Open Source Headless CMS »Gentics Mesh« vorgestellt

Das Entwicklerteam von Gentics Software hat das quelloffene Headless CMS Gentics Mesh 1.0 veröfentlicht.

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Das Entwicklerteam von Gentics Software hat das quelloffene Headless CMS Gentics Mesh 1.0 veröfentlicht.

Gentics Software, ein Bereich der APA-IT Informations Technologie, hat nach einer umfangreichen Beta-Phase jetzt Version 1.0 des quelloffenen Content Management System »Gentics Mesh« vorgelegt. Es handelt sich dabei um ein sogenanntes »Headless CMS« – also eines, bei dem Inhalt und Frontend – (Head) – getrennt sind. Dadurch ergibt sich eine größere Flexibilität bei der Content-Ausgabe, als bei einem herkömmlichen CMS. Befürworter verweisen zudem auf höhere Zukunftssicherheit, da heute noch nicht absehbar ist, welche Form der auszuliefernde Content künftig haben wird.

»API-basiertes Content Management liefert Inhalte per API in einem agnostischen Format wie JSON. Die Anwendung, die den Inhalt benötigt, kann ihn in die App – beziehungsweise den Bildschirm – rendern«, beschreibt Forrester-Analyst Mark Grannan ein Headless CMS im Interview mit ECMguide.de.

API-first Ansatz

Die Gentics-Entwickler sprechen auch von einem API-first-Ansatz. Gentics Mesh sei eine Plattform, die Programmierschnittstellen für Zugriff und Änderungen anbietet, enthebe Nutzer aber von Aufgaben wie der Rechteverwaltung, Problemen mit Mehrsprachigkeit, Suchfunktionen und vielem mehr. Gleichzeitig bleibe es den Betreibern überlassen, welche Technologie und welche Programmiersprache sie für ihre Anwendung verwenden wollen. Sie könnten zudem entscheiden, ob sie die Plattform lokal oder in der Cloud betreiben und seien beim Betriebssystem weder auf Windows, Linux noch macOS festgelegt. Gentics Mesh steht auf Github unter der Apache License zur Verfügung und kann damitnicht nur frei verwendet, sondern auch verändert und verbessert werden.

Headless CMS im Trend

Die Entwickler weisen auf einige Unterschiede zwischen Gentics Mesh und anderen Headless-CMS-Angeboten hin. Dazu gehöre etwa das integrierte User-Management, über das sich auch der Zugriff steuern lässt. Außerdem sei Gentics Mesh ähnlich wie Webseiten darauf ausgelegt, Inhalte in Baumstrukturen zu organisieren. Dadurch erhalte man zugleich ohne zusätzlichen Aufwand Navigations-Menüs und logisch nachvollziehbare URLs. Die bereits in Gentics Mesh angelegten Cluster-Fähigkeiten machten es zudem ausgesprochen skalierbar.

»Wir haben in der Vergangenheit beobachtet, dass sich Unternehmen, die eine neue Website oder App launchen, immer weniger an eine klassische CMS-Lösung eines bestimmten Herstellers binden wollen«, berichtet Clemens Prerovsky, Geschäftsführer bei APA-IT. Dadurch sei man dazu angeregt worden, CMS neu zu denken und eine Open-Source-Lösung zu entwickeln. »Mit Gentics Mesh haben wir eine flexible Alternative zu umfangreichen Content-Management-Lösungen geschaffen, hinter der eine professionelle Entwickler-Community steht«, verspricht Prerovsky.

31,5 Millionen Dollar Wagniskapital für Contentful

Nahezu zeitgleich mit der Vorstellung von Gentics Mesh 1.0 hat das in den USA beheimatete Unternehmen Contentstack, das ebenfalls ein Headless CMS anbietet, von Investoren Wagniskapital in Höhe von 31.5 Millionen Dollar erhalten. Die Website TechCrunch weist darauf hin, dass die Gründer von Contentstack, Neha Sampat, Nishant Patel und Matthew Baier, erst vor kurzem ihr Unternehmen Built.io an die Software AG verkauft haben. Mit SAP kooperieren sie bereits bei ihrem neuen Unternehmen. Die Ambitionen sind also ehrgeizig.

Sampat hofft, sich mit dem Geld der Investoren einen Vorsprung vor dem Wettbewerb verschaffen zu können. Das sei jetzt wichtig, erklärt sie gegenüber TechCrunch, da Unternehmen grade einsähen, dass Kunden keine Anzeigetafeln mehr sehen wollen, sondern kanalübergreifend auf sie zugeschnittene, digitale Erfahrungen erwarteten. Gleichzeitig sei vielfach unklar, wie sich diese bewerkstelligen lassen.

Hier will Contentstack in die Bresche springen, ist aber nicht alleine. Weitere Anbieter in dem Umfeld sind unter anderem Contentful, Kentico Kontent, ButterCMS und AgilityCMS. Der deutsche Anbieter e-Spirit spricht in Bezug auf sein WCM von Content-as-a-Service (CaaS) erreicht damit aber letztlich ähnliche Vorteile, wie ein Headless CMS. Er sieht gerade im E-Commerce einen Trend, weg von monolithischen Backend-Lösungen, hin zu Headless CMS-Lösungen.

About the Author: Peter Marwan