22.03.2014 (eh)
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Bitkom: Smartphone wird zunehmend zum E-Book-Reader

  • Inhalt dieses Artikels
  • Vorteil Smartphones: sie haben immer Internetverbindungen
  • E-Book-Plattformen synchronisieren über verschiedene Lesegeräte
  • Großer Markt für digitale Reiseführer
Smartphones als E-Book-Reader sind im Trend (Grafik/Quelle: Bitkom)
Smartphones als E-Book-Reader sind im Trend (Grafik/Quelle: Bitkom)
Mit den zunehmend bessern und größeren Displays wird das Smartphone immer mehr zu einem beliebten Lesegerät für E-Books. Mehr als jeder siebte Leser (13 Prozent) digitaler Bücher in Deutschland greift mittlerweile täglich zum Smartphone, um darauf zu lesen. Weitere 15 Prozent nutzen es hierfür mehrmals in der Woche. Insgesamt lesen sechs von zehn E-Book-Nutzern auf ihrem Smartphone. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Hightech-Verbands Bitkom und des Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V..

Besonders jüngere E-Book-Nutzer setzen auf das Smartphone: Von den 14- bis 29-Jährigen greift mehr als jeder fünfte (21 Prozent) täglich zum Lesen zu seinem Mobiltelefon. Bei den 30- bis 49-jährigen E-Book-Nutzern sind es zwölf Prozent. Auch zwischen den Geschlechtern gibt es deutliche Unterschiede: Im Vergleich zu männlichen E-Book-Nutzern (9 Prozent) greifen fast doppelt so viele Frauen täglich auf das Smartphone als Lesegerät zurück (16 Prozent).

Vorteil Smartphones: sie haben immer Internetverbindungen

»Smartphones entwickeln sich mit ihren großen und hochauflösenden Bildschirmen zum Lieblingslesegerät der Deutschen«, sagt Achim Berg, Vizepräsident des Bitkom. »Der große Vorteil von Smartphones: Sie sind immer mit dabei. Jederzeit können dank schneller mobiler Internetverbindungen in wenigen Sekunden neue Bücher direkt auf das Gerät geladen werden.«

Auch E-Reader, Laptops und Tablet-Computer werden als Lesegeräte genutzt. Jeder vierte Leser (25 Prozent) digitaler Bücher nutzt einen E-Reader, also ein Gerät, das speziell zum Lesen von E-Books entwickelt wurde. Der Bildschirm von E-Readern ist besonders augenfreundlich (E-Ink-Displays). Zudem haben die Geräte eine besonders lange Akkulaufzeit. Seit kurzem gibt es sogar ein »E43« genanntes Smartphone von Jay-Tech, das mit schwarzweißem E-Ink-Display ausgestattet ist.

E-Book-Plattformen synchronisieren über verschiedene Lesegeräte

29 Prozent der Leser digitaler Bücher nutzen einen Tablet-PC. Auch klassische Laptops (57 Prozent) und Desktop-Computer (34 Prozent) werden häufig verwendet. »Viele E-Book-Plattformen synchronisieren den aktuellen Lesestand über verschiedene Lesegeräte. Das verändert auch das Leseverhalten insgesamt«, erklärt Steffen Meier, Sprecher des Arbeitskreises Elektronisches Publizieren beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels. »Bei kurzen Wartezeiten wird heute das Smartphone gezückt und an der Stelle weitergelesen, an der man am Abend zuvor auf einem anderen Gerät aufgehört hat.«

17 Prozent der Leser digitaler Bücher synchronisieren den aktuellen Lesestand zwischen verschiedenen Geräten. Bei den 14- bis 29-Jährigen nutzt jeder Vierte (24 Prozent) diese Möglichkeit.

Großer Markt für digitale Reiseführer

Am beliebtesten ist bei Lesern digitaler Bücher belletristische Literatur. Knapp drei Viertel der E-Book-Nutzer (73 Prozent) lesen zumindest hin und wieder einen Roman in digitaler Form. Auf dem zweiten Platz folgen Reiseführer (38 Prozent) noch vor Ratgebern (32 Prozent) und Lehrbüchern bzw. wissenschaftlicher Literatur (30 Prozent).

Digitale Reiseführer werden am häufigsten auf dem Smartphone gelesen und sind damit auch im Urlaub immer verfügbar. »Das Beispiel Reiseführer zeigt: Wenn E-Books die Vorteile der Lesegeräte nutzen und keine reinen Print-Digitalisate sind, findet sich auch ein Markt«. Betont Meier. »Zudem können hier auch kürzere Reportagen, Fan-Fiction etc. ohne großes finanzielles Risiko ihr Publikum finden.«

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