Retarus IDP: neue KI, neue Architektur
Retarus stellt sein Intelligent Document Processing (IDP) mit einer neuen Modellarchitektur bereit. Als technologische Grundlage dient das französische KI-Modell »Mistral Small« mit 24 Milliarden Parametern.
Vorteile von Mistral Small
Inhalt dieses Artikels
Die neue IDP-Architektur von Retarus ersetzt bisher eingesetzte Einzelmodelle durch das zentrale, skalierbare Large Language Modell (LLM) »Mistral Small«. Dies ist schnell, leistungsfähig und lässt sich auch im lokalen Betrieb ohne großen Speicherbedarf einsetzen. Es erfüllt höchste europäische Souveränitäts-Standards, unterstützt viele unterschiedliche Dokumententypen und -formate und kann sehr lange Texte verarbeiten. Die KI-Lösung eignet sich daher insbesondere für große Industrieunternehmen mit komplexen IT-Landschaften und globalen Lieferketten, bei denen große Mengen an Belegen mit komplexen Strukturen schnell, zuverlässig und automatisiert verarbeitet werden müssen.
Beim Einsatz von Retarus IDP profitieren Kunden zudem von der langjährigen EDI-Expertise von Retarus: Durch die optionale Kopplung mit Retarus EDI lassen sich die extrahierten Daten automatisiert in ERP-Systeme übertragen.
Abgrenzung zu anderen IDPs
In vielen dokumentenbasierten Prozessen, etwa bei Bestellungen, Auftragsbestätigungen oder Lieferscheinen, enthalten einzelne Positionen mehrere Varianten, wie etwa Teilmengen oder Größenangaben. Klassische IDP-Systeme stoßen hier häufig an ihre Grenzen: Die Erkennung dieser sogenannten Subline Items bleibt oftmals unvollständig und führt in der Folge zu manuellen Korrekturen oder Prozessabbrüchen. Dagegen erkennt Retarus IDP automatisiert detaillierte Informationen innerhalb einzelner Positionen. Diese Unterpositionen werden kontextbezogen verarbeitet und in strukturierter Form an nachgelagerte Systeme übergeben. Dadurch steigt die Datenqualität und das Team wird bei der Nachbearbeitung entlastet.
Schneller und effizienter mit Instant Learning
Ein weiteres zentrales Merkmal der neuen Architektur ist das sogenannte Instant Learning, bei dem das System im laufenden Betrieb ohne zusätzliches Training aus den verarbeiteten Dokumenten lernt. Dabei nutzt Retarus IDP Referenzdaten aus ähnlichen, bereits analysierten Eingängen, um neue Inhalte schneller zu erkennen und automatisiert kontextbezogen auszuwerten. Auf diese Weise müssen nur noch Sonderfälle manuell nachbearbeitet werden, während sich neue Formate wesentlich schneller und flexibler integrieren lassen. Insbesondere bei neuen Kunden, Lieferanten oder Dokumententypen führt dies zu einer spürbar höheren betrieblichen Effizienz.
Souveränes LLM als Basis
»Mit der neuen IDP-Architektur schaffen wir die Grundlage dafür, dass unsere Kunden ihre Automatisierungsprojekte schnell und flexibel um weitere Use Cases erweitern können«, erklärt Martin Hager, Geschäftsführer und Gründer von Retarus. »Dabei setzen wir bewusst auf souveräne, europäische KI-Infrastruktur. Unsere Kunden profitieren von einer zukunftssicheren Lösung, die höchsten Anforderungen an Performance und Präzision gerecht wird. So können Unternehmen in Zeiten rasanter Marktdynamik ihre Prozesse entlang der gesamten Lieferkette effizient gestalten.«
Einschätzung aus Analystensicht
Dan Lucarini, Lead Analyst IDP bei Deep Analysis, erklärt, wohin sich IDP gerade generell bewegt und ordnet die Retarus-Entwicklung diesbezüglich ein: »IDP durchläuft derzeit einen massiven technologischen Wandel weg von dokumentspezifischen Machine-Learning-Modellen hin zu Large Language Models. Eine einheitliche LLM-Architektur prozessiert alle wichtigen Dokumententypen ohne oder mit nur geringem Trainingsaufwand.« Dadurch könne Retarus seine Kunden noch besser dabei unterstützen, individuelle geschäftskritische Prozesse erfolgreich zu optimieren. Aus Sicht von Deep Analysis ist Mistral eine kluge Wahl: Das Modell bietet eine wettbewerbsfähige Dokumenten-Performance und ist zudem für jedes Unternehmen mit Sitz in der EU attraktiv.
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