Saperion-Community atmet unter Hyland erst einmal auf

CEO und President Bill Priemer gibt Saperion-Anwendern Zuversicht (Bild: A. Stadler)

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CEO und President Bill Priemer gibt Saperion-Anwendern Zuversicht (Bild: A. Stadler)

Auf dem »OnBase Summit« von Hyland in Berlin gab der US-Softwarehersteller letzte Woche erstmals Auskunft, wie es mit der Saperion-Plattform weitergehen wird. Nachdem die Übernahme der Lexmark-Enterprise-Software-Sparte, zu der Saperion zählte, bereits im Juli bekannt gegeben wurde, erfuhren die Kunden nun Näheres zur weiteren Zukunft. Dass es solange dauerte, hatte rechtliche Gründe wie Bill Priemer,  President und CEO bei Hyland gegenüber ECMguide.de erklärt: »Aufgrund steuerrechtlicher Bestimmungen, denen Lexmark beim Verkauf der Software-Sparte unterlag, konnten wir bis Anfang Oktober gar nicht direkt mit Saperion Kontakt aufnehmen.« Doch seit ein paar Wochen könne man sich austauschen und auch mit Kunden und Partnern gemeinsame Strategien besprechen.

Jene begrüßen dieses Vorgehen gerade, weil in der Vergangenheit unter dem Lexmark-Dach wenig Dialog stattfand und keine ansprechenden Perspektiven aufgezeigt werden konnten. »Es ist positiv, dass Hyland mit den Kunden spricht und ihnen aufmerksam zuhört«, bestätigt Ralph Kühn von Datengut Software, der Saperion-Kunden als Partner betreut.  Inhaltlich sind die Saperion-Partner ebenfalls zufrieden, da Hyland sozusagen ihre Sprache spricht, wie Dr. Helmut Szpott, Leiter Competence Center Enterprise Content Management beim österreichischen Saperion-Partner Artaker Computersysteme, betont: »Hyland weiß, wo wir uns bewegen, hat ein gutes Verständnis für aktuelle Themen und besitzt viel ECM-Kompetenz, was verschiedene Marktforscher wie Gartner und Ovum ebenfalls belegen.«

Hyland garantiert langfristig Saperion-Support

Hyland OnBase Summit 2017 in Berlin (Bild: A. Stadler)

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Hyland OnBase Summit 2017 in Berlin (Bild: A. Stadler)

Wichtigste Botschaft, die den Kunden und Partnern auf der Hyland–Veranstaltung mitgeteilt wurde: Die Saperion-Plattform wird langfristig und ohne Enddatum von Hyland unterstützt. »Wir sind überaus daran interessiert, die rund 1.000 Kunden, die es aktuell auf der Saperion-Plattform gibt, eine sehr lange Zeit zu unterstützen«, so Priemer. Um Kompatibilität und Sicherheit der Lösung dauerhaft zu gewährleisten, stellt Hyland entsprechende Ressourcen bereit. Zumindest ein weiteres Update wird es für Saperion geben, um schon länger anstehende Funktionalitäten zu liefern. Darüber hinaus soll es aber keine aktive Weiterentwicklung der Saperion-Software selbst geben. Trotzdem will Hyland den Saperion-Anwendern Möglichkeiten bieten, ihre bestehenden Anwendungen weiter auszubauen.  

Offen sagt Priemer: »Es wird keine signifikanten Weiterentwicklungen der Saperion-Plattform geben. Die großen Innovationen planen wir in unserer globalen Plattform Onbase.« Moderne Cloud- und serviceorientierte Technologie ermöglichen es laut Priemer, Interface- und Application-Layer logisch vom Back-end zu trennen. Über ein Interface lassen sich dann Saperion-Plattformen mit Onbase-Services verknüpfen. »Bei einem Kunden kann sich daher die Content-Managementfunktionalität in Saperion befinden und beispielsweise die Workflow-, Case-Management- oder Output-Management-Funktionalität über Onbase verfügbar sein. Für den User wird es ein komplett konsistentes System sein, so dass er gar nicht bemerkt, dass zwei Systeme dahinter stehen, die die Funktionen bewirken«, erklärt Priemer.

Innovationen und Weiterentwicklungen gibt es mit Onbase

Im Gegensatz zu den Anwendern werden Systemadministratoren bei der Verwaltung der Systeme jedoch einen gewissen Mehraufwand haben. Nicht nur deshalb geht Priemer davon aus, dass Kunden auf längere Sicht immer stärker komplett auf Onbase wechseln werden. »Dieser Übergang kann allerdings sehr unterschiedlich und sehr lange ausgestaltet werden«, so Priemer.

Gesteuert und betreut werden alle Hyland-Aktivitäten im deutschsprachigen Raum von einem lokalen Team. Die ehemalige Saperion-Zentrale in Berlin wird zur DACH-Zentrale von Hyland. Aktuell sind im DACH-Team 57 Mitarbeiter tätig, womit Hyland seine Mitarbeiterzahl auf einen Schlag verachtfachen konnte. »Die regionale Präsenz war für uns sehr attraktiv, da organisches Wachstum nur sehr schwer möglich gewesen wäre«, weiß Priemer, der Lokalität in vielerlei Hinsicht als sehr wichtig erachtet. »Viele Dinge wie Standards, rechtliche und steuerliche Anforderungen, Sprachen, Unternehmenskulturen und Branchen sind unterschiedlich, so dass Unternehmen zwar die gleiche Technologie nutzen, aber doch ganz unterschiedlich arbeiten.«

Insgesamt ist der deutschsprachige Raum für ECM-Anbieter ein sehr attraktiver aber auch kein einfacher Markt, da viele Player aktiv sind. ECM-Marktführer OpenText hat seit vielen Jahren eine starke Präsenz und weitere etablierte internationale und nationale Unternehmen wie ELO, Docuware, Optimal Systems und SER blicken auf eine erfolgreiche Historie zurück.

About the Author: Annette Stadler

Annette Stadler ist IT-Journalistin und leitet das Online-Portal ECMGUIDE.