17.07.2018 (as)
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Opentext erzählt Neues zu »Opentext 16« und »Documentum«

  • Inhalt dieses Artikels
  • Intensives Commitment zu Documentum
  • Bessere Nutzeroberfläche von Documentum wird sehnsüchtig erwartet
  • Betaversionen für vertikale Lösungen

Neben der Software-Entwicklungsplattform »OpenText OT2«. über die wir bereits berichteten, verkündete der EIM-Anbieter OpenText auf seiner weltweiten Partner- und Kundenkonferenz Enterprise World letzte Woche in Toronto weitere Produktneuheiten. So gab Mark Barrenechea, Vice-chair, CEO and CTO, Opentext, erste Einzelheiten zu dem im November erscheinenden fünften Erweiterungspaket der EIM-Plattform »Opentext 16« bekannt. Mit EP5 soll Opentext 16 nicht nur in der Opentext Cloud, sondern auch auf »aws«, »Microsoft Azure« und »Google Cloud« laufen. Für Neueinsteiger in die Managed-Service-Variante bietet Opentext dann einen Preis von 99 Dollar pro User pro Monat ab 2.000 User bei einem Dreijahresvertrag. Darin enthalten sind ein weltweiter 24/7-Support und die Kollaborationsplattform »Core«, die bislang separat vermarktet wird.

Intensives Commitment zu Documentum

Am zweiten Konferenztag ging Muhi Majzoub, Opentext Executive Vice President, Engineering and IT, intensiv auf das EIM-System Documentum ein. Anfang 2017 schloss Opentext deren Übernahme zu einem Preis von 1,62 Milliarden Dollar von Dell/EMC ab. Majzoub betonte: »Es ist gut, Documentum in unserer Familie zu haben. Wir haben es nicht mit dem Ziel gekauft, um es lediglich am Leben zu erhalten und damit weiter etwas Umsatz zu generieren, sondern um es weiterzuentwickeln und den Umsatz zu verdoppeln.« Mehrere Tausend Documentum-Kunden gibt es weltweit, die nach der Übernahme durch Opentext teilweise die Befürchtung hatten, dass der Hersteller die Plattform einstellen wird. Schließlich unterhält Opentext mit »Opentext 16« ja bereits ein großes EIM-System. Doch Majzoub berichtet, dass unter seiner Führung mehr Softwareentwickler an Documentum arbeiten als unter Dell/EMC im Dezember 2016. Das Commitment zu Documentum ist wichtig, da laut einem deutschen Documentum-Berater unter Kunden noch immer Verunsicherung besteht, ob sie strategisch weiter auf das EIM-System Documentum oder besser auf Opentext setzen sollen. Und dies obwohl den Anwendern bewusst ist und von ihnen begrüßt wird, dass es mit der Documentum-Entwicklung weiter geht, nachdem in der Dell/EMC-Phase Stillstand herrschte. Daher sieht es Majzoub auch als großen Fortschritt an, dass in den vergangenen Monaten viele Documentum-Kunden von der DELL/EMC-Version auf die Opentext-Versionen von Documentum 16.3 und 16.4 gewechselt haben.

Bessere Nutzeroberfläche von Documentum wird sehnsüchtig erwartet

Opentext Vice President Muhi Majzoub (li.) mit dem Kunden Murtaza Masood von Los Angeles County (Bild: A. Stadler)Opentext Vice President Muhi Majzoub (li.) mit dem Kunden Murtaza Masood von Los Angeles County (Bild: A. Stadler)Als Kunden, der sich nach der Übernahme Sorgen machte und nun weiter auf Documentum setzt, stellte Majzoub bei seiner Keynote den Documentum-Projektverantwortlichen Murtaza Masood von Los Angeles County vor. Die Behörde, die mit rund 100.000 Mitarbeitern für mehr als 10 Millionen Einwohner zuständig ist, setzt in vielen Bereichen wie im Rechts-, Personal- und Finanzwesen auf Documentum. Inzwischen freut sich Masood generell über eine gute Partnerschaft mit Opentext und speziell über Neuerungen wie im Analytics-Bereich sowie Anbindungen an Social-Media-Kanäle und die KI-Plattform »Magellan«. Die neue grafisch gestaltete Nutzeroberfläche, die mit EP5 für Documentum angekündigt ist, wird wohl nicht nur bei Masood, sondern bei vielen Documentum-Kunden auf positive Resonanz stoßen, da die Oberfläche bislang, wie Opentext selbst eingesteht, nicht sehr ansprechend war.

Betaversionen für vertikale Lösungen

Als Betaversionen, die für jedermann ab sofort zum Testen verfügbar sind, kündigte Majzoub außerdem die Lösungen »OpenText Quality« und »Opentext Legal« an. Mit dem Erscheinen von EP5 im November sollen die beiden Lösungen für die vertikalen Bereiche Life Sciences und Rechtswesen dann offiziell erscheinen. Sie stellen einen Schritt dar, um auch Documentum-Anwender in die Cloud zu bringen, was insgesamt als Gesamtziel angesehen wird.