Published On: 18. März 2024Von

IDnow führt SOTERIA-Projekt in die Umsetzungsphase

2.700 Bürgerinnen und Bürgern aus Österreich, Rumänien und Spanien nehmen am Test einer Wallet-Lösung teil, die digitale Identitäten enthält. Unter der Führung von IDnow werden E-Voting, E-Klausuren und E-Health-Anwendungen getestet.

Soteria Wallet 1

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IDWallet-Lösung von Soteria (Bild: IDnow)

Soteria Wallet 2

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Teil der Identitätsprüfung (Bild: IDnow)

ID Wallet Soteria 3

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E-Prüfung (Bild: IDnow)

SOTERIA erforscht Lösungen für digitale Identitäten

Ziel des europäischen Forschungsprojekts SOTERIA ist, Lösungen zu entwickeln, mit denen Bürgerinnen und Bürger digitale Identitäten für verschiedene Dienste nutzen können. Die benutzerfreundlichen Produkte sollen eine sichere und einfache Datenverwaltung ermöglichen. Gleichzeitig gilt es, das Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger für den Umgang mit ihren persönlichen Daten zu schärfen.

Der Plattformanbieter für Identitätsprüfungen IDnow führt das SOTERIA-Forschungsprojekt, an dem insgesamt 13 Partner aus acht EU-Ländern beteiligt sind, nun in die Umsetzungsphase. »SOTERIA ist ein großangelegtes Demoprojekt, mit dem gezeigt werden soll, wie eine digitale Wallet die Sicherheit und Kontrolle über persönliche Daten gewährleisten kann, während sie gleichzeitig den Zugang zu Online-Diensten erleichtert«, erklärt Montaser Awal, Director Forschung bei IDnow und Koordinator des SOTERIA-Projekts.

 E-Voting, E-Klausuren und E-Health-Feldversuche

Das im Oktober 2021 gestartete Forschungsprojekt SOTERIA nähert sich der abschließenden Pilot-Implementierungs- und Testphase der von IDnow und den anderen SOTERIA-Partnern entwickelten Wallet-Lösung. Die Identity Wallet wird in die Plattformen von SCYTL, IPCenter und Biobizkaia Health Research Institute in Rumänien, Österreich und Spanien integriert. Die Anwendungsfälle umfassen E-Voting, E-Klausur und E-Health.

Bereits diesen Monat beginnen die drei Pilotanwendungen mit Feldtests, an denen jeweils 900 Bürgerinnen und Bürger in Österreich, Rumänien und Spanien teilnehmen. In den Anwendungsfällen E-Voting und E-Klausur werden sich die Teilnehmenden über die SOTERIA-Anwendung authentifizieren und das von IDnow durchgeführte Onboarding testen. Darunter fallen auch einige neue, im Rahmen des Projekts entwickelte Sicherheitsprüfungen, die die Betrugserkennung der Lösung weiter verbessern. Anschließend durchlaufen die Bürgerinnen und Bürger den Voting- oder Klausurenprozess, an dessen Ende sie die Möglichkeit haben, ihre Wahlbestätigung oder ihre Prüfungsergebnisse in ihre Wallet zu übertragen. Bei den Tests der E-Health-Dienste besteht für die Bürger die Option, ihre Gesundheitsdaten zu ihrer Wallet hinzuzufügen. Dabei liegt es bei den Nutzern, welche Art von Daten und Dokumenten sie speichern möchten. Mit der Wallet sind alle wichtigen Informationen zur eigenen Gesundheit stets griffbereit.

Ablauf des Pilotprojekts

Montaser Awal, Director Forschung bei IDnow und Koordinator des SOTERIA-Projekts (Bild: IDnow)

Montaser Awal, Director Forschung bei IDnow und Koordinator des SOTERIA-Projekts (Bild: IDnow)

Im Zuge des Projekts werden die 2.700 Bürgerinnen und Bürger den Authentifizierungsprozess und den Zugang zu einem Online-Dienst mithilfe einer gespeicherten digitalen Identität testen. Gleichzeitig wird auch die Fähigkeit der Wallet untersucht, Dokumente und Attribute (zum Beispiel elektronische Wahlbestätigung, Prüfungsergebnisse, Gesundheitsdaten) in Form von überprüfbaren Berechtigungsnachweisen zu speichern. Die Hochschule AUDENCIA analysiert das Feedback der Teilnehmenden, was zur Verbesserung der Plattform beitragen soll. Diese Erkenntnisse können dann in die weitere Entwicklung von digitalen Identitäts-Wallets im Rahmen der kommenden eIDAS2-Verordnung (elektronische Identifizierung, Authentifizierung und Vertrauensdienste) einfließen. Awal hofft: »Dank der Erkenntnisse aus den Anwendungsfällen mit den Bürgern wird SOTERIA dazu beitragen, die Sicherheit, die Privatsphäre und den Schutz personenbezogener Daten auf allen Ebenen der digitalen Wirtschaft zu stärken und den Weg für ein vertrauenswürdiges digitales Umfeld in der EU ebnen.«

Insgesamt besteht das SOTERIA-Konsortium aus kleinen und mittleren Unternehmen (ERDYN), großen Unternehmen (IDnow, SCYTL, IPCenter.at), Universitäten und Forschungszentren (Audencia, KU Leuven, CVC, IDIAP, Inria, Biocruces Bizkaia) und gemeinnützigen Organisationen (INFOCONS, STELAR, NORIA Onlus). Das Projekt wurde erstellt und im August 2020 bei der Europäischen Union eingereicht, nachdem die Europäische Kommission einen Aufruf zur Einreichung von Projekten zu den Themen digitale Sicherheit und Datenschutz für Bürger veröffentlicht hatte.

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About the Author: Annette Stadler

Annette Stadler ist IT-Journalistin und leitet das Online-Portal ECMGUIDE.
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