KI: Jobkiller oder Antwort auf Fachkräftemangel?
Einerseits bedroht Künstliche Intelligenz Arbeitsplätze, andererseits kann sie fehlende Arbeitskräfte aufgrund des demografischen Wandels kompensieren. Eine Bitkom-Umfrage zeigt, dass heute bereits Jobs durch KI verdrängt werden und KI den Arbeitsalltag verändert.
KI ersetzt bereits Arbeitskräfte
Unternehmen wie IBM, Alphabet, Microsoft und ABBYY begründen Stellenabbau zumindest teilweise mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Wie stark diese Entwicklung in Deutschland bereits spürbar ist, ermittelte der Digitalverband Bitkom bei einer repräsentativen Befragung von 1.003 Personen ab 16 Jahren in Deutschland.
Der Umfrage zufolge halten 29 Prozent sogar ihre Vorgesetzten für durch KI ersetzbar. 23 Prozent glauben, dass KI große Teile ihrer eigenen Tätigkeit übernehmen könnte. 22 Prozent meinen, dass in ihrem Unternehmen heute bereits Stellen nicht mehr nachbesetzt oder sogar abgebaut werden, weil eine KI entsprechende Aufgaben übernimmt.
KI löst künftige Arbeitsmarktprobleme
Fachleute sehen dabei auch Chancen: »Aufgrund der demographischen Entwicklung wird es in Deutschland in den kommenden Jahren mehr Arbeit als Arbeitskräfte geben. KI wird eine Antwort auf die sich abzeichnende Arbeitskräftelücke sein«, sagt Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung. »Unternehmen und Politik müssen die Gesellschaft auf die neue KI-gestützte Arbeitswelt vorbereiten, Menschen gezielt qualifizieren und transparent machen, welche Aufgaben sich verändern.«
Dass KI bereits Einzug in den Arbeitsalltag vieler Menschen gehalten hat, zeigen folgende Zahlen: 38 Prozent der Erwerbstätigen haben inzwischen Zugriff auf KI-Anwendungen ihres Arbeitgebers, 27 Prozent nutzen diese aktiv. Weitere 11 Prozent verfügen zwar über entsprechende Werkzeuge, setzen sie bislang aber nicht ein.
Die KI-Nutzung sinnvoll steuern
Demgegenüber steht ein erheblicher Anteil von Beschäftigten ohne Zugang zu KI-Werkzeugen: 31 Prozent geben an, dass ihr Arbeitgeber keine entsprechenden Anwendungen bereitstellt. Weitere 26 Prozent der Erwerbstätigen gehen davon aus, dass ihr Arbeitgeber keine KI bereitstellt, sind sich bei dieser Einschätzung allerdings unsicher. 4 Prozent wollen oder können keine Angaben machen.
Die Bitkom-Zahlen zeigen, dass KI längst nicht mehr nur ein Zukunftsthema ist, sondern den Arbeitsmarkt bereits verändert. Dabei zeichnet sich ein widersprüchliches Bild ab: Während einzelne Tätigkeiten automatisiert und Stellen abgebaut werden, wächst zugleich die Hoffnung, den zunehmenden Fachkräftemangel mit KI abfedern zu können. Entscheidend wird daher sein, wie Unternehmen, Politik und Beschäftigte den Wandel gestalten – ob KI vor allem als Rationalisierungsinstrument genutzt wird oder als Werkzeug, um Menschen produktiver zu machen und neue Aufgabenfelder zu schaffen.
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