ODF feiert 20jähriges Jubiläum
Der Dateistandard Open Document Format (ODF) ist herstellerneutral, Open-Source-basiert und lizenzfrei verwendbar. Hinsichtlich digitaler Souveränität spricht vieles für seinen Gebrauch. Allerdings hat er gegen OOXML keinen leichten Stand.
Offener Standard für Office-Dokumente
Open Document Format (ODF), der international genormte quelloffene Standard für Dateiformate von Bürodokumenten wie Texten, Tabellendokumenten und Präsentationen, feiert in diesen Tagen 20. Geburtstag. Am 3. Mai 2006, wurde der Entwurf des Open Document Format (ODF) im Rahmen der Abstimmung des ISO/IEC JTC 1/SC 34 einstimmig als internationaler Standard angenommen. Am 30. November 2006 wurde er als ISO/IEC 26300 veröffentlicht.
ODF ist ein XML-basiertes, offenes, dokumentiertes, lizenzfrei implementierbares Dateiformat mit verschiedenen Dateiendungen beispielsweise .odt für Textdokumente und .ods für Tabellen. Programme im Open Source-Bereich wie LibreOffice, Collabora Online und Apache OpenOffice nutzen es als Standarddateiformat. Auch in Microsoft Office wird es als Format-Option angeboten, obwohl hier das von Microsoft ins Leben gerufene Office-Format Office Open XML (OOXML) mit beispielsweise den Endungen .docx, .xlsxs und .pptx dominiert.
Im öffentlichen Sektor empfohlen
Die Vorteile von ODF liegen in seiner Herstellerneutralität, der Robustheit für Archivierung und Interoperabilität im Open-Source-Bereich. Aufgrund der Hersteller- und Lizenzunabhängigkeit empfiehlt sich der Standard im Hinblick auf eine digitale Souveränität, die viele Regierungen und Unternehmen anstreben. So gibt es in Deutschland und zahlreichen weiteren Ländern bei Behörden und im öffentlichen Sektor die Empfehlung, ODF einzusetzen.
Im Deutschland-Stack ist ODF explizit als Standardformat genannt. Auch andere europäische Länder wie Belgien, Niederlande , Frankreich und Großbritannien sowie die EU-Kommission unterstützen offene Standards und ODF. Außerhalb Europas hat beispielsweise Brasilien offene Dateiformate wie ODF gesetzlich verankert. Im Bildungsbereich sollen sie bevorzugt zum Einsatz kommen.
Digitale Souveränität durch ODF
Auch wenn ODF in vielen Ländern empfohlen wird, sind verbindliche Vorgaben die Ausnahme. Im Alltag dominieren immer noch .docx, .xlsx und .pptx. ODF ist technisch offen, aber nicht das Marktstandardformat. Allerdings weitet der Trend zu digitaler Souveränität die Chancen zu einer höheren Marktdurchdringung von ODF.
Die Document Foundation wird das zwanzigjährige Jubiläum von ODF im Laufe des Jahres 2026 mit einer Reihe von Veröffentlichungen, Policy Briefs und Community-Veranstaltungen begehen. Die LibreOffice-Konferenz widmet ODF einen eigenen Themenbereich, der in Abstimmung mit dem OASIS Technical Committee organisiert wird, das derzeit an der Weiterentwicklung der Spezifikation zur Version 1.4 arbeitet. Material zur Geschichte, zum strukturellen Aufbau und zu den politischen Implikationen von ODF soll das ganze Jahr über auf dem TDF-Blog erscheinen.
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