23.09.2019 (as)
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IBM unterstützt ZF bei Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen

  • Inhalt dieses Artikels
  • Messfahrzeuge liefern 70 TB Daten pro Tag
  • Enorme Datenmengen in hybrider Multi-Cloud-Umgebung

Der integrierte ZF coPILOT ist ein ADAS-System der nächsten Generation (Bild: ZF Friedrichshafen)Der integrierte ZF coPILOT ist ein ADAS-System der nächsten Generation (Bild: ZF Friedrichshafen)Der IT-Konzern IBM unterstützt den internationalen Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen mit verschiedenen Produkten und Technologien aus den Bereichen Cloud, Speicher und Archivierung bei der Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen (Advanced Driver Assistance Systems, ADAS). Zentrales Element ist die von IBM entwickelte »Hybrid Data Bridge«, die digitale Prozesse in einer hybriden Cloud-Umgebung unterstützt. Die Hybrid Data Bridge ermöglicht eine effiziente Übertragung, Speicherung und Archivierung großer Datenmengen. Das Herzstück des Systems ist der »IBM Archive and Essence Manager (AREMA)«, um komplexe Videobestände und große digitale Archive mithilfe von Künstlicher Intelligenz zu verwalten. Die Cloud-Architektur basiert auf dem Hybrid-Cloud-Fundament »RedHat OpenShift« zur Erstellung und Skalierung von containerisierten Anwendungen, um zum Beispiel den Datenempfang und die Videotransformation zu beschleunigen.

Messfahrzeuge liefern 70 TB Daten pro Tag

»Derzeit erzeugen Messfahrzeuge, die Daten zum Training eines autonomen Autos einfahren, rund 70 Terabyte an Daten pro Tag. Die Verarbeitung dieser riesigen Datenmengen erfordert hocheffiziente Prozesse, um den laufenden Fahrzeugbetrieb zu optimieren sowie neue Funktionen zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Mit der Hybrid Data Bridge hat ZF eine ständige, unternehmensweite Prozesskontrolle und kann zu jeder Zeit eine hohe Qualität sicherstellen«, erklärt Dr. Helmut Müller, Industry Architect - Automotive bei IBM.

Zunächst wird der Pilot der Hybrid Data Bridge in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von ADAS eingesetzt. Mit weiteren ZF-Unternehmensbereichen sollen in Zukunft mehr als 25.000 ZF-Ingenieure weltweit über eine intuitive Oberfläche auf die Hybrid Data Bridge zugreifen. Die Anwender können sich zum Beispiel einzelne Videoausschnitte ansehen und beschriften sowie Playlists für das Training der ADAS/AD-Funktionen im Fahrzeug erstellen und schnell an nachgelagerte Prozesse übergeben. Die Hybrid Data Bridge unterstützt die Arbeit von ZF an der Vision Zero, einem Projekt, das eine Zukunft ohne Verkehrsunfälle und ohne schädliche Emissionen vorsieht.

Enorme Datenmengen in hybrider Multi-Cloud-Umgebung

»Die Verwaltung enormer Datenmengen in einer hybriden Multi-Cloud-Umgebung ist sehr wichtig. Der transparente Zugriff auf die Dateien in den Data Lakes mit der entsprechenden Latenzzeit ist unerlässlich, etwa bei der Entwicklung von autonomen Fahrzeugen, wo wir Bilder und Informationen aus vielen verschiedenen Datenquellen wie Kameras, Radar, Lidar und Kommunikationssystemen verarbeiten müssen, um ein vollständiges Bild der Situation innerhalb und außerhalb des Fahrzeugs zu liefern«, erklärt Harald Holder, Director of IT Infrastructure Platforms bei ZF. »Dank der intelligenten Verknüpfung mit der Datentransferlösung IBM Aspera können diese Datenmengen schnell und sicher übertragen sowie unternehmensweit synchronisiert werden.«

Zur Speicherung der Daten kommt »IBM Spectrum Scale« zum Einsatz. Die skalierbare Lösung für das Daten- und Dateimanagement bietet integrierte Tools für den Informationslebenszyklus, die Petabytes an Daten und Milliarden Dateien verwalten. Je nachdem, wie schnell und zu welchen Kosten der Datenzugriff erfolgen muss, kann zwischen Flash-, Disk-, Tape- oder Cloud-Object-Speicher gewählt werden.