13.05.2020 (pma)
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Conga und Apttus schließen sich zusammen

  • Inhalt dieses Artikels
  • Conga hat Europa im Visier
  • Etablierte Quote-to-Cash-Lösung von Apttus
  • Neues Führungsteam bei Conga
  • Corona-Krise als Digitalsierungsbeschleuniger
Ash Finnegan, Digital Transformation Officer bei Conga. (Bild: Conga)»Abgesehen von Zielen, wie Kosten- und Zeiteinsparungen, die bei Prozessoptimierungen oft an erster Stelle stehen, sollten Ziele grundsätzlich hinterfragt, neu definiert und auch die Mitarbeiter hinzugezogen werden, um einen roten Faden Richtung Digitalisierung zu erarbeiten«, empfiehlt Ash Finnegan, Digital Transformation Officer bei Conga. (Bild: Conga)

Das amerikanische Unternehmen Conga fusioniert mit dem kalifornischen Unternehmen Apttus und baut damit sein Produktportfolio aus. Das aus der Fusion hervorgehende Unternehmen wird weiterhin unter dem Namen Conga agieren, vereint einen Gesamtumsatz von zuletzt rund 400 Millionen Dollar auf sich und kann auf insgesamt über 10.000 Kunden verweisen. Ziel des fusionierten Unternehmens ist eigenen Angaben zufolge »es sowohl kleinen als auch großen Firmen zu ermöglichen, die Umsatzgenerierung zu modernisieren, Schlüsselbeziehungen zu pflegen und schnellere, intelligente Verkaufszyklen zur Verbesserung der Customer Experience zu gewährleisten.«

Conga mit Hauptsitz in Broomfield im US-Bundesstaat Colorado betreibt eine SaaS-Plattform zur Erstellung, Verwaltung, Nachverfolgung und Zustellung von Dokumenten und deckt auch die Bereiche Vertragsmanagement und E-Signature ab. Das Unternehmen ist bisher in Europa mit Niederlassungen in London und Paris vertreten, hat aber dennoch bereits namhafte deutsche Kunden, darunter etwa Allianz, Sixt und Siemens.

Conga hat Europa im Visier

2019 investierte Conga in erheblichem Umfang in den Ausbau seines Europageschäfts. Beispielsweise wurden im September das Büro in Paris eröffnet und im Verlauf des Jahres über dreißig neue Mitarbeiter eingestellt. Nach dem kürzlich erfolgten Abschluss seiner jährlichen Audit-Prüfungen kann Conga nun auch Zertifizierungen für ISO 27001 und 27701 vorweisen. Außerdem liegen wie in den Vorjahren Bewertungsberichte und Zertifizierungen für HIPAA, SOC 1 Typ 2 und SOC 2 Typ 2 vor. Apttus ist in Europa bisher lediglich mit einer Niederlassung in London vertreten.

Etablierte Quote-to-Cash-Lösung von Apttus

Apttus aus dem kalifornischen San Mateo hat ebenfalls eine Lösung für  Contract Lifecycle Management (CLM) entwickelt. Darüber hinaus bietet es aber auch eine Quote-to-Cash-Lösung und eine Lösung für CPQ (Configure, Price Quote) an. Quote-to-Cash-Lösungen decken den auch als Order-to-Cash bezeichneten Prozess in Unternehmen ab, zu dem zusätzlich zu Auftragsanlage, Versand einer Auftragsbestätigung, Erbringung der vereinbarten Serviceleistung oder Erstellung von Lieferbelegen und Versand der Waren sowie der Rechnungslegung auch die Erlösfortschreibung in die Buchhaltung und der Zahlungseingang gehören. Durch Automatisierung und Vereinfachung verkürzen Quote-to-Cash-Lösungen die Dauer dieses Prozesses erheblich.

Für E-Commerce und Online-Services in großem Maßstab ist das unverzichtbar, für eher klassische Unternehmen zumindest sehr hilfreich. Sie kommen dadurch schneller an ihr Geld, erhöhen die Zufriedenheit der Kunden, sorgen für eine einheitliche Angebotspolitik und erhalten einen besseren Überblick über die Geschäftsentwicklung.

Neues Führungsteam bei Conga

Das neu formierte Führungsteam von Conga wird aus Personen beider Unternehmen bestehen. Frank Holland, bisher Chief Executive Officer von Apttus, wird das Unternehmen als Chief Executive Officer leiten. Matthew J. Schiltz, ehemaliger Chief Executive Officer von Conga, wird in den Vorstand des Unternehmens eintreten.

Nikitas Koutoupes, Managing Director bei Insight Partners, dem Mehrheitsaktionär von Conga, wird ebenfalls in den Vorstand des Unternehmens eintreten. Der Investor Thoma Bravo bleibt der führende strategische Investor. Insight Partners behält eine wesentliche Beteiligung am Unternehmen behalten und will ein aktiver Partner bleiben.

Corona-Krise als Digitalsierungsbeschleuniger

Conga sieht auch durch die Ausnahmesituation aufgrund der Corona-Krise gute Wachstumschancen, werde doch dadurch die Notwendigkeit einer beschleunigten Digitalisierung offensichtlich. »Dass Digitalisierungsprojekte für viele Unternehmen als Mammutaufgabe verstanden werden, ist nachvollziehbar, wenn man versucht, alle Prozesse auf einmal zu transformieren. Da die Digitalisierung jedoch ein fortlaufender Prozess ist, der in den kommenden Jahren immer wieder aufs Neue geprüft und der Reifegrad mit der Entwicklung neuer Technologien neu bewertet werden muss, empfiehlt es sich Schritt für Schritt zu digitalisieren und zu transformieren« so Ash Finnegan, Digital Transformation Officer bei Conga.

Ihrer Ansicht nach sollte dafür geprüft werden, Prozesse die Grundlage der täglichen Arbeit bilden, jedoch ohne entsprechende Tools kaum standortunabhängig durchgeführt werden können. Dann sollten diese Prozesse hinsichtlich der Verantwortlichkeiten und der erforderlichen manuellen Schritte überprüft werden, um  verbesserungswürdige Bereiche und unnötige Schritte zu identifizieren.

In Bezug auf die Technologieauswahl rät Finnegan, zuerst mit aktuellen Technologieanbietern zu sprechen, da sie möglicherweise zusätzliche Funktionen bieten, die nicht bekannt sind und die entsprechenden Prozesse automatisieren oder erleichtern könnten. Offenbar ist Finnegan überzeugt, dass Unternehmen dann früher oder später doch auf Angebote von Conga zurückkommen werden - was durch die Apttus-Integration jetzt noch wahrscheinlicher werde.



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