23.11.2016 (as)
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Zweite Dell/EMC-Studie zur Digitalisierung von Unternehmen

  • Inhalt dieses Artikels
  • Die digitale Transformation geschieht nur bruchstückhaft
  • Das Transformationstempo muss sich erhöhen

Dell/EMC untersuchte zum zweiten Mal in Folge den »Digital Transformation Index« von Unternehmen. Im Ländervergleich stehen deutsche Unternehmen zwar nicht schlecht da, aber es herrscht großer Druck, die digitale Transformation schneller umzusetzen.

Die Dell/EMC-Studie umfasst Ergebnisse aus 16 Ländern in Europa, dem Mittleren Osten, Amerika und Asien. »Deshalb kann unsere internationale Studie«, so Matthias Zastrow, Mitglied der Geschäftsleitung von EMC Deutschland, »Unternehmen als Benchmark dienen.« An der Befragung nahmen Verantwortliche mittlerer und großer Unternehmen quer über verschiedene Branchen hinweg teil. Dell/EMC hat die länderweit erzielten Ergebnisse jeweils in Vergleich zu den internationalen gestellt. Jedoch gibt es in Deutschland keine eklatanten Unterschiede zum internationalen Durchschnitt hinsichtlich der Ergebnisse zur digitalen Transformation.

Deutschland landet in der Rangliste des digitalen Reifegrads über die 16 betrachtete Volkswirtschaften auf Rang Fünf  – knapp vor den anderen europäischen Ländern Niederlande, Frankreich, Italien, Schweiz und Großbritannien. Die drei Spitzenplätze belegen Indien, Brasilien und Mexiko.

Die digitale Transformation geschieht nur bruchstückhaft

Gegenüber 2015 sind bei den Hauptbewertungskriterien deutliche Fortschritte erkennbar (Quelle: Dell/EMC)Allerdings begegnen die meisten Unternehmen der digitalen Herausforderung mit einem bruchstückhaften Ansatz. Nur wenige haben die digitale Transformation in der eigenen Organisation schon weitgehend abgeschlossen. Erst durchschnittlich ein Drittel der in Deutschland Befragten erfüllt die fünf kritischen Merkmale digitaler Geschäftstätigkeit, die internationale Führungskräfte in einer Vorgängerstudie als entscheidend für die künftige Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen identifiziert haben. Dazu gehört neben dem Einsatz agiler Innovationsmethoden unter anderem auch die Fähigkeit, neue Geschäftsoptionen mit analytischen Methoden vorausschauend zu erkennen.

Die Digitalisierung kommt hierzulande meist nur partiell voran. 62 Prozent der deutschen Studienteilnehmer räumen ein, die digitale Transformation müsse künftig quer durch das ganze Unternehmen auf breiterer Front vorangetrieben werden. Global sagen dies sogar 73 Prozent.

Obwohl nahezu jedes zweite deutsche Unternehmen die veränderten Kundenanforderungen als Haupttreiber für die Digitalisierung sieht, werden nach eigenem Bekunden derzeit nur 36 Prozent der Firmen diesen Anforderungen ihrer Kunden im Hinblick auf verbesserte Sicherheit, rund um die Uhr verfügbare Services sowie schnelleren Informationszugang tatsächlich gerecht. 59 Prozent agieren zudem noch nicht auf Basis von Echtzeit-Erkenntnissen.

Das Transformationstempo muss sich erhöhen

Angesichts akuter Markterfordernisse erkennen immer mehr deutsche Unternehmen die Notwendigkeit, ihr Transformationstempo zu steigern: 64 Prozent – weltweit sind es 73 Prozent – stimmen zu, dass sie eine zentralisierte Technologiestrategie im Unternehmen mit höherer Priorität vorantreiben müssen. 61 Prozent planen Infrastrukturinvestitionen und den verstärkten Aufbau digitaler Skills. Zudem wollen 71 Prozent ihre Software-Entwicklungsfähigkeiten ausweiten. Zastrow bemerkt, dass es hier zwei gegenläufige Trends gibt: »Einerseits nutzen viele Unternehmen vermehrt Standardsoftware für Standardprozesse. Andererseits beobachten wir, dass es auch eine vermehrte Nachfrage nach Softwareentwicklern gibt. Diese haben die Aufgabe Kernprozesse in Eigenentwicklungen abzubilden, um sich vom Wettbewerb absetzen zu können.«

So setzt sich der Befragerkreis zusammen (Quelle: Dell/EMC)Bemerkenswert groß ist die Sorge um die Konkurrenz durch digitale Startups, die 73 Prozent aller deutschen Manager als Bedrohung für das eigene Geschäft sehen. 43 Prozent sorgen sich, dass ihre heutigen Geschäftsmodelle im Wettbewerb gegen nativ digitale Startups in spätestens fünf Jahren obsolet sein könnten. Viele Unternehmen spüren den Druck schon jetzt: 41 Prozent von ihnen berichten von massiven Marktveränderungen in den vergangenen drei Jahren als Folge der fortschreitenden Digitalisierung und neuer Anwendungen im Internet der Dinge. Die Sorge ist nicht unbegründet, denn Amazon, Google und Co. haben in wenigen Jahren viele klassische Geschäftsmodelle im Handel-, Banken- und Versicherungsbereich sowie anderen Branchen komplett verändert.