Ex-IBM-Manager Ayman Antoun wird CEO von OpenText
Ende April übernimmt Ayman Antoun die Führung von OpenText. Er soll das stagnierende Geschäft auf Wachstumskurs bringen. Teil der Neuausrichtung ist die Straffung des Portfolios – auch durch Verkäufe wie jetzt von Vertica.
Ende der Interimslösung
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OpenText hat mit Ayman Antoun einen neuen CEO gefunden. Er soll seine Tätigkeit am 20. April starten und Interims-CEO James McGourlay ablösen. McGourlay übernahm das Amt von Mark J. Barrenechea, der 13 Jahre an der Spitze von Opentext stand und das Unternehmen im Sommer vergangenen Jahres verlassen musste.
Antoun bringt mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung in den Bereichen globale Technologie, Betriebsdisziplin und Transformationsführung mit. Von April 2020 bis März 2023 leitete er als Präsident von IBM Americas die IBM-Geschäfte in den USA, Kanada und Lateinamerika. Während seiner Zeit bei IBM trieb er die Bereiche Cloud, Infrastruktur, Cybersicherheit, kognitive Lösungen und digitale Modernisierung voran. Antoun ist derzeit Vorstandsmitglied bei der TD Bank und dem kanadischen Technologie- und Luftfahrtunternehmen CAE. Er hat einen Bachelor of Science in Elektrotechnik von der University of Waterloo und ist Absolvent des Executive-Programms der Harvard Business School in den Bereichen Finanzanalyse, Unternehmensführung und strategische Planung.
Jenkins kehrt zurück in Vorstandsvorsitz
P. Thomas Jenkins, Executive Chairman und Chief Strategy Officer von Opentext setzt wie der gesamte Vorstand große Hoffnungen auf Antoun: »Mit Blick auf die Zukunft des Unternehmens ist der Vorstand überzeugt, dass er die beste Führungskraft ist, um den Shareholder Value durch Umsatzwachstum in unserem Kerngeschäft Enterprise Information Management für die Ausbildung von Agentic AI zu steigern. Aymans fundierte Kenntnisse im Bereich Unternehmenstechnologie und Software sowie seine jahrzehntelange Erfahrung in der Leitung groß angelegter globaler Transformationen werden ein Katalysator für die nächste Wachstumsphase von Opentext sein.«
Nach dem Start von Antoun im April soll McGourlay eine Position im Führungsteam von Opentext bekommen. Jenkins wird wieder die Rolle des Vorstandsvorsitzenden übernehmen.
Antoun freut sich gemeinsam mit dem Vorstand und dem Führungsteam die Wachstumsstrategie des Unternehmens voranzutreiben und Opentext in sein nächstes Kapitel zu führen: »Das Kernproduktportfolio von Opentext, das die Grundlage für das Training von agentenbasierter KI bildet, bietet in Verbindung mit dem weltweiten Kundenstamm einen Wettbewerbsvorteil für das Unternehmen, da vertrauenswürdige Daten heute für die Funktionsweise von Volkswirtschaften, Nationen und Unternehmen auf der ganzen Welt unerlässlich sind.«
Enttäuschende Q2-Zahlen
Jedoch kommt auf Antoun keine leichte Aufgabe zu. Die Geschäfte von Opentext florieren nicht gerade, was auch zum überraschenden Aus für Barrenechea letztes Jahr geführt hat. Die Zahlen des zweiten Quartals 2026 zeigen, dass der Gesamtumsatz von 1,33 Milliarden US Dollar mit einem Minus von 0,6 Prozent quasi stagniert und für ein wachstumsorientiertes Softwareunternehmen eher enttäuschend ist. Das Cloud-Geschäft mit einem Anteil von 478 Millionen US Dollar wächst, aber im Vergleich zu Wettbewerbern mit 3,4 Prozent nur moderat. Ebenfalls kein gutes Zeichen ist ein rückläufiger Free Cash Flow von minus 8,9 Prozent.
Verkauf von Vertica
Zum Wachstumskurs von Opentext gehört die Konzentration auf die Kernproduktangebote und Expertise im Bereich sicherer Daten für Enterprise-KI und Cloud-Lösungen. Daher ist damit zu rechnen, dass sich der Hersteller von manchen Unternehmensteilen trennen wird, die im Lauf der vergangen Jahre hinzugekauft wurden. »Durch die Rationalisierung nicht zum Kerngeschäft gehörender Vermögenswerte stärken wir das Portfolio, festigen unser Kapitalallokationskonzept und positionieren Opentext so, dass langfristiges Wachstum und Shareholder Value beschleunigt werden«, erläutert Jenkins. Ein Beispiel hierfür ist der vor kurzem bekannt gewordene Verkauf von Vertica für 150 Millionen US Dollar an Rocket Software. Vertica hat im Geschäftsjahr 2025 noch 80 Millionen US Dollar an Umsatz für Opentext erzielen können. Die Vertica-Analytics-Einheit kam im Januar 2023 durch den Abschluss der Übernahme von Micro Focus zu Opentext hinzu.
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