Dvelop geht in die Cloud und startet App-Community

Teilnehmer des Hackathons, die bereits offengelegte Schnittstellen von Dvelop für eigene Apps nutzten (Bild: A.Stadler)

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Teilnehmer des Hackathons, die bereits offengelegte Schnittstellen von Dvelop für eigene Apps nutzten (Bild: A.Stadler)

Auf seiner Kunden- und Partnerkonferenz »dvelopforum19« gestern und vorgestern in Berlin stellte der deutsche Softwarehersteller für Enterprise Content Management (ECM) d.velop so viele Neuerungen wie noch nie vor. Die wesentlichste dabei ist das Offenlegen der Programmierschnittstellen, was die Entwicklung von Apps für die Dvelop-Plattformen für jedermann ermöglicht. »So erhalten unsere Kunden viel mehr Auswahl an maßgeschneiderten Lösungen, da jeder Softwareentwickler, jeder Lösungspartner und jeder Anwender neben uns selbst Apps entwickeln kann, mit denen sich sogar zusätzlich Umsatz generieren lässt. Wir sorgen nämlich auch für die entsprechende Vermarktung über unsere Plattform«, erläutert Mario Dönnebrink, CEO von Dvelop gegenüber ECMguide.de und ergänzt: »Durch das Offenlegen der Schnittstellen verschwimmt die Grenze zwischen Lieferant und Kunde zunehmend und alle werden zu einer Community, deren Start wir heute mit einer entsprechenden App-Builder Plattform – die beispielsweise die technischen Details der Schnittstellen enthält – offiziell verkünden.« Sowohl die Auswahl als auch die Geschwindigkeit für Fachlösungen werden sich laut Dönnebrink enorm steigern, »denn auf diese Weise brauchen wir nicht mehr ein bis zwei Jahre für eine neue Fachapplikation, sondern ungefähr vier Wochen.«

HTML 5 ist einzige Bedingung für App-Entwicklung

Für die Entwicklung der Apps ist »AWS« zwar die bevorzugte technische Plattform, aber nicht zwingend nötig. Die einzige Anforderung, die erfüllt werden muss, ist die HTML5-Fähigkeit, während die Architektur dahinter keine wesentliche Rolle spielt.

Rainer Hehmann, CTO von Dvelop bei seiner Keynote (Bild: A.Stadler)

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Rainer Hehmann, CTO von Dvelop bei seiner Keynote (Bild: A.Stadler)

»Die Freigabe der Schnittstellen stellt einen neuen, großen und wichtigen Schritt für Dvelop dar«, betont auch Rainer Hehmann, CTO von Dvelop. Da im Rahmen von zwei Hackathons und gemeinsam mit Pilotpartnern sowie innerhalb des eigenen Unternehmens schon erste Apps entwickelt wurden, konnte Dvelop bereits einige Praxiserfahrungen sammeln, die laut Hehmann überaus positiv verliefen: »Wir sind selbst überrascht, dass die Entwicklung neuer Apps intern und extern so zügig vonstatten geht.« Eine erste eigene App ist beispielsweise die elektronische Signaturlösung »dvelopsign«, die das Unternehmen auch im Rahmen des Anwenderkongresses vorstellte.

Dvelop-Lösungen als SaaS-Anwendungen

Grundlage für die Entwicklung der Apps ist, dass die Dvelop-Systeme selbst zu 100 Prozent cloudfähig sind, was der deutsche Softwarehersteller nun bewerkstelligt hat und auf dem Anwenderforum in Berlin ebenfalls erstmals offiziell verkündet. So ist das ECM-System »d.3« jetzt vollkommen skalierbar und multimandantenfähig beziehungsweise multitenant. Dönnebrink ist davon überzeugt, dass in Zukunft viele Anwender in die Cloud gehen werden: »Bisher haben wir ungefähr eine Handvoll Kunden, die tatsächlich schon in der Cloud sind. Doch auf Angebotsseite beziehen sich 50 Prozent der Anfragen auf Cloud-Lösungen.« Ob sich diese Projekte schnell realisieren und sich dann im Jahresabschluss widerspiegeln, lasse sich noch nicht abschätzen, werde aber von Dvelop beobachtet. Sicher kann der CEO allerdings sagen, dass Dvelop im Gegensatz zu anderen ECM-Anbietern nie komplett auf cloudbasierte Lösungen umstellen, sondern immer auch eine OnPremise-Lösung anbieten wird, um den Kunden die Wahl zu lassen. »Es entspricht nicht meinem Naturell, jemanden zu etwas zu zwingen und selbstverständlich auch nicht unsere Kunden.«

Zu den weiteren Neuerungen, die Dvelop auf seinem Forum präsentierte, gehört das Tool »Enterprise Search«, womit Anwender sowohl Dvelop-basierte Systeme als auch Fremdapplikationen und internetbasierte Quellen nutzen können. Die Suchergebnisse lassen sich aus der Ergebnisliste direkt in der entsprechenden Anwendung öffnen und bearbeiten. Zu den Pilotanwendern zählt beispielsweise das als Konfitürenhersteller bekannte Unternehmen Zentis, das sein Hauptgeschäft aber als Fruchtzubereiter im weltweiten BtB-Bereich hat.

About the Author: Annette Stadler

Annette Stadler ist IT-Journalistin und leitet das Online-Portal ECMGUIDE.