01.07.2016 (as)
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Interview mit Nico Rehmann, Arithnea: Content muss zum Kunden

Hinsichtlich der digitalen Transformation geht es laut Nico Rehmann, CSO von Arithnea, aus der CMS-Perspektive darum, Inhalte für alle Kanäle zu bieten und zu personalisieren. Eine zielgerichtete Personalisierung gehe häufig nur im Zusammenhang mit Big Data und Automatisierung.

An welchen Projektarten arbeitet Ihr Unternehmen derzeit am häufigsten?

Nico Rehmann, CSO von Arithnea (Bild: Arithnea)Rehmann: Wir arbeiten immer häufiger an Projekten, in denen es darum geht, sich grundlegend auf den Kunden auszurichten. Eine höhere Usability und Personalisierung der angebotenen Inhalte spielt hier eine sehr große Rolle. Ein wesentliches Ziel ist, eine einheitliche »Customer Experience« über alle Kanäle hinweg zu ermöglichen.

Welche Ansätze bieten Sie für diese Projekte?

Rehmann: Ausgehend vom Kunden wird zuerst eine Digitalisierungsstrategie erarbeitet. Es müssen Key Performance Indicators (KPIs) definiert werden, die einen später messbaren Erfolg ermöglichen. Bezugnehmend auf die vorangegangene Frage geht es häufig darum, dass eine zielgerichtete Personalisierung von Inhalten nur im Zusammenhang mit Big Data und Automatisierung möglich ist. Die Daten aus den unterschiedlichen Silos, zum Beispiel CRM, ERP, WCMS, PIM, MAM, müssen zusammengeführt und entsprechend dem Nutzungsverhalten und der personalisierten Informationen an den Kunden ausgespielt werden.

Wie stark beschäftigen sich Unternehmen von ihrem CMS ausgehend mit der digitalen Transformation?

Rehmann: Ein CMS ist in der Regel nicht der Ausgangspunkt für die digitale Transformation. Diese geht vielmehr vom gewandelten Markt aus: neuen Wettbewerbern mit völlig neuen Geschäftsmodellen, dem neuen Kundenverhalten und neuen Produktionsmöglichkeiten. Aus der CMS-Perspektive geht es darum, Inhalte für ALLE Kanäle vorzubereiten und auszuspielen. Also nicht nur Web. Der Content muss da hin, wo der Kunde ist. Sei es auf dem Tablet, dem Smartphone, im Ladengeschäft oder vor dem Kühlschrank.

Wo liegen aus Ihrer Sicht die Hauptprobleme bei der digitalen Transformation in Unternehmen?

Rehmann: In Teilen der Unternehmen ist nach wie vor nicht angekommen, dass die Digitalisierung einen extremen Wandel nach sich zieht. Sei es das vollständig veränderte Kauf- und Informationsverhalten von Kunden oder auch die Industrie-4.0-Themen. In jedem Falle muss dies zur Chefsache gemacht werden. Denn wenn sich ein Unternehmen verändern möchte, was es zwangsweise muss, um zu bestehen, hat diese Auswirkungen auf jede Abteilung. Wenn man nur Teilbereiche betrachtet, wird man keinen Erfolg haben.

Nicht nur das CMS ist für den Erfolg der Online-Aktivitäten wichtig, sondern natürlich auch der Content. Welche Tipps geben Sie Unternehmen in der Gestaltung des Contents?

Rehmann: Content is king. Es geht darum, guten und hochwertigen Content zu produzieren. Die Zeiten von SEO-Only-Content gehen dem Ende zu. Context is Queen. Neben gutem Content ist die Relevanz äußerst wichtig damit der Content auch beim richtigen Leser ausgespielt wird. Also ist es notwendig, sich Gedanken über Personalisierung von Inhalten zu machen und diese auch zeitnah umzusetzen.

Was muss ein CMS bieten, um die digitale Transformation effektiv unterstützen zu können?

Rehmann: Ein CMS muss heute nicht mehr nur Content für das Web produzieren. Es geht nun darum, den Content für die Kanäle bereitzustellen derer sich der Kunde bedient. Ein CMS muss OMNI-Channel fähig sein.

Welche aktuellen Anwenderbeispiele zeigen besonders innovative Ansätze der digitalen Transformation?

Rehmann: Hier fallen mir jetzt aus CMS-Sicht keine besonders innovativen Ansätze ein. Innovation gibt es aber im Thema Digitale Transformation sehr viele.

Welche neuen Services und Produkte sind aus Ihrem Hause geplant, um die digitale Transformation besser zu realisieren?

Rehmann: Wir haben die Search- & Recommendation-Engine »haupia« geschaffen, welche dem Kunden relevanten Content ausliefert. Diese ermöglicht es, Content nicht nur für Zielgruppen, sondern auch individuell für jeden Einzelnen auszuspielen.