25.06.2021 (as)
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Bitkom Research und KPMG veröffentlichen Cloud-Monitor 2021

  • Inhalt dieses Artikels
  • Cloud-First-Strategie bei der Hälfte der Großunternehmen
  • Kriterien bei Auswahl des Cloud-Anbieters
  • Häufigste Cloud-Anwendungen
  • Gründe gegen Cloud-Einsatz

Die Corona-Pandemie und die verstärkte Digitalisierung haben im vergangenen Jahr die Cloud-Nutzung vorangetrieben. Bitkom Research ermittelte im Auftrag von KPMG, wie und welche Unternehmen Cloud-Technologien anwenden und wo Vorbehalte und Hinderungsgründe bestehen.

Wachsende Nutzung von Cloud Computing (Bild: Bitkom Research)Wachsende Nutzung von Cloud Computing (Bild: Bitkom Research)Im Corona-Jahr 2020 hat die Nutzung von Cloud-Computing noch einmal angezogen. Acht von zehn Unternehmen (82 Prozent) nutzen inzwischen Rechenleistung aus der Cloud – im Vorjahr waren es 76 Prozent, vor fünf Jahren lag der Anteil sogar erst bei 65 Prozent. Weitere 15 Prozent der Unternehmen diskutieren aktuell über den Cloud-Einsatz oder haben ihn bereits fest geplant. Nur noch drei Prozent sagen, dass die Cloud auch weiterhin kein Thema für sie ist. Dies sind Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage von Bitkom Research im Auftrag von KPMG unter 556 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland. »In der Corona-Pandemie haben noch einmal viele Unternehmen die Vorteile von Cloud-Anwendungen erkannt, die ein problemloses Arbeiten aus dem Homeoffice ermöglichen. Dazu kommt wie in den Vorjahren die verstärkte Digitalisierung in vielen Unternehmen, die den Bedarf nach skalierbaren IT-Anwendungen, wie sie die Cloud bietet, antreibt«, sagt Lukas Gentemann, Senior Research Consultant bei Bitkom Research.

Cloud-Computing bezeichnet aus Sicht der anwendenden Unternehmen die bedarfsgerechte Nutzung von IT-Leistungen wie Software, Speicherplatz oder Rechenleistung über Datennetze. Das Datennetz kann ein unternehmens- beziehungsweise organisationsinternes Intranet (Private-Cloud-Computing) oder das öffentliche Internet (Public-Cloud-Computing) sein. So nutzten im vergangenen Jahr fast zwei Drittel der Unternehmen (63 Prozent; Vorjahr: 58 Prozent) Private-Cloud-Anwendungen, rund die Hälfte (46 Prozent; Vorjahr: 38 Prozent) setzten auf Public-Cloud-Lösungen.

Cloud-First-Strategie bei der Hälfte der Großunternehmen

Schon 2025 wollen die bestehenden Cloud-Nutzer im Durchschnitt rund die Hälfte (52 Prozent) ihrer Anwendungen aus der Cloud betreiben, unter Großunternehmen ab 2.000 Beschäftigten sind es sogar drei Viertel (74 Prozent) aller Anwendungen. Rund jeder dritte Cloud-Nutzer (31 Prozent) verfolgt aktuell eine Cloud-First-Strategie, bei der Cloud-Lösungen den Vorrang vor Alternativen haben. Fünf Prozent setzen sogar auf eine Cloud-Only-Strategie, mit dem Ziel, alle Systeme langfristig in die Cloud zu migrieren. Unter den Großunternehmen ab 2.000 Beschäftigten hat die Hälfte (52 Prozent) eine Cloud-First-Strategie, sogar jedes Vierte (25 Prozent) eine Cloud-Only-Strategie. »Die Zukunft der produktiven Anwendungen in den Unternehmen liegt in der Cloud. Großunternehmen verfolgen diesen Transformationsprozess mit deutlich höherer Geschwindigkeit«, meint Peter Heidkamp, Head of Technology Center of Excellence bei KPMG. »Gerade innovative Mittelständler sollten hier ganz genau hinschauen und das eigene Tempo erhöhen.«

Cloud-Computing gewinnt immer stärkeren Einfluss auf das Geschäftsmodell und den Geschäftserfolg von Unternehmen. Neun von zehn Cloud-Nutzern (88 Prozent) sehen im Cloud-Einsatz einen großen Beitrag zur Digitalisierung des Unternehmens insgesamt. Im Vorjahr lag der Anteil mit 77 Prozent noch deutlich darunter. Für die Digitalisierung interner Prozesse sagen dies 80 Prozent (Vorjahr: 69 Prozent) und rund die Hälfte (48 Prozent) gibt an, dass Cloud-Computing einen großen Beitrag für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle leistet (Vorjahr: 38 Prozent). »Der Einsatz von Cloud-Computing macht aus einem Unternehmen nicht automatisch ein digitales Unternehmen. Cloud-Lösungen können aber den Digitalisierungprozess in den Unternehmen vorantreiben – auf allen Ebenen«, so Gentemann. »Die gewachsene Bedeutung des Cloud-Computing ist zudem sicherlich auch ein Corona-Effekt. In den Unternehmen, die Cloud-Computing nutzen, hat sich in der Pandemie gezeigt, dass die Cloud eine Kerntechnologie der Digitalisierung ist.«

Kriterien bei Auswahl des Cloud-Anbieters

Die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl eines Cloud-Dienstleisters sind für die Cloud-Verantwortlichen, die Leistungsfähigkeit und Stabilität der Systeme (89 Prozent) sowie Vertrauen in die Sicherheit und Compliance des Cloud-Providers (86 Prozent). Drei Viertel (75 Prozent) achten darauf, dass die Rechenzentren im Rechtsgebiet der EU stehen. Mit deutlichem Abstand dahinter folgen Kriterien, die jeweils für rund die Hälfte der Unternehmen wichtig sind: Unabhängigkeit beziehungsweise Offenheit des Cloud-Providers (54 Prozent), die Innovationskraft der digitalen Werkzeuge aus der Cloud (53 Prozent) und die Interoperabilität der Lösungen verschiedener Anbieter (51 Prozent). »Die Leistungsfähigkeit des Angebots ist bei der Auswahl ebenso wichtig wie Datensicherheit und die Einhaltung der bestehenden Datenschutz-Vorschriften«, sagt Gentemann.

Häufigste Cloud-Anwendungen

Bei denjenigen, die eine Public-Cloud nutzen, es planen oder darüber diskutieren, gewinnen Standardanwendungen im Corona-Jahr deutlich an Bedeutung. So setzen 41 Prozent Office- beziehungsweise Collaboration-Anwendungen aus der Cloud ein, im Vorjahr waren es erst 34 Prozent. Weitere 45 Prozent planen dies (Vorjahr: 41 Prozent). Noch deutlicher zugelegt haben E-Commerce-Anwendungen aus der Public-Cloud: Die Nutzung ist von 24 Prozent auf 38 Prozent gestiegen, der Anteil der Planenden geht leicht von 30 Prozent auf 27 Prozent zurück. ERP-Anwendungen nutzen 40 Prozent (Vorjahr: 36 Prozent), 31 Prozent planen damit (Vorjahr: 27 Prozent). CRM-Anwendungen setzen 37 Prozent aus der Public-Cloud ein, im Vorjahr waren es erst 26 Prozent. 40 Prozent planen dies aktuell (Vorjahr: 35 Prozent). Und HR-Anwendungen konnten ebenfalls leicht zulegen, von 23 Prozent auf 28 Prozent bei der Nutzung und von 38 Prozent auf 43 Prozent bei der Planung und Diskussion.

Die Public-Cloud ist für Unternehmen häufig auch ein kostengünstiger und einfacher Zugang zu neuen Technologien. Von denjenigen, die Public-Cloud-Lösungen nutzen, solche planen oder darüber diskutieren, setzen drei von zehn (29 Prozent) Internet-of-Things- beziehungsweise Industrie-4.0-Anwendungen ein, 36 Prozent planen dies. Data-Lake-Anwendungen werden von jedem vierten dieser Unternehmen (26 Prozent) genutzt, bei 40 Prozent ist das in Planung. Immerhin jedes achte (13 Prozent) greift auf Anwendungen zur Spracherkennung in der Public-Cloud zu und jedes dritte (36 Prozent) hat es für die Zukunft vor. Allgemeine KI-Anwendungen liegen mit zehn Prozent Nutzung und 24 Prozent Planung etwas dahinter. Nur eine relativ kleine Minderheit von drei Prozent greift über die Public-Cloud auf Blockchain-Anwendungen zu. Sieben Prozent planen oder diskutieren es. Im Vergleich zum Vorjahr liegt trotz der Pandemie das Budget für die Public-Cloud in den Unternehmen, die entsprechende Lösungen einsetzen, unverändert bei einem Fünftel (20 Prozent) des gesamten IT-Budgets.

Gründe gegen Cloud-Einsatz

Unternehmen, die bislang auf den Einsatz von Public-Cloud-Lösungen verzichten, haben vor allem Sorge vor einem unberechtigten Zugriff auf sensible Unternehmensdaten. Drei Viertel (75 Prozent) nennen dies als Grund für ihre Zurückhaltung. Kurz dahinter liegen mit 67 Prozent Unklarheiten hinsichtlich der Rechtslage. Im Vorjahr gaben dies erst 60 Prozent an, vor zwei Jahren sogar nur 51 Prozent. Aktuell sagen zudem jeweils sechs von zehn Unternehmen, die keine Public-Cloud nutzen, dass rechtliche und regulatorische Bedingungen dagegensprechen, dass Bedenken wegen Hardware-Schwachstellen wie »Spectre« und »Meltdown« sie davon abhalten oder dass sie den Verlust von Daten befürchten. Vier von zehn (41 Prozent) beklagen fehlende Kostentransparenz und Kostenplanbarkeit und 38 Prozent fehlt es an der Möglichkeit, eigene Audits durchzuführen. »Die Nutzung der Public-Cloud erfordert eine gute Planung und ein entsprechendes Sicherheitskonzept. Cloud-Provider sind absolute Sicherheitsprofis, die entsprechende Fachleute beschäftigen, um die Daten und Anwendungen ihrer Kunden bestmöglich abzusichern«, so Heidkamp. »Die europäische Gaia-X-Initiative ist zudem ein Baustein, um mit einheitlichen Standards und rechtssicheren Vorgaben auch mehr Vertrauen bei Cloud-Anwendungen zu schaffen.«

Die rechtlichen Vorgaben machen Unternehmen, die Public-Cloud-Lösungen einsetzen, zunehmend das Leben schwer. Aktuell geben 53 Prozent der Public-Cloud-Nutzer an, dass sie bei der Integration der Public-Cloud-Lösungen in die bestehende IT-Infrastruktur Schwierigkeiten bei der Umsetzung ihrer Compliance-Anforderungen hatten. Im Vorjahr waren es erst 41 Prozent, vor zwei Jahren sogar nur 29 Prozent. Und unter den Unternehmen, die Cloud-Anwendungen nutzen, es planen oder darüber diskutieren, sagen mehr als die Hälfte (58 Prozent), dass das Urteil des Europäischen Gerichtshofes bezüglich des Privacy-Shield-Abkommens und der internationalen Datentransfers (Schrems II) Auswirkungen auf Ihre Cloud-Strategie hat.




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