Published On: 21. Mai 2026Von

Zwischen Umsatzplus und steigenden Kosten

Aktuelle Konjunkturdaten von DATEV und dem Statistischen Bundesamt zeigen leichte wirtschaftliche Erholungstendenzen. Gleichzeitig erhöhen steigende Kosten und sinkende Beschäftigtenzahlen den Druck, Prozesse stärker zu digitalisieren und zu automatisieren.

Der DATEV Mittelstandsindex verzeichnet einen Umsatzanstieg um 1,2 Prozent im April 2026 (Bild: DATEV)

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Der DATEV Mittelstandsindex verzeichnet einen Umsatzanstieg um 1,2 Prozent im April 2026 (Bild: DATEV)

Keine echte Trendwende in Aussicht

Der aktuelle Mittelstandsindex von DATEV zeigt einen Umsatzindex von 98,4 Punkten auf, ein nominales Plus von 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, das jedoch 0,2 Prozent unter dem Vormonat liegt. Datev-CEO Prof. Dr. Robert Mayr spricht bei diesen Zuwächsen von einer Seitwärtsbewegung der Wirtschaft: »Für eine echte Trendwende fehlt es weiterhin an branchenübergreifender Dynamik.«

Das stärkste Umsatzplus weist das Gastgewerbe mit 7,1 Prozent auf. Dieser Zugewinn wird allerdings durch eine schwache Vorjahresbasis und die aktuell geltende Mehrwertsteuersenkung gestützt und darf daher nicht überinterpretiert werden. Im Baugewerbe ist mit 6,1 Prozent der deutlichste Rückgang zu verzeichnen. Während kleine Unternehmen ihre Umsätze um 3,1 Prozent steigern konnten, liegen Kleinstunternehmen weiterhin unter Vorjahresniveau.

Gut gefüllte Auftragsbücher in der Industrie

Gleichzeitig zeigt die Industrie positive Signale. Der Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe ist laut dem Statistischen Bundesamt im März 2026 um 1,6 Prozent zum Vormonat gestiegen, im Jahresvergleich sogar um 8,4 Prozent. Die Auftragsbücher der deutschen Industrie sind so gut gefüllt wie noch nie seit Beginn dieser Statistik im Jahr 2015. Dabei ist die Reichweite des Auftragsbestandes auf 8,8 Monate gestiegen, bei Investitionsgüterherstellern sogar auf 12,2 Monate. Die Reichweite gibt an, wie viele Monate die Betriebe bei gleichbleibendem Umsatz ohne neue Auftragseingänge theoretisch produzieren müssten, um die vorhandenen Aufträge abzuarbeiten.

Kostendruck: Löhne steigen, Beschäftigung sinkt

Der Lohnindex steigt auf 124,8 Punkte, ein Plus von 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Löhne entwickeln sich damit deutlich schneller als das aktuelle Preisniveau. Den stärksten Anstieg verzeichnet das Gastgewerbe mit 6,6 Prozent. Der Beschäftigungsindex sank im Jahresvergleich um 0,2 Prozent. Mittlere Unternehmen bauten dabei am stärksten ab (0,9 Prozent), während Kleinstunternehmen leicht aufbauten (+0,7 Prozent). Unternehmen zahlen also mehr pro Kopf und haben gleichzeitig weniger Mitarbeitende. Effizienz wird damit zum essenziellen Faktor.

Brückenschlag zu ECM: Warum jetzt der richtige Moment ist

Die aktuellen Wirtschaftsdaten liefern ein klares Argument für Unternehmen, die ihre digitale Infrastruktur ausbauen wollen. Die moderaten Umsatzzuwächse schaffen einen begrenzten, aber realen Investitionsspielraum. Wer ihn jetzt nutzt, um dokumentenbasierte Prozesse zu automatisieren, handelt vorausschauend. Ein Lohnwachstum von 4,9 Prozent verteuert jeden manuellen Prozess: Rechnungsverarbeitung, Vertragsablage und Personalakten sind klassische Anwendungsfelder von Enterprise Content Management (ECM), in denen Automatisierung sich schnell rechnet. Da die Beschäftigung sinkt, während die Anforderungen steigen, müssen weniger Mitarbeitende mehr leisten. Digitale Workflows helfen, diese Lücke zu schließen.

Investieren, bevor der Druck noch größer wird

Die aktuellen Konjunkturdaten liefern zumindest keine Argumente für weiteres Abwarten. Steigende Löhne, knapper werdendes Personal und wachsende Compliance-Anforderungen erhöhen den Druck auf die Prozesseffizienz – unabhängig davon, wie sich die Konjunktur weiterentwickelt. ECM wird damit für viele Unternehmen zunehmend zu einer strategischen Antwort auf strukturelle Herausforderungen statt nur zu einem IT-Kostenfaktor.

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About the Author: Franka Stadler

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