhilfe schaffen. Die Plattform verbindet Capture-Technologie mit KI-gestützter Dokumentenanalyse und integriert sie in bestehende DMS-, ECM- und Fachanwendungen. Ziel ist, eine intelligente Dokumentenplattform aufzusetzen, die Informationen vom Eingang bis zur fachlichen Entscheidung begleitet.
IDP-Praxisbeispiel von Kodak Alaris
In der aktuellen Version 7.5 wird die Integration von KI-Diensten erweitert, sodass sich externe Modelle in Erfassungs- und Dokumentenprozesse einbinden lassen. Das Update umfasst nun native Integrationen mit Google Gemini, AWS Bedrock Data Automation, ChatGPT und BoxAI. Damit baut es auf den bestehenden Konnektoren der IDP-Plattform mit branchenführenden Tools wie Google Doc AI, Microsoft Document Intelligence, Hyperscience und Amazon Textract auf. Neben der Einbindung unterschiedlicher KI-Software unterstützt die Architektur von Info Input Solution auch verschiedene Bereitstellungsmodelle: Public-Cloud-Modelle, hybride oder On-Premises-Szenarien.
Auch IDC beschreibt in seiner IDP-Marktbetrachtung, dass der KI-Stack einer modernen IDP-Lösung zunehmend komplexer wird. Ein wichtiger Aspekt dieser Entwicklung sei, dass diese KI-Technologien einander nicht ersetzen, sondern vielmehr zu einem umfassenderen KI-Werkzeugkasten beitragen, der den Einsatz verschiedener Tools und Funktionen je nach spezifischen Anwendungsfällen und Kundenbedürfnissen ermöglicht.
Zusätzliche Innovationen von Kodak Alaris
Zu den weiteren Neuerungen der Info Input Solution 7.5 zählen intelligentere Zuweisungs- und Validierungsfunktionen für einen schnelleren Durchsatz sowie ein neuer grafischer Workflow-Editor mit Drag-and-Drop-Funktion für eine einfachere und schnellere Prozessgestaltung. Zudem wird die IRIS-OCR-Engine ohne zusätzliche Kosten integriert. So entstehen durchsuchbare PDF/A-Dokumente mit KI-basierter Indizierung, die es ermöglichen, Informationen in Repositorien sowohl nach Inhalt als auch nach Metadaten leicht zu finden.
Nach Angaben von Kodak Alaris kann die IDP-Plattform Dokumente und Dateien aus jeder Quelle verarbeiten und durch die Integration von Large Language Models auch unstrukturierte oder handschriftliche Dokumente auswerten. Außerdem ist sie in der Lage. automatisch kritische Details wie rechtliche Referenzen, Schwellenwerte und Inhaltsplausibilität zu überprüfen. Automatische Zusammenfassungen bewirken eine schnellere Übersicht über mehrseitige Dokumente oder E-Mail-Threads. Dies beschleunigt Prozesse und spart bei wiederkehrenden Routineaufgaben Zeit.
Gerade im Zusammenspiel mit bestehenden ECM-Systemen soll sich zeigen: Dokumente werden nicht nur abgelegt, sondern aktiv ausgewertet, angereichert und in Geschäftsprozesse eingebunden. Die Lösung kombiniert klassische Capture-Funktionalitäten mit KI-gestützter Analyse und integriert diese in bestehende DMS- und ECM-Systeme. Dabei wird ein durchgängiger Ansatz verfolgt, bei dem Dokumente vom Eingang bis zur Weiterverarbeitung innerhalb einer Plattform verarbeitet werden. Entscheidend ist die Fähigkeit, Informationen kontextbezogen nutzbar zu machen.
Fazit
Die Entwicklung im Input- und Dokumentenmanagement zeigt eine klare Verschiebung von der reinen Dokumentenerfassung hin zur kontextbasierten Informationsverarbeitung. Entscheidend ist zunehmend die Fähigkeit, Inhalte automatisiert zu analysieren und in Geschäftsprozesse einzubinden.
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