Published On: 6. Juli 2026Von

OpenText investiert in F&E-Zentren in Irland

Mit einem Ausbau der Forschungszentren in Irland erhöht OpenText sein Engagement in europäische Cloud-, Security- und KI-Entwicklungen. Dadurch werden die Entwicklungskapazitäten in Europa insgesamt weiter ausgebaut und stärker fokussiert.

Opentext München

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Opentext-Niederlassung in Grasbrunn bei München (Bild: A.Stadler)

105 Millionen Euro für Cork und Galway

Das kanadische Unternehmen OpenText investiert 105 Millionen Euro in seine irischen Standorte Cork und Galway und schafft dort 400 neue Arbeitsplätze. Im Fokus stehen die drei Bereiche Agentic AI, Sovereign Cloud und Cybersecurity. Die neuen Teams sollen als EMEA-Kompetenzzentrum Forschung, Entwicklung und Cloud-Betrieb für Europa, den Nahen Osten und Afrika übernehmen.

Die Ausweitung der europäischen Aktivitäten von Opentext soll die regionalen Kapazitäten für Unternehmen erhöhen, die in stark regulierten und geschäftskritischen Umgebungen tätig sind. Darunter befinden sich solche, die eine stärkere Kontrolle über Daten-Governance, Cyber-Resilienz und Cloud-Bereitstellungsmodelle benötigen. Die Investition ist Teil der »Cloud-of-Choice«-Strategie von Opentext. Sie ermöglicht Kunden, je nach ihren betrieblichen, regulatorischen und sicherheitstechnischen Anforderungen in hybriden Public-Cloud-, Private-Cloud- und Sovereign-Cloud-Umgebungen zu arbeiten.

Opentext berücksichtigt europäische digitale Souveränität

Relativ stark betont OpenText in seiner Mitteilung den Begriff »Sovereign Cloud«, womit es wohl auf europäische Anforderungen wie regulatorische Vorgaben (beispielsweise DSGVO, NIS2) und digitale Souveränität reagiert. Entwicklungstechnisch sollen KI-Anwendungen für Behörden und regulierte Branchen im Fokus stehen. Gerade Kunden aus dem öffentlichen Sektor, Finanzwesen oder Gesundheitswesen verlangen zunehmend solche Angebote.

Dass die Investitionen nun in Irland und nicht in der europäischen Zentrale in Grasbrunn bei München erfolgen, hat wahrscheinlich verschiedene Gründe. So ist Irland ein sehr attraktiver englischsprachiger Standort für internationale Softwareentwicklung  und verfügt über zahlreiche KI- und Cloud-Spezialisten. In Irland besteht zudem die Nähe zu vielen europäischen Cloud- und Rechenzentrumsanbietern. Darüber hinaus erhält Opentext Unterstützung durch die staatliche Wirtschaftsförderung IDA Ireland.

Auswirkungen auf deutsche Europazentrale

Obwohl die Investition nicht in München erfolgt, ist dies wohl nicht als Schwächung des Standortes hierzulande zu betrachten. Allerdings verschiebt sich ein Teil der technologischen Führungsrolle innerhalb Europas nach Irland. Es kennzeichnet die Bedeutung des europäischen Marktes, indem regionale Anforderungen speziell berücksichtigt werden. Von einem entsprechend erweiterten Angebot profitieren alle europäischen Länder und auch die Europazentrale.

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About the Author: Annette Stadler

Annette Stadler ist IT-Journalistin und leitet das Online-Portal ECMGUIDE.
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