18.01.2021 (pma)
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UiPath ergänzt Automatisierungsplattform um Low-Code-Funktionen

  • Inhalt dieses Artikels
  • Lizenzen und Einsatzmöglichkeiten
  • RPA-Integration in ECM-Prozesse
  • Automatisierung für jedermann
  • Automatisierungs- und KI-Know-how zunehmend gefragt
UiPath Immersion Lab in der Firmenzentrale in Bukarest (Bild: UiPath)UiPath gehört zu den führenden Anbietern im Bereich RPA und will Automatisierung in Firmen möglichst allen Mitarbeitern verfügbar machen (Bild: UiPath)

UiPath hat eine neue Version seiner »UiPath Automation Platform« vorgestellt. Wichtigste Neuerung ist der »Application-Builder UiPath Apps«. Diese robotergestützte, webbasierte Anwendung soll Unternehmen helfen, die Möglichkeiten der Automatisierung dank einfacher Erstellung von professionellen Anwendungen mittels Low Code bestmöglich und schnell auszunutzen: Unternehmen eröffne sich damit von der Automatisierung bestehender Workflows bis zur Erstellung neuer Geschäftsanwendungen ein Weg in das Thema RPA (Robotic Process Automation).

Auf »UiPath Apps« greifen Mitarbeiter über den Webbrowser zu. Das Angebot ist damit unabhängig von den gerade genutzten Geräten und Betriebssystemen. Mit Hilfe von Drag-and-drop-Funktionen lassen sich schnell professionelle Anwendungen erstellen. Als Beispiel nennt das Unternehmen etwa ein Tool zur Automatisierung der Vorgänge rund um Urlaubsanträge. Param Kahlon, Chief Product Officer bei Uipath, betont dabei, dass bei der App-Entwicklung nicht Formulare erstellt und Zugriffe über API und die Verarbeitung von Daten im Vordergrund stehen, sondern die sogenannte Automatisierungen. Das ermögliche es, die gesamten Möglichkeiten von RPA auszuschöpfen, denn obwohl APIs unterstützt werden, erlaube dieses Vorgehen auch den Zugriff auf Funktionen bestehender Anwendungen und Daten, die sich nur schwer über APIs programmieren lassen.

Lizenzen und Einsatzmöglichkeiten

Kunden bezahlen für die Lizenzen für das Werkzeug. Sie können damit dann unbegrenzt viele Anwendungen erstellen, die neue und bestehende Prozesse unterstützen. Preise nennt Uipath auf Anfrage. Für Interessenten steht nach Registrierung eine kostenlose Testversion zur Verfügung

Das Einsatzspektrum ist laut Anbieter breit. »Die Funktionen von UiPath Apps umfassen die Erstellung einzelner Formulare für einzelne Automatisierungs-Prozesse bis hin zu interaktiven und reaktionsschnellen Anwendungen mit mehreren Bildschirmen, die über mehrere Automatisierungs-Prozesse hinweg ausgeführt werden.« Dabei könne man auch auf zahlreiche Cloud- und On-Premises-Anwendungen im Bereich ERP und CRM sowie Legacy-Systeme ohne APIs aufbauen.

RPA-Integration in ECM-Prozesse

Gartner sieht Uipath in dem im Sommer 2020 vorgelegten Magic Quadrant für RPA als führenden Anbieter (Bild: Gartner)Gartner sieht Uipath in dem im Sommer 2020 vorgelegten Magic Quadrant für RPA als führenden Anbieter (Bild: Gartner)Um das Automatisierungspotenzial bei dokumentenbasierenden Prozessen zu erschließen, kooperieren unter anderem PFU und Foxit Software mit dem RPA-Anbieter. Ziel von PFU ist es, durch die Kooperation die papierbasierte Dokumentenerfassung automatisch mit digitalen Folgeprozessen zu verknüpfen. Dazu wurde die RPA-Software von Uipath in »Easy NX Connect for Paperstream NX Manager« von PFU integriert. Die serverbasierte, für die Cloud entwickelten Software, ermöglicht es Unternehmen, zusammen mit dem Scanner Fujitsu »fi-7300NX« intelligente Automatisierungslösungen zur Verarbeitung von Dokumenten einzurichten.

Foxit Software bietet seit Version 9.7 von »PhantomPDF« einen PDF-Editor mit Unterstützung für robotergesteuerte Prozessautomatisierung an. Dadurch kann die RPA-Lösung von UiPath, Text, Formatierungen und andere Funktionen aus erstellten Dokumenten extrahieren. Zugriff bekommen Anwender über sogenannte Aktivitäten, die sie über den Marktplatz von Uipath erwerben können. Möglich wird so zum Beispiel die stapelweise Konvertierung von PDF-Dateien in andere Formate, der Stapelimport von Formulardaten, Anwendung eines Kennwortschutzes auf eine große Zahl an PDF-Dokumenten, das Entfernen und Hinzufügen von Weblinks sowie Suchen und Ersetzen oder die intelligente Schwärzung von Textstellen in Dokumentengruppen

Automatisierung für jedermann

Daniel Dines, Mitgründer und CEO von Uipath (Bild: UiPath)»Uipath Apps kann einige der kostspieligsten und zeitaufwändigsten Aktivitäten eines modernen Unternehmens erheblich verbessern«, sagt Daniel Dines, Mitgründer und CEO von Uipath (Bild: UiPath)»Durch die einfachere und schnellere Bereitstellung der Automatisierung kann UiPath Apps einige der kostspieligsten und zeitaufwändigsten Aktivitäten eines modernen Unternehmens erheblich verbessern«, verspricht Daniel Dines, Mitgründer und CEO von Uipath. Uipath Apps ermögliche es jedem Mitarbeiter, mit Robotern zu interagieren und Automatisierung zu nutzen. »Anstatt mit den unzähligen Apps und Datenbanken, die in einem Unternehmen vorhanden sind, direkt zu arbeiten, können die Mitarbeiter einen Software-Roboter auffordern, die Aufgabe zu übernehmen und einen Prozess zu bearbeiten«, erklärt Dines.

Damit hilft Uipath Mitarbeitern auch, den Erwartungen von Führungskräften gerecht zu werden – zumindest, wenn man den Ergebnissen einer im Oktober 2020 von dem Anbieter durchgeführten Umfrage glaubt. Demnach würden 73 Prozent der befragten Führungskräfte bei der Auswahl zwischen zwei ähnlich qualifizierten Bewerbern denjenigen mit mehr Erfahrung mit Automatisierungs- und KI-Tools auswählen - selbst wenn die Position diese Fähigkeiten nicht erfordert. 70 Prozent der befragten Führungskräfte sind zudem der Meinung, dass es auch für Mitarbeiter in nicht-technischen Funktionen wichtig ist, über fundiertes Wissen in den Bereichen Automatisierung und KI zu verfügen.

Automatisierungs- und KI-Know-how zunehmend gefragt

Die Umfrage ergab zudem, dass 94 Prozent der Mitarbeiter in nicht-technischen Funktionen in den Organisationen der Befragten bereits in irgendeiner Weise mit Automatisierungs- und KI-Technologien interagieren. Wenn Führungskräfte auf der Suche nach einem neuen Mitarbeiter sind, auch in einer nicht-technischen Funktion, halten 69 Prozent der befragten Führungskräfte es für wichtig, dass sie Erfahrung und/oder Kenntnisse über Automatisierung und KI-Tools haben – und 73 Prozent würden zwischen zwei ähnlich qualifizierten Kandidaten jemanden mit Automatisierungskenntnissen wählen.

»Da wir zunehmend in von Automatisierung geprägten Arbeitsumgebungen arbeiten, ist es absolut entscheidend, dass alle Mitarbeiter Zugang zu Automatisierungs- und KI-Schulungen haben«, betont Tom Clancy, Senior Vice President bei Uipath Learning, dem Geschäftsbereich, über den der Anbieter Schulungen, Trainings und Zertifizierungen in dem Bereich anbietet. Arbeitgeber müssten daher dafür sorgen, dass ihre Angestellten diese Technologien optimal nutzen können. »So sind sie produktiver und zufriedener an ihrem Arbeitsplatz – und kurbeln somit auch das Geschäft an.«


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