Published On: 21. August 2026Von

Online-Zahlungen – gerne auf europäisch

Verbraucher wünschen sich laut Bitkom-Umfrage mehr europäische Alternativen bei Online-Zahlungen. Mit Wero gibt es inzwischen einen Anbieter, der gegen Paypal antreten will. Doch der US-Dienst hat weltweit einen deutlichen Vorsprung.

Für Online-Zahlungen gibt es verschiedene Möglichkeiten (Bild: KI-generiert)

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Für Online-Zahlungen gibt es verschiedene Möglichkeiten (Bild: KI-generiert)

Bitkom-Umfrage zu digitalem Bezahlen

Ob beim Online-Shopping, an der Ladenkasse oder beim Bezahlen unter Freunden: Digitale Zahlungslösungen sind aus dem Alltag kaum noch weg zu denken. Dabei blickt fast die Hälfte der Verbraucherinnen und Verbraucher kritisch auf die starke Stellung von Anbietern außerhalb Europas: 46 Prozent der Deutschen bereitet es Sorgen, dass viele wichtige Zahlungsdienste von Unternehmen außerhalb Europas kommen. Der Wunsch nach europäischen Alternativen ist groß: 53 Prozent sind der Meinung, dass es mehr europäische Angebote für digitales Bezahlen braucht. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung unter 1.004 Personen in Deutschland ab 16 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Bezahl-Apps, digitale Zahlungsanbieter und -systeme

Den Befragten wurde als Beispiele für Zahlungsdienste Visa, Mastercard, Paypal, Klarna und girocard genannt. Jedoch lassen sich diese nicht direkt miteinander vergleichen: So sind Visa und Mastercard vor allem Zahlungsnetzwerke, über die Banken Karten herausgeben und Zahlungen abwickeln. Sie stammen aus den USA wie das weltweit stark verbreitete Paypal, das allerdings ein Online-Bezahldienst mit Wallet-Funktion ist. Hinsichtlich Online-Bezahldienste ist Paypal mit Klarna vergleichbar, das aus Schweden kommt. Die girocard ist ein Debitkarten-System, das aus Deutschland stammt und hier weit verbreitet ist.

Europäische Antwort auf Paypal: Wero

Als weiterer neuer europäischer Bezahldienst, der stark mit Paypal vergleichbar ist, gilt Wero. Der mittels Smartphones verwendbare Zahlungsdienst der European Payments Initiative (EPI) arbeitet auf Grundlage der europäischen Echtzeitüberweisungen von Konto zu Konto und unterscheidet sich damit technisch von Debitkarten und Kreditkarten. An der Betreibergesellschaft beteiligt sind in Deutschland die Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die Deutsche Bank sowie die ING. Wero ist bisher in Deutschland, Belgien und Frankreich verfügbar.

Vor allem Ältere wünschen Dienste aus Europa

Damit eröffnet sich für Privatanwender eine gute Alternative, von denen aktuell vor allem Ältere Handlungsbedarf sehen: 56 Prozent der Menschen ab 65 Jahren bereitet die starke Stellung außereuropäischer Zahlungsdienste Sorge, 61 Prozent wünschen sich mehr europäische Angebote. Von den 16- bis 29-Jährigen teilen nur 37 Prozent diese Sorge, 51 Prozent wünschen sich mehr europäische Angebote. »Der Zahlungsverkehr ist kritische digitale Infrastruktur. Europäische Angebote stärken die digitale Souveränität, den Wettbewerb und die Auswahl für Verbraucherinnen und Verbraucher«, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst.

Wenig Akzeptanz für Leistungsabstriche

37 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher wären nach eigenen Angaben sogar bereit, Abstriche beim Leistungsumfang in Kauf zu nehmen, wenn der entsprechende Zahlungsdienst aus Europa kommt. Von den Über-65-Jährigen teilen 44 Prozent diese Bereitschaft, von den 16- bis 29-Jährigen lediglich 30 Prozent. Weitere 38 Prozent der Deutschen würden europäische Zahlungsdienste gegenüber internationalen Anbietern allerdings nur dann bevorzugen, wenn sie dieselben Leistungen bieten. Dabei unterscheiden sich die Jüngsten zwischen 16 und 29 Jahren mit 37 Prozent sowie die Über-65-Jährigen mit 38 Prozent kaum. Wintergerst kommentiert: »Für europäische Zahlungsdienste gibt es ein großes Potenzial, aber einen Europa-Bonus gibt es nicht um jeden Preis. Wer Nutzerinnen und Nutzer gewinnen will, muss bei Leistung und Funktion weltweit auf Top-Niveau spielen.«

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About the Author: Annette Stadler

Annette Stadler ist IT-Journalistin und leitet das Online-Portal ECMGUIDE.
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