11.03.2014 (eh)
4 von 5, (2 Bewertungen)

 CeBIT:  De-Mail bei GMX und web.de sogar kostenlos

  • Inhalt dieses Artikels
  • De-Mail ist rechtlich dem Brief gleichgestellt
  • De-Mail ohne End-to-End-Verschlüsselung
0 Euro Grundgebühr für De-Mail bei web.de (Bild: web.de)
0 Euro Grundgebühr für De-Mail bei web.de (Bild: web.de)
Auftaktüberraschung auf der derzeit in Hannover tagenden »CeBIT 2014«: Bislang war der De-Mail-Service kostenpflichtig, doch ab sofort integrieren die E-Mail-Dienstleister web.de und GMX eine De-Mail-Flatrate in ihr Angebot. Damit können Kunden dieser E-Mail-Services die De-Mail ab sofort kostenlos nutzen und eine unbegrenzte Anzahl von De-Mails versenden und empfangen.

Bislang gab es bei diesen Anbietern ein Freikontingent von zehn De-Mails, danach kostete jede weitere De-Mail zwischen 33 und 49 Cent. Nach eigenen Angaben hat man damit mehr als 500.000 Privatnutzer anziehen können. Über 20.000 Firmenkunden hätten darüber hinaus bereits einen De-Mail-Vertrag mit firmenspezifischer De-Mail-Domain bei der Marke 1&1 abgeschlossen. Aber das war anscheinend nicht genug, man will jetzt die Millionen-Schwelle so schnell wie möglich erreichen.

Anzeige

De-Mail ist rechtlich dem Brief gleichgestellt

Das dürfte vor allem der Telekom nicht gefallen, die Privatanwender ebenfalls für ihren De-Mail-Service gewinnen will. Der bislang zertifizierte dritte hiesige De-Mail-Anbieter, Francotyp-Postalia, hat vor allem Unternehmenskunden im Fokus. Hier dürfte die Kostenlosvariante von GMX und web.de die Kreise nicht so bemerkbar stören.

Das De-Mail-Gesetz ist am 1. August 2013 in Kraft getreten. De-Mail erfüllt ab diesem Zeitpunkt die gesetzliche Schriftformerfordernis. Der Kommunikationsstandard ist damit rechtlich dem Brief gleichgestellt, bietet aber wesentlich mehr Komfort.

De-Mail ohne End-to-End-Verschlüsselung

De-Mail hat allerdings einen Haken: Die Mails werden standardmäßig nicht End-to-End verschlüsselt. Es findet zwar eine Verschlüsselung auf dem Transportweg von Server zu Server statt. Aber auf jeden zwischengeschaltetem Server werden die zwischengespeicherten De-Mails wieder entschlüsselt. Dies ist ein potenzieller Angriffspunkt für Datenspione, befürchten Datenschützer. Der Sicherheitsanalyst Linus Neumann meint sogar, dass die De-Mail absichtlich unsicher programmiert worden sein könnte, weil Sicherheitsbehörden die Möglichkeit haben wollten, den De-Mail-Verkehr mitlesen zu können.

GMX und web.de auf der CeBIT 2014:
Halle 7, Stand A58

.