28.04.2020 (as)
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TA Triumph Adler bereits durch Coronakrise beeinträchtigt

  • Inhalt dieses Artikels
  • Coronakrise bremste Exportgeschäft
  • Coronakrise soll mittelfristig mehr Digitalisierungsprojekte bewirken
  • Vertrieb von DMS- und ECM-Lösungen forcieren

Christopher Rheidt, Geschäftsführer von TA Triumph-Adler, rechnet mit länger anhaltenden Problemen durch die Coronakrise (Bild: TA Triumph-Adler)Christopher Rheidt, Geschäftsführer von TA Triumph-Adler, rechnet mit länger anhaltenden Problemen durch die Coronakrise (Bild: TA Triumph-Adler)Mit Abschluss des Geschäftsjahres 2019/2020 zum 31. März 2020 verzeichnet der deutsche Hersteller von Multifunktionsdruckern und digitalen Bürolösungen TA Triumph-Adler mit einem Gesamtumsatz von 303,1 Mio. Euro einen Rückgang von 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für das Minus macht das Unternehmen die Entwicklungen im Zuge der Corona-Krise in den vergangenen Wochen verantwortlich. Laut Unternehmensangaben bestand bis dahin eine gute Auftragslage, die unter normalen Bedingungen zum achten Mal in Folge zu einem organischen Wachstum geführt hätte. Die Umsatzrendite lag dank eines sehr guten ersten Halbjahres bei vier Prozent.

Der Direktvertrieb unter der Marke TA Triumph Adler konnte die Wachstumsstory der Vorjahre wiederholen. Maßgeblich dafür waren vor allem der Ausbau des Projektgeschäfts sowie des Public Bereichs. Die Anzahl der vertraglich bei den Kunden gebundenen Druck- und Kopiersysteme (MIF/Machines in Field) konnten dabei ebenfalls erneut um zehn Prozent gesteigert werden. Der indirekte Kanal unter der Marke »UTAX« verzeichnete im Inland ein schwieriges Jahr und konnte erst im letzten Quartal einen leichten Aufwärtstrend vorweisen.

Coronakrise bremste Exportgeschäft

Das Exportgeschäft verbuchte hingegen Auftragseingänge auf Rekordniveau und wurde erst durch die Coronakrise gebremst. Der Jahresendspurt im Export fiel wegen der Auswirkungen der voranschreitenden Virus-Pandemie besonders in den wichtigen Märkten Italien und Frankreich im Grunde aus. Ein ähnliches Bild zeigte sich in UK, die zunehmende Erholung des Marktes in der zweiten Jahreshälfte wurde durch die aktuellen Gegebenheiten unterbrochen. Auf einem stabil guten Niveau entwickelten sich die Geschäfte in der Schweiz.

Ein erfolgreicher Start gelang TA Triumph-Adler im vergangenen Geschäftsjahr mit dem Eintritt in den Markt für Produktionsdruck. Im vierten Quartal wurde das Portfolio mit der »Pro 15050c« um das erste eigene Produktionsdruck-System, basierend auf Inkjet-Technologie, erweitert. Innerhalb kurzer Zeit konnten die ersten Installationen realisiert und eine gute Pipeline aufgebaut werden. Überzeugen kann dabei unter anderem ein innovativer Serviceansatz: Über eine Augmented-Reality-Brille lassen sich die Systeme fernwarten. Die Vorteile: Ausfallzeiten reduzieren sich auf ein Minimum, die Produktivität und somit die Profitabilität beim Anwender erhöhen sich.

»Für uns ist das ein absoluter Mehrwert. Wir können rund um die Uhr vom TA-Service profitieren, ohne dass ein Techniker zu uns fahren muss. Die Corona-Krise zeigt derzeit noch einmal auf ganz andere Weise, wie wichtig das sein kann«, so Erich Czermin, Leitung Digitaldruck Druckerei & Verlag Markus Reichert, die die Lösung bereits nutzen.

Coronakrise soll mittelfristig mehr Digitalisierungsprojekte bewirken

Die Ausbreitung des Coronavirus hat nicht nur das Jahresendgeschäft ausgebremst. »Die Folgen der Krise werden uns sicher das gesamte Geschäftsjahr über beschäftigen. Das heißt gerade kurzfristig werden wir wie alle Marktteilnehmer vor besonderen Herausforderungen stehen. Abzuwarten bleibt insbesondere, wie und wann sich eine echte Erholung der Nachfrage in den einzelnen Märkten abzeichnen wird«, kommentiert Christopher Rheidt, Geschäftsführer der TA Triumph-Adler.

Mittelfristig sieht Rheidt in den aktuellen Entwicklungen aber auch Chancen: »Es geht jetzt auch darum, die Zeit nach Corona im Blick zu behalten. Die Corona-Krise wird die Digitalisierung in Deutschland massiv beschleunigen und Digitalisierungsprojekte in Zukunft höher priorisiert werden. Unternehmen haben erkannt, dass sie vor dem Hintergrund eines notwendigen Risikomanagements auch eine dezentrale Infrastruktur berücksichtigen sollten, um jederzeit die Geschäftsbereitschaft sicherstellen zu können.«

Für die steigende Nachfrage nach dezentralen Lösungen, sieht sich TA Triumph-Adler gut gerüstet. Das Unternehmen hat vor vier Jahren begonnen, sein Portfolio auszuweiten und die strategische Ausrichtung zum Managed Service Provider voranzutreiben. Das Kerngeschäft wurde dabei sukzessive um Lösungen aus dem IT-Bereich erweitert, um die komplexer werdenden Anforderungen der Kunden bedienen zu können. Schwerpunkte bilden dabei die Bereiche Content Services und ICT.

Vertrieb von DMS- und ECM-Lösungen forcieren

Um diese Themen weiter zu forcieren, hat sich TA Triumph-Adler zum Start des Geschäftsjahres auch personell verstärkt. Der neue National Sales Director Content Services soll sich zunächst darauf konzentrieren, den Vertrieb der DMS- und ECM-Lösungen voranzutreiben. Dabei kann er auf ein Produktportfolio im Konzernumfeld zurückgreifen. Durch die kürzlich erfolgte Übernahme von Optimal Systems durch den Mutterkonzern Kyocera kann die bereits bestehende Partnerschaft mit dem ECM-Hersteller intensiviert und das Portfolio aus Lösungen der Muttergesellschaft sowie der Schwestergesellschaft Ceyoniq Technology weiter angereichert werden.

Auch den Bereich ICT baut das Unternehmen kontinuierlich aus, etwa um das Outsourcing von IT-Projektmanagement. Vor dem Hintergrund der Corona-Entwicklungen wird auch hier eine stärkere Nachfrage zur Unterstützung bei Ressourcen-Engpässen erwartet.

Mit diesem Gesamt-Portfolio kann TA Triumph-Adler Kunden wie Nord-Ostsee Automobile umfassende Lösungen und Dienstleistungen aus einer Hand liefern, von Comprehensive Services, über IT-Infrastruktur bis zum Archivierungs- und Dokumenten-Management. Weiterhin ist geplant, die neuen Lösungen zu einem späteren Zeitpunkt schrittweise im indirekten Vertriebskanal einzuführen.

»Wir sind gefordert, uns auf die neue Situation einzustellen und die darin liegenden Chancen zu nutzen. Der Weg, den wir vor vier Jahren gestartet haben, zahlt sich jetzt aus. Mit dem erweiterten Portfolio sind wir in der Lage, auf die veränderten Marktbedingungen zu reagieren. Für uns geht es jetzt darum, den eingeschlagenen Weg konsequent weiter zu gehen, um damit auch unser Projektgeschäft, einen der wichtigsten Wachstumstreiber in den vergangenen Jahren, weiter auszubauen«, so Rheidt.

Zu den weiteren Schritten gehört auch die Entscheidung, mit Beginn des kommenden Geschäftsjahres das operative Headquarter von Norderstedt nach Hamburg umzuziehen. Damit partizipiert TA Triumph-Adler künftig noch stärker an den Digitalisierungsprojekten und der Innovationskraft der Hansestadt. In einem immer enger werdenden Arbeitsmarkt steigert der neue Standort zudem die Arbeitgeberattraktivität.



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