57 Prozent der Unternehmen setzen auf KI
Wie verbreitet KI in den Unternehmen ist und in welche KI-Themen sie investieren, deckt eine neue Bitkom-Umfrage auf. Die Ergebnisse unterstreichen zugleich die Bedeutung einer verlässlichen Datenbasis für den erfolgreichen Einsatz von KI.
In zwei Jahren verdreifachte KI-Nutzung
Künstliche Intelligenz hat in Deutschland die Mehrheit der Unternehmen erreicht: Erstmals setzt mit 57 Prozent mehr als die Hälfte der Unternehmen KI ein. Vor einem Jahr waren es erst 36 Prozent, vor zwei Jahren gerade einmal 20 Prozent. Das zeigen die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Laut der Umfrage planen oder diskutieren weitere 38 Prozent aktuell den Einsatz. Nur noch 4 Prozent sagen, KI sei für sie kein Thema, nach 17 Prozent im Vorjahr und 41 Prozent vor zwei Jahren.
KI-Einsatzbereiche in Unternehmen
Am häufigsten arbeitet KI weiterhin im Kundenkontakt, etwa bei der Bearbeitung von Anfragen (72 Prozent), sowie in Marketing und Kommunikation (54 Prozent). Deutlich zugelegt haben allerdings Bereiche, die im Vorjahr noch eine geringe Rolle spielten: internes Wissensmanagement 22 Prozent (2025: 11 Prozent), KI in eigenen Produkten und Dienstleistungen 20 Prozent (12 Prozent), KI im Vertrieb 14 Prozent (5 Prozent) oder in der IT-Abteilung 9 Prozent (2 Prozent). Auch in Controlling und Rechnungswesen ist der Einsatz gestiegen, von 17 auf 25 Prozent. In Produktionsabläufen nutzen 22 Prozent KI, in Forschung und Entwicklung 16 Prozent, in der Rechts- beziehungsweise Steuerabteilung 8 Prozent, im Management 7 Prozent.
Trend zu agentischer KI
Dass nun weitere Bereiche deutlich zugelegt haben, hängt damit zusammen, dass die KI-Kompetenz in den Unternehmen gewachsen ist. Außerdem gibt es umfangreichere KI-Lösungen, die weitergehende Einsatzmöglichkeiten gestatten. Was aktuell immer stärker in den Blick rückt, sind KI-Agenten. Anders als ein Chatbot, der auf Fragen antwortet, handelt ein Agent selbstständig, indem er zum Beispiel Preisvergleiche durchführt, Angebote einholt und auch Entscheidungsoptionen ausarbeitet. Nur für 24 Prozent der Unternehmen, die KI nutzen oder deren Einsatz planen beziehungsweise diskutieren, ist das derzeit kein Thema. 11 Prozent setzen solche Agenten schon ein, 29 Prozent planen den Einsatz und 31 Prozent diskutieren ihn. »KI-Agenten stehen heute etwa dort, wo Künstliche Intelligenz insgesamt vor drei Jahren stand. Sie werden sich aber ähnlich schnell verbreiten«, sagt Dr. Ralf Wintergerst, Präsident des Bitkom. »Unternehmen sollten sich darauf vorbereiten. Ein Agent, der eigenständig handelt, braucht verlässliche Daten, verbundene Systeme und Regeln, was er darf und was er zu lassen hat.«
Verbindung zwischen KI und ECM
Enterprise Content Management (ECM-) Systeme sind prädestiniert, um sowohl für eine verlässliche Datenbasis zu sorgen als auch Berechtigungen zu vergeben. Über sie lassen sich Nutzungsrechte für Dokumente und Inhalte an Personen aber eben auch an KI-Agenten zuordnen. Weitere DMS-Grundfunktionen wie das Records Management sind für den KI-Einsatz ebenfalls überaus hilfreich. Records Management steuert die Aufbewahrung von geschäftsrelevanten Informationen, die sich auch aus KI-Content zusammensetzen können. Die Steuerung schließt die Festlegung, Anwendung und Überwachung von Aufbewahrungsfristen sowie die anschließenden Löschung oder Archivierung ein.
Nicht zuletzt sorgen Systeme für ECM beziehungsweise Dokumentenmanagement und Content Services generell für Ordnung und Transparenz bei unstrukturierten Dokumenten wie Rechnungen, Verträgen und E-Mails. Schließlich ist eine hohe Datenqualität Grundvoraussetzung, damit KI die richtigen Informationen findet. Doch Systeme für ECM- und Content-Services schaffen nicht nur eine gute KI-Basis. Zahlreiche Hersteller wie Amagno, DocuWare, OpenText und Hyland setzen auch immer stärker darauf, KI und eben auch agentische KI in die Lösungen einzubinden.
Wohin KI-Investitionen fließen
Unternehmen scheinen die Bedeutung einer verlässlichen Datenbasis erkannt zu haben. Die Datenbasis zu ordnen ist laut der Bitkom-Umfrage für 50 Prozent der Befragten einer der größten Kostenpunkte der KI-Investitionen. Mit 51 Prozent wird dieser Punkt nur knapp von Investitionen in die Infrastruktur wie Cloud und Rechenleistung überboten. Abos und Lizenzen für KI-Software sind nur für 21 Prozent ein großer Kostenpunkt. Sie liegen damit gleichauf mit den Ausgaben für externe Beratung. Die Schulung der Beschäftigten erzeugt bei 19 Prozent hohe Kosten.
Am wenigsten fällt der Verbrauch von Token für die KI-Nutzung ins Gewicht: Für 8 Prozent ist er ein großer, für 11 Prozent ein kleiner Kostenpunkt. In den nächsten Jahren werden sich diese Ausgaben aber deutlich erhöhen. Sind agentische KI-Systeme erst einmal implementiert, werden sie den Token-Verbrauch merklich ansteigen lassen. Außerdem ist damit zu rechnen, dass KI-Anbieter ihre Token-Preise anziehen werden. Aktuell sind die Preise noch sehr niedrig, um die Verbraucher an die Technologie zu binden und Marktanteile zu gewinnen. Wahrscheinlich wird es aber nicht dauerhaft bei den günstigen Tarifen bleiben.
Weiterführende Links
Weitere Artikel
DMSFACTORY erweitert »M-Files« um Machine Learning
Mit der »MachineLearningEngine« von DMSFACTORY für das ECM-System »M-Files« lassen sich Metadaten für neue Dokumente automatisch ermitteln. So kann beispielsweise die Kontierung umfangreicher Rechnungen beschleunigt werden.
KI-Governance-Studie von ABBYY
ABBYY engagiert sich auf verschiedene Weise für die Kontrollierbarkeit von KI-Ergebnissen in Unternehmen. Eine Studie des Unternehmens beleuchtet aktuelle Trends und Anforderungen an die KI-Governance in der Unternehmenspraxis.




