19.06.2015 (eh)
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Studie: Behörden hadern mit »Digitale Verwaltung 2020«-Zeitplan

  • Inhalt dieses Artikels
  • Mangelware: E-Government & dezidierte digitale Strategie
  • Öffentliche Verwaltungen bräuchten technische Innovationen wie konvergente Infrastrukturen

Sabine Bendiek, Geschäftsführerin, EMC DeutschlandSabine Bendiek, Geschäftsführerin, EMC DeutschlandAuch wenn noch fünf Jahre hin sind bis zum Regierungsprogramm »Digitale Verwaltung 2020« – 61 Prozent der Behörden werden voraussichtlich die darin gesteckten Vorgaben verfehlen. Vier von zehn Behördenleitern sehen deshalb großen Handlungsbedarf bei der Umsetzung des E-Government-Gesetzes und weiterer Maßnahmen nicht nur bei der Digitalen Verwaltung 2020, sondern auch bei der »Digitalen Agenda 2014-2017«. Zu diesem Ergebnis kommt die repräsentative bundesweite Studie »Zukunftspanel Staat & Verwaltung 2015«, die von Wegweiser Berlin Research & Strategy und der Hertie School of Governance mit Unterstützung des Storage-Marktführers EMC durchgeführt wurde.

Grundtenor jedenfalls: Es werden bei weitem nicht alle Behörden sämtliche Vorgaben rechtzeitig umsetzen können: Jede zehnte Behörde wird für die Anwendung des Regierungsprogramms Digitale Verwaltung 2020 noch mehr als fünf Jahre benötigen; fast die Hälfte aller Verwaltungen kann ihren Zeitbedarf noch nicht einschätzen (49 Prozent). Nur ein Prozent hat die Anforderungen bereits heute erfüllt. Vier von zehn werden es voraussichtlich bis 2020 schaffen.

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Mangelware: E-Government & dezidierte digitale Strategie

Erst sechs Prozent der Befragten nehmen bereits heute einen spürbaren Einfluss der Digitalen Agenda 2014-2017 auf ihren Arbeitsalltag wahr. Die schleppenden Fortschritte können an der fehlenden Finanzierung und der mangelnden Koordination im föderalen System liegen, die je fast 70 Prozent der Befragten bemerken.

Erst jede dritte öffentliche Verwaltung (37 Prozent) verfügt demnach über eine dezidierte digitale Strategie, etwa ebenso viele befinden sich schon in der Planungsphase (36 Prozent). Über ein Viertel hat laut der Studie noch nicht einmal in nennenswertem Umfang mit Überlegungen zur digitalen Zukunft begonnen (27 Prozent).

Öffentliche Verwaltungen bräuchten technische Innovationen wie konvergente Infrastrukturen

Prinzipielle Architektur von konvergenten Infrastrukturen (Bild: EMC)Prinzipielle Architektur von konvergenten Infrastrukturen (Bild: EMC)Zwar steht landauf, landab Digitalisierung ganz oben auf der Dringlichkeitsliste der öffentlichen Verwaltungen. Aber: »Um den in der Zukunftspanel-Studie beschriebenen Herausforderungen auch künftig gerecht zu werden, benötigen die Verwaltungen eine Reihe von Erleichterungen und technischen Innovationen«, sagt Sabine Bendiek, Geschäftsführerin von EMC Deutschland und Mitglied im Hauptvorstand beim hightech-Verband Bitkom.

Die derzeitige IT-Landschaft des Bundes ist ihrer Meinung nach den Anforderungen der digitalen Welt nicht gewachsen: »Wir empfehlen Verwaltungen, auf konvergente Infrastrukturen umzustellen. Diese sind sehr leistungsfähig, flexibel, kosteneffizient und leicht zu bedienen. Außerdem bieten sie ein hohes Maß an Sicherheit, weil sie als ideal abgestimmte Systeme gut beherrschbar sind und mit vorkonfigurierten, maßgeschneiderten Sicherheitsfeatures ausgeliefert werden.«

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