Published On: 10. Juli 2026Von

Bitkom-Halbjahresbilanz zur Digitalbranche

Der Umsatz mit IT und Telekommunikation in Deutschland steigt 2026 voraussichtlich auf 246 Milliarden Euro. Trotz des Wachstums verlieren Deutschland und europäische Länder im internationalen Vergleich an Dynamik und fallen gegenüber den USA und China zurück.

ITK-Martkentwicklung in Deutschland

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Die Angaben zur Marktentwicklung basieren auf einer Analyse und Aufbereitung durch Bitkom auf Basis von Daten von IDC (Bild: Bitkom)

ITK-Markt erreicht 246 Milliarden Euro Umsatz

Bei schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen zeigt sich die deutsche Digitalwirtschaft weiter stabil. Nach der Prognose des Bitkom legt der deutsche Markt für IT und Telekommunikation 2026 um 4,1 Prozent auf 246,4 Milliarden Euro zu. Damit setzt die Branche ihr Wachstum fort, wenn auch mit etwas geringerem Tempo als im Vorjahr. 2025 lag das Plus bei 4,7 Prozent. Die aktuelle Bitkom-Prognose übertrifft die Zahlen vom Januar leicht als der ITK-Branchenverband von 245 Milliarden Euro Umsatz ausging.

»Digitalisierung bleibt ein Wachstumstreiber in Deutschland. Unternehmen und öffentliche Hand investieren weiter in Software, IT-Services, KI und Cybersicherheit, auch wenn viele Entscheidungen angesichts der wirtschaftlichen Lage vorsichtiger getroffen werden«, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. Dessen Meinung zufolge habe die Bundesregierung in den letzten Tagen klaren Reform- und Gestaltungswillen erkennen lassen und deutlich gemacht, dass sie der Wirtschaft neuen Schub geben will. Jetzt komme es darauf an, diese Ambition mit einem klugen digitalpolitischen Programm zu unterlegen.

Software, Cloud und KI sind wichtigste Treiber

Innerhalb der Digitalwirtschaft entwickelt sich vor allem das große Teilsegment der IT besonders dynamisch. Für 2026 erwartet Bitkom in der IT ein Umsatzplus von 5,4 Prozent auf 170,8 Milliarden Euro. Besonders stark legt erneut das Geschäft mit Software zu: Die Umsätze steigen in diesem Jahr voraussichtlich um 9,9 Prozent auf 58,1 Milliarden Euro. Ein wesentlicher Teil entfällt auf Software für den Betrieb öffentlicher Clouds. Allein mit Cloud-Software werden 2026 voraussichtlich 42,5 Milliarden Euro umgesetzt, ein Plus von 21,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Software bleibt damit der Wachstumsgarant der Digitalwirtschaft. Auch Künstliche Intelligenz gewinnt weiter an Schwung, macht aber erst einen Bruchteil der Software aus. Die Umsätze mit KI-Plattformen steigen nach Bitkom-Berechnungen 2026 um 75,8 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro, nachdem sie bereits 2025 um 50 Prozent gewachsen waren. »Software, Cloud und KI sind die zentralen Wachstumstreiber der Digitalwirtschaft. Sie entscheiden zunehmend darüber, wie wettbewerbsfähig Unternehmen sind, wie schnell Deutschland Innovationen in die Anwendung bringt und wie effizient Verwaltungen arbeiten«, sagt Wintergerst.

Infrastructure-as-a-Service wächst mit 22 Prozent

Die übrigen IT-Segmente entwickeln sich ebenfalls positiv. IT-Services legen 2026 voraussichtlich um 3,1 Prozent zu, IT-Hardware wie Notebooks, Drucker und Bildschirme um durchschnittlich 3,3 Prozent. Innerhalb der IT-Hardware wächst insbesondere IT-Infrastruktur aus der Cloud (Infrastructure-as-a-Service) stark, mit einem Plus von 22,3 Prozent. Auch Sicherheitsgeräte, Workstations, Server und Datenspeicher verzeichnen Zuwächse. »Die Unternehmen investieren vor allem dort, wo Digitalisierung unmittelbar Produktivität, Skalierbarkeit und auch Sicherheit schafft«, so Wintergerst.

Der Telekommunikationsmarkt wächst auch 2026 nur moderat. Bitkom erwartet in der Telekommunikation ein Plus von 1,4 Prozent auf 75,6 Milliarden Euro. Den größten Anteil daran hat das Geschäft mit TK-Diensten, auf die 53,9 Milliarden Euro und ein leichtes Plus von 0,9 Prozent entfallen.

USA und China ziehen davon

Bei den Investitionen zeigt sich die Branche ebenfalls stabil. 23 Prozent der ITK-Unternehmen wollen 2026 mehr investieren als im Vorjahr, 57 Prozent halten ihr Investitionsniveau konstant, 20 Prozent planen geringere Investitionen. Die Mittel fließen vor allem in Software, Forschung und Entwicklung sowie Ausrüstung. »Entscheidend ist jetzt, dass die Politik Planungssicherheit schafft und Investitionen in Digitalisierung durch den Abbau von Regulierung erleichtert«, betont Wintergerst.

Denn im internationalen Vergleich bleibt Deutschland zurück. Der weltweite ITK-Markt wächst 2026 voraussichtlich um 8,5 Prozent auf 5,9 Billionen Euro. Die USA dominieren mit einem Anteil von 41 Prozent und einem Wachstum von 12,7 Prozent. Deutschland kommt auf einen Anteil von 3,8 Prozent und ein Wachstum von 4,1 Prozent. »Die Schere zwischen den USA und China auf der einen und Deutschland und seinen europäischen Nachbarn auf der anderen Seite öffnet sich weiter. Wenn die USA dreimal so schnell wachsen wie Deutschland, dann zeigt das: Andere Länder setzen digitale Technologien entschlossener ein und investieren massiv in digitale Infrastrukturen wie Rechenzentren und Innovationen. Unser Anspruch muss sein, wenn auch nicht die Umsatzvolumina, so zumindest die Wachstumsraten zu erreichen wie die USA«, so Wintergerst. Deutschland müsse Digitalisierung als Wachstumsverstärker begreifen. Wer jetzt beschleunigt, stärkt Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Zukunftsfähigkeit des Standorts.

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About the Author: Annette Stadler

Annette Stadler ist IT-Journalistin und leitet das Online-Portal ECMGUIDE.
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